+
Meist einen Schritt schneller: Der Mainzer Jeremiah St. Juste (rechts) gegen den kaum minder schnellen Kölner Jhon Cordoba.

Mainz 05

Fließender Beton gegen die Leipziger Bullen

  • schließen

Defensiv denken, aber nicht nur hinten reinstellen: Wie die Mainzer Hochgeschwindigkeitsspieler beim Favoriten in der sächsischen Landeshauptstadt bestehen wollen.

Es war, glaubt man den Protagonisten, eine beschwingte Woche bei Mainz 05. „Es fällt jedem einzelnen Mitarbeiter leichter“, sagt Sportchef Rouven Schröder. Grund dafür ist der schwer erkämpfte Sieg zuletzt gegen den 1. FC Köln, der zweite Heimerfolg nach jenem über Hertha BSC vor einigen Wochen, den ein überragender Torwart Robin Zentner festhielt, Der als Ersatztorwart in die Saison gegangene 25-Jährige führt inzwischen die Rangliste der notenbesten Keeper der Bundesliga an. Vor dem Leipziger Peter Gulacsi, Zentners Gegenüber am heutigen Samstagnachmittag in der sächsischen Landeshauptstadt.

Einen guten Robin Zentner werden die Gäste vermutlich dringend benötigen, Peter Gulacsi dürfte einen eher geruhsamen Nachmittag verbringen. „Unser Anspruch ist es nicht, Leipzig einen offenen Schlagabtausch zu bieten“, sagt der Mainzer Chefcoach Sandro Schwarz, „denn dann ist die Gefahr zu groß, dass sie zu große Räume zwischen den Ketten und guten Tiefgang bekommen.“ Diesen Tiefgang will Schwarz den unter der Woche im Pokal beim 6:1 in Wolfsburg so torhungrigen Bullen nicht gönnen. Nicht falsch verstehen: Schwarz will nicht nur Beton anrühren, sondern auch mit den eigenen Leuten „aus der Balleroberung heraus“ hin und wieder nach vorn kommen: „Es geht nicht nur darum, den Verteidigungsmodus einzuschalten.“ Mainz 05 soll vielmehr in fixen Umschaltbewegungen „schnell Linien“ überspielen.

Dafür haben die Mainzer die richtigen Spieler. Laut statistischer Auswertung der „Sportbild“ verfügt kein anderer Bundesligaklub über so viele Hochgeschwindigkeitsspieler wie die junge Mannschaft der Nullfünfer. Zwölf Profis haben in den ersten neun Saisonspielen schon die 33-Stundenkilometer-Schallmauer überwunden, Gegner Leipzig bringt es auf lediglich neun Akteure, die so schnell rennen können. Interessant: Der in der Sommerpause als Toptransfer verpflichtete Mainzer Innenverteidiger Jeremiah St. Juste erreicht mit von 35,6 km/h sogar mehr Tempo als sein potenzieller Gegenspieler am Samstag, Nationalspieler Timo Werner (34,97 km/h).

Die Mainzer reisen ohne Verteidiger Moussa Niakathé (Gelbsperre) an, der Franzose wird durch Alexander Hack vertreten, bei Leipzig fehlen die Stammkräfte Kevin Kampl (Folgen einer Mandelentzündung) und Willi Orban, dem ein Knie zwickt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion