Trifft und trifft und trifft: Robert Lewandowski nach dem Dreierpack gegen Eintrach Frankfurt.
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Trifft und trifft und trifft: Robert Lewandowski nach dem Dreierpack gegen Eintrach Frankfurt.

Robert Lewandwoski

Fließband-Knipser

  • Thomas Kilchenstein
    vonThomas Kilchenstein
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Bayerns Superstürmer Robert Lewandwoski trifft nach Belieben und attackiert jetzt auch noch Gerd Müller und dessen fast fünzig Jahre alten Rekord für die Ewigkeit.

Vor fünf Jahren, 2015, hat Robert Lewandowski binnen neun Minuten fünf Tore geschossen. Gegen den VfL Wolfsburg war das. In der vergangenen Runde hat er in 47 Pflichtspielen 55 Mal geknipst, unlängst erst alle vier Buden beim 4:3 gegen Berlin gemacht. Die drei Tore, die der so umjubelte Mann gegen Eintracht Frankfurt erzielt hat, sind da doch..., ja was... fast normal.

Im Grunde ist es doch nur noch eine Frage der Zeit, wann der Rekord des unvergessenen Gerd Müller geknackt wird. 40 Tore in einer Saison, erzielt von „kleines, dickes Müller“ in 1971/72 sollte ein Leichtes sein für einen wie Robert Lewandowski anno 2020. Zehn Tore hat er in dieser Saison bereits ins gegnerische Tor geschossen, mit rechts, mit links, mit dem Kopf, wie er will. Obwohl alle Welt weiß, wie gefährlich er ist, kann ihn daran keiner hindern. Fünf Spiele sind erst gespielt, und wenn man diese Statistik dem weiteren Saisonverlauf zugrunde legt, sollte der 32 Jahre alte Pole den Müllergerd am 20. Spieltag eingeholt haben, im Februar nächsten Jahres. Trifft der Bayern-Star weiter in diesem Tempo, zwei pro Spiel, würde er es auf 68 Tore bringen.

Dabei sei diese historische Marke „nicht mein Ziel“, sagt der Vielgepriesene. Das mag man glauben oder nicht, womöglich schafft er es in der Tat nicht, weil auch er rotieren muss, Pausen braucht. Am Samstag etwa ist er 20 Minuten vor Schluss ausgewechselt worden, auf eigenen Wunsch, was sehr ungewöhnlich ist. Normalerweise pflegt der mit etwa 20 Millionen Euro im Jahr fürstlich entlohnte Angreifer bei Auswechselung mindestens mit den Augen zu rollen, wenn nicht mürrisch zu blicken. Jetzt verweist er auf die vielen, vielen Spiele der Bayern: „Eine halbe Stunde weniger zu spielen, bedeutet viel, wenn du alle drei Tage spielst und die Höchstleistung halten willst.“ Allerdings hätte er in dieser halben Stunde vielleicht noch zwei weitere Tore gegen die Eintracht erzielen können.

Lewandowski, Europas Fußballer des Jahres, ist drauf und dran, sämtliche Rekorde zu pulverisieren. Selbst den eigen Leuten ist er nicht mehr geheuer, er agiere „auf einem anderen Level“, staunt Abwehrkante Jerome Boateng. „Was soll ich zu Lewa noch sagen“, sagt sein Trainer Hansi Flick. Der Torgigant trifft und trifft und trifft, er ist ein Phänomen, eiskalt vor dem Tor, für seinen Dreierpack vom Samstag hat er nur fünf Versuche benötigt, und er bleibt giftig, gallig und gierig auf die nächsten Treffer. In 326 Bundesligaspielen hat er 246 Mal getroffen, in 91 Champions League-Partien 68 Mal, selbst wenn ihm lange der Vorwurf nachhing, in den wirklich wichtigen Spielen leer auszugehen.

Er lege neuerdings eine andere Auffassung an den Tag, sagen Münchner Beobachter, seit sein Wechsel zu Real Madrid geplatzt war. Er spiele mannschaftsdienlicher, nicht mehr ausschließlich auf den persönlichen Erfolg erpicht. Er sagt, seine Mannschaft brauche ihn „nicht nur als Stürmer, sondern auch wegen meiner Spielweise“. Also wegen seines Kampfgeistes und der Arbeit gegen den Ball. Nächsten Samstag geht es gegen den 1. FC Köln. Könnte ein Viererpack werden.

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