Wäre durchaus praktikabel: Champions-Geisterliga in der Frankfurter Fußballarena.
+
Wäre durchaus praktikabel: Champions-Geisterliga in der Frankfurter Fußballarena.

Champions League

Stadt bemüht sich um Champions League: Finalturnier in Frankfurt?

  • Georg Leppert
    vonGeorg Leppert
    schließen
  • Jan Christian Müller
    Jan Christian Müller
    schließen

Rhein-Main-Gebiet bietet beste Voraussetzungen für kompakte Austragung der Entscheidungen in der Champions League.

Frankfurt - Das Rhein-Main-Gebiet könnte Chancen auf die Ausrichtung eines Blitzturniers der Champions-League-Finalrunde haben. Aufgrund des bislang erfolgreichen Konzepts der Geisterspiele in der Bundesliga gilt der DFB als heißer Kandidat. So hat die Stadt Frankfurt bereits Interesse an der Austragung im August signalisiert. Der Deutsche Fußball-Bund wollte sich dazu am Donnerstag nicht äußern. „Dies ist eine Angelegenheit der Uefa“, sagte ein Sprecher.

Das Finale in der Königsklasse hätte eigentlich vergangenen Samstag in Istanbul stattfinden sollen. Wegen der Corona-Krise ist die Europapokalsaison aber derzeit unterbrochen. Laut Medienberichten wird die Uefa das Endspiel wegen der Pandemie an eine andere Stadt vergeben und zusammen mit allen ausstehenden Partien innerhalb von zehn Tagen an einem Ort bündeln. Ein Uefa-Sprecher erklärte auf Anfrage nur, es werde eine Reihe von Optionen geprüft, eine Entscheidung sei bisher nicht gefallen. Eine Arbeitsgruppe mit Vertretern von Ligen und Klubs erörtere Termine und Formate.

Neben hochmoderner Stadion-Infrastruktur müssten unter anderem die Reisefreiheit und das geringstmögliche Risiko eines neuen Infektionsherdes gegeben sein. Das Uefa-Exekutivkomitee berät sich am 17. Juni. Der Frankfurter Sportdezernent Markus Frank (CDU) sagte am Donnerstagabend am Rande der Stadtverordnetenversammlung, die Gespräche über eine Ausrichtung des Turniers stünden zwar noch am Anfang. Frankfurt habe aber großes Interesse an dem Wettbewerb: „Wir hätten als Sportstadt die Chance, international wahrgenommen zu werden.“ Der nahe internationale Flughafen und die große Auswahl an hochklassigen Hotels könnten gute Argumente sein.

Champions League-Finalturnier: Auch Mainz ein Thema

Deutschland und Portugal sind nach Informationen der Agentur AP Kandidaten als Gastgeber für die letzten K.o.-Runden ab dem Viertelfinale und das Finale. Zunächst hatte die „Bild“-Zeitung berichtet, dass sich Frankfurt bewerben will. Der Gastgeber muss demnach aber vier Stadien benennen für die vier Viertelfinals, zwei Halbfinals und das Finale, die innerhalb von etwa zehn Tagen ausgetragen werden sollen.

Rund um Frankfurt kämen dafür die Arena in Mainz sowie die Arena der TSG 1899 Hoffenheim in Sinsheim infrage. Weitere Möglichkeiten wären die kleineren Stadien der Zweitligisten SV Darmstadt 98 und SV Wehen Wiesbaden. Die Größe der Stadien wäre kaum relevant. Denn das Turnier soll wie derzeit die Bundesliga ohne Zuschauer stattfinden.

RB Leipzig ist bereits für das Viertelfinale der Champions League qualifiziert. Der FC Bayern München hat das Achtelfinal-Hinspiel gegen den FC Chelsea 3:0 gewonnen, Borussia Dortmund schied im Duell mit Paris Saint-Germain aus. 2022 ist München Gastgeber des Finales in der Königsklasse.

Champions League-Finalturnier: Kahn plädiert für München

Für Bayernvorstand Oliver Kahn wäre die Münchner Arena ein geeigneter Austragungsort für ein Champions-League-Turnier. „Das wäre sicherlich nichts Verkehrtes“, sagte der ehemalige Nationaltorwart Sonntagabend bei Sky. München wäre mit möglichen Spielen des FC Bayern allerdings kein neutraler Spielort.

DFB-Direktor Oliver Bierhoff hatte diese Woche Deutschland auch als Ausrichter für „eine Art Mini-Turnier“ in der Nations League, die im Herbst eigentlich mit Hin- und Rückspielen ansteht, ins Gespräch gebracht. „Wir haben das Know-how und eine Top-Organisation im DFB, das haben wir schon mehrfach bewiesen. Wenn ein solches Modell der Uefa hilft, würde ich sagen: Ja, wir stehen bereit“, sagte Bierhoff dem „Kicker“.

Auch der Mainzer Sportvorstand Rouven Schröder bestätigte, Kenntnis von den Plänen zu haben, dass möglicherweise auch die knapp 50 Kilometer vom Waldstadion entfernt gelegene, hochmoderne Mainzer Fußballarena eingebunden werden könnte. Konkret kommentieren wollte Schröder diese Pläne aber nicht. (mit dpa)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare