+
Neven Subotic, Helfer in der Not.

Borussia Dortmund

Feuerwehrmann am Fenster

Neven Subotic war bei Borussia Dortmund so weit weg vom Fenster, wie man es nur sein kann. Doch plötzlich wird er wieder gebraucht.

Neven Subotic liebt es, wenn es kracht und rappelt. „Das ist genau mein Spiel“, sagt der Innenverteidiger von Borussia Dortmund, das Körperlose nennt er auch schon mal „Kinderfußball“. Doch unabhängig davon: Überhaupt wieder gebraucht zu werden, war für den serbischen Nationalspieler vor dem Champions-League-Spiel bei Real Madrid am Mittwoch das größte Geschenk.

Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hatte die sportliche Führung im Angesicht der Krise aufgefordert, „jeden Stein umzudrehen“. Und unter einem dieser Steine, da hockte etwas überraschend Neven Subotic – der sich eigentlich schon wieder in Wechselgedanken ergangen hatte. Denn er war so weit weg vom Fenster, dass er kaum noch zu sehen war.

Wieder in der Startelf

Doch bei Bayer Leverkusen stand der 28-Jährige nach längerer Pause in der Startelf. Er erledigte seine Aufgabe als zentrales Glied einer Dreierkette ordentlich, war aber entscheidend am 0:1 beteiligt. Egal: „Das hat Spaß gemacht“, sagte er, auch, weil es anstrengend war. Nun könne er „nur kämpfen“ und sich anbieten, dann falle die Entscheidung über seine Zukunft, sagte er dem kicker. Spielt er weiterhin, verbessert sich seine Chance auf die Verlängerung seines zum Saisonende auslaufenden Vertrages.

Spielt er nicht, so glaubt er, wird er es dennoch nicht verlernen. Mit dem Fußball sei es wie mit dem Radfahren, sagte er vor einigen Wochen. Nur: Manchmal ist es eher eine Ausflugsfahrt, manchmal eher eine Tour-de-France-Bergetappe. Das Spiel bei Eintracht Frankfurt (2:2), berichtete Subotic, das erste für den BVB nach 598 Tagen, war „für mich wie ein WM-Spiel“. So fühle sich ein Bundesligaspiel derzeit noch an – obwohl er mehr als 200 hinter sich hat.

Rolle als Notfallhelfer

Ein wenig sieht er sich als Notfallhelfer. Er habe seinem Trainer Peter Bosz versichert, er sei topfit: „Dass ich 120 Minuten spielen kann. Ich kann bestimmt nicht alles im Fußball, aber zu laufen und mit dem Gegner mitzuhalten, habe ich mir in der Jürgen-Klopp-Ära antrainiert.“

Diese Jahre waren seine besten, deshalb opfert er sich gerne für den BVB auf. „Ich bin jederzeit bereit, wie die Feuerwehr“, sagt Subotic: „Man muss mich einfach rufen – und ich bin da.“
Der „Feuerwehrmann“ beteuerte auch am Dienstag in Madrid, er freue sich über jede Einsatzminute. Subotic kann pathetisch werden, wenn er über seinen Beruf redet. „Das ist mein Traum“, sagte er, es folgte ein Blick zurück im Schmerz: „Dazu gehören auch negative Phasen. Davon habe ich enorm viel gehabt in den letzten Wochen, Monaten und Jahren. Zu viel.“

Nun könnte seine neue Chance kommen: „Das ist meine große Berufung, für die ich alles tue.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion