Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Melanie Leupolz , deutsche Nationalspielerin, hat sich als Stütze im Mittelfeld beim FC Chelsea etabliert.
+
Melanie Leupolz , deutsche Nationalspielerin, hat sich als Stütze im Mittelfeld beim FC Chelsea etabliert.

Frauenfußball

FC Chelsea vor einer historischen Chance

  • Frank Hellmann
    VonFrank Hellmann
    schließen

Die Fußballerinnen des FC Chelsea um Melanie Leupolz wollen erstmals die Champions League gewinnen und einen Ansporn für die Männer geben.

Melanie Leupolz hat geschmunzelt, als sie erstmals die Begrifflichkeit in der britischen Presse fand. Selten sei in der Berichterstattung über die Fußballerinnen des FC Chelsea etwas so zutreffend gewesen wie die Beschreibung von den „mentality monsters“, Mentalitätsmonster. „Diese Eigenschaft macht in Drucksituationen den Unterschied aus“, findet die deutsche Nationalspielerin, die zusammen mit der deutschen Nationaltorhüterin Ann-Katrin Berger eine tragende Stütze beim englischen Meister gibt, der auf dem Weg ins Finale der Champions League gegen den FC Barcelona (Sonntag 21 Uhr/ Sport 1) zahlreiche Widerstände aus dem Weg räumte.

„Wenn ich an das Achtelfinale gegen Atletico Madrid denke, da gerieten wir nach zehn Minuten in Unterzahl. Wir sind häufig angeeckt, haben immer einen Weg gefunden, noch zu gewinnen“, erzählt die 27-Jährige, die im Viertelfinale erst den VfL Wolfsburg, dann im Halbfinale ihren Ex-Klub FC Bayern ausschaltete. Fußballerisch nicht unbedingt besser, aber effizienter war ihr Team mit den Weltklasseangreiferin Pernille Harder und Sam Kerr allemal. Somit amortisieren sich auch die hohen Investitionen aus dem vergangenen Sommer: Allein 350 000 Euro Rekordablöse flossen vergangenen Sommer nach Wolfsburg, um die Dänin Harder aus dem Vertrag zu kaufen.

Olympique Lyon und Dzsenifer Marozsan sind schon ausgeschieden

Der Showdown im Gamla Ullevi von Göteborg soll eine bemerkenswerte Entwicklung krönen, um dem auf allen Ebenen wachsenden Frauenfußball auf der Insel den nächsten Impuls zu verleihen. Seit 2008 standen allein deutsche und französische Vereine in der Siegerliste, zuletzt fünf Mal nacheinander Olympique Lyon.

Doch das Starensemble mit der deutschen Spielmacherin Dzsenifer Marozsan schied diesmal im Viertelfinale aus, nun stehen sich im Endspiel die Titelträgerinnen aus England und Spanien gegenüber. „Es prallen zwei unterschiedliche Anschauungen aufeinander“, sagt Leupolz, die beim Gegenüber die bekannten Muster der Barça-Schule aus dem Männerfußball entdeckt: „Viel Tiki-Taka, viele kurze Pässe und Kombinationen.“

Umzug hat sich für Melanie Leupolz gelohnt

Zu Chelseas Erfolgsgeheimnissen gehört eine Vielzahl von Analysten, die Spiele und Training bis ins Detail zerlegen. So wurde vor dem Halbfinale gegen die Bayern der Fokus auf Einwurfsituationen gelegt - prompt fiel nach einem Einwurf im Rückspiel der erste Treffer. Die Olympiasiegerin und Europameisterin Leupolz freut sich auf ihr größtes Spiel auf Vereinsebene, dass ihrem Klub eine historische Chance eröffnet, weil zwei Wochen später auch die Chelsea-Männer ihr Champions-League-Endspiel gegen Manchester City bestreiten. Einen Doppelerfolg eines Vereins auf beiden Bühnen gab es noch nie. „Das spricht für den FC Chelsea und kommt nicht von ungefähr“, sagt Leupolz, die den Umzug nach London nach sechs Jahren vom FC Bayern zu keiner Sekunde bereute. „Wenn man in ein fremdes Land wechselt, sich dann im Lockdown durchkämpfen muss, bringt einen das auch als Persönlichkeit weiter.“

Dass sie wegen des „travel ban“, des Reiseverbots wegen der mutierten Virusvariante, Großbritannien monatelang nicht verlassen durfte, sei ihr zwar nicht leicht gefallen, erzählt die heimatverbundene Allgäuerin, aber dadurch haben sie voll den Fokus auf Fußball gerichtet.

Emma Hayes hat als starke Frau das Sagen

Corona ist auch dafür verantwortlich, dass es bislang so gut wie keinen Kontakt zum deutschen Trainer Thomas Tuchel sowie dem Spielertrio Kai Havertz, Timo Werner und Antonio Rüdiger gab. Jedes Team sei in seiner Blase unterwegs und streng abgeschirmt. „Ich verfolge natürlich deren Spiele, aber wir begegnen uns nicht. Wenn auf der Homepage ein gemeinsames Foto auftaucht, ist das mit Photoshop gemacht“, erzählt Leupolz und lacht.

Ein besonderes Loblied hält sie auf ihre Teammanagerin Emma Hayes, die im Gegenzug an ihrer Nummer acht vor allem das taktische Verständnis schätzt: Immer wieder tauschen sich die englische Trainerin und deutsche Taktgeberin während eines Spiel durch Blickkontakt aus, ob die Umsetzung des Matchplans funktioniert.

Ein Ensemble mit so vielen charakterstarken Persönlichkeiten sei „nicht einfach zu führen“, sagt Leupolz, aber Hayes schaffe es, die Mannschaft immer wieder auf das gemeinsame Ziel einzuschwören. „Ihr kann keiner auf der Nase herumtanzen.“ Supercup, Ligapokal und Meisterschaft hat Chelsea gewonnen – und sich einen Ruf erarbeitet, der nun noch ein einziges Male diese Saison bestätigt werden muss.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare