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FC Bayern: Spektakulär souverän

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Von: Manuel Bonke

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So sehen Sieger aus: Bayern-Profis nach dem Triumph in Bochum.
So sehen Sieger aus: Bayern-Profis nach dem Triumph in Bochum. © afp

Die Bundesliga zittert schon früh in der Saison wieder vor den Überbayern - die wollen sich aber „kein Limit“ setzen.

Treffender hätte es Joshua Kimmich nicht formulieren können. Angesprochen auf die nächste Machtdemonstration des FC Bayern beim 7:0 am Sonntagabend in Bochum wählte der Mittelfeldantreiber folgende Worte: „Sehr souverän und sehr spektakulär.“ Der Rekordmeister zerlegt die heimische Konkurrenz – und knackt schon jetzt Rekorde. Oder um es mit den Worten von VfL-Stürmer Simon Zoller zu formulieren: „Ich bin selten so zerstört worden wie heute. Sie haben uns von der ersten bis zur 90. Minute den Arsch aufgerissen.“

Neun Punkte und eine Tordifferenz von plus 14 nach drei Spielen sind der beste Start aller Teams in der Bundesligageschichte. Hinzu kommt noch das 5:3 aus dem Supercup in Leipzig. Und gefühlt sind die Münchner noch nicht mal an ihrer Leistungsgrenze. „Wir sind sehr glücklich. Wir setzen uns kein Limit“, sagte Trainer Julian Nagelsmann nach dem Kantersieg im Ruhrstadion.

Weil Shootingstar Jamal Musiala (Zerrung im Hüftbereich) sowie Linksverteidiger Alphonso Davies (Muskelverhärtung im linken Oberschenkel) verletzt ausfielen und Serge Gnabry (knöcherner Ausriss im Handgelenk) gehandicapt von Anfang an nur auf der Bank saß, feierten Offensiv-Sorgenkind Leroy Sané, Abwehrneuzugang Matthijs de Ligt und Flügelflitzer Kingsley Coman ihre Startelfdebüts in der noch jungen Saison. Genau in dieser Reihenfolge sorgte das Trio für die ersten drei Treffer gegen den VfL.

„Egal, wer reinkommt, wir verlieren wenig an Qualität und vor allem wenig an Energie“,sagte Kimmich: „Es ist ganz wichtig, dass jeder mitzieht, dass jeder weiß, dass es wichtig ist, dass jeder Gas geben muss. Das merkt man im Training und auch im Spiel.“ Trotz des Konkurrenzkampfes lobte Coach Nagelsmann den Teamgeist seiner Stars: „Die Energie, die in der Mannschaft steckt, diese Stimmung. Jeder gönnt jedem alles.“ So gab es auch keine Eitelkeiten, als sich Neuzugang Sadio Mané in der 59. Minute die Kugel schnappte und per Elfmeter seinen Doppelpack schnürte. Ein Eigentor von Cristian Gamboa und ein Treffer des eingewechselten Gnabry machte das Münchner Torfestival perfekt.

Der Trainer mahnt dennoch

„Es war auch wichtig, dass wir bis zum Ende konzentriert zu Null gespielt haben. Gerade in der letzten Saison haben wir da immer wieder unnötige Gegentore bekommen und sind unnötig in die Bredouille gekommen“, so Kimmich. Trotz aller Lobhudelei stellte der Führungsspieler klar: „Generell kann man immer Sachen besser machen.“ Das Gegenpressing zum Beispiel, wie Nagelsmann sagt: „Das hat auch viel mit Positionierung im eigenen Ballbesitz zu tun.“ Wenn der Rekordmeister das Gefühl habe, „es gibt keinen Bereich, wo wir richtig schlecht sind, dann versuchen wir unsere Abläufe zu verbessern“, so der Trainer weiter.

Am Samstag (18.30 Uhr, Sky) empfängt der FC Bayern seinen Angstgegner. „Jetzt haben wir Gladbach, gegen die wir im letzten Jahr keine so guten Ergebnisse hatten. Aber wir werden voller Selbstvertrauen im eigenen Stadion auftreten und sicherlich auch ein sehr gutes Spiel machen“, glaubt Nagelsmann.

Die Liga zittert vor den Bayern. Und auch den europäischen Spitzenteams wird die bestechende Frühform der Münchner nicht entgangen sein. Am Donnerstag (ab 18 Uhr) wird im türkischen Istanbul die Gruppenphase der Champions League ausgelost. Stürmer Robert Lewandowski betonte bereits, dass er nicht auf seinen ehemaligen Arbeitgeber treffen will. „Wahrscheinlich aus gutem Grund“, sagt Kimmich.

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