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FC Bayern: Original fällt aus - Chance für den Mini-Müller?

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Von: Philipp Kessler, Manuel Bonke

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Die Zukunft gehört ihm: Toptalent Paul Wanner (16) soll beim FC Bayern Leistungsträger werden.
Die Zukunft gehört ihm: Toptalent Paul Wanner (16) soll beim FC Bayern Leistungsträger werden. © imago

Thomas Müller fällt erneut aufgrund einer Corona-Infektion aus. Wer wird den Ur-Bayer ersetzen? Youngster Paul Wanner könnte den Ersatz geben.

München – Wenige Stunden nach seinem Covid19-Befund meldete sich Thomas Müller (32) am Montagabend mit einer Video-Botschaft aus seinem „Isolationsraum“ zu Wort: „Ich bin leider erneut in einem Februar positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Ein leidiger Jahrestag, aber mir geht es so weit gut.“ Zur Erinnerung: Der Bayern-Spieler infizierte sich vor ziemlich genau einem Jahr im Rahmen der Club-WM mit Corona.

Nun hat es ihn, trotz vollständiger Impfung, schon wieder erwischt. „Ich werde mich die Woche gut erholen und bin schnell wieder im Geschäft – hoffe ich zumindest“, kündigte Müller an.

FC Bayern: Verantwortliche sehen Wanner langfristig auf der Acht

Das schwierige Auswärtsspiel gegen Eintracht Frankfurt am Samstag (18.30 Uhr, Sky) wird der Ur-Bayer auf alle Fälle verpassen. Erst wenn sein Corona-Test negativ ist und die Club-Ärzte um Internist Prof. Dr. Roland Schmidt grünes Licht geben, darf er wieder am Training teilnehmen. Bekommt in dieser Zeit Mini-Müller Paul Wanner (16) eine Chance, sich für höhere Aufgaben bei der Profi-Mannschaft zu empfehlen? Immerhin haben ihn die Verantwortlichen des FC Bayern auch mit der Aussicht auf regelmäßige Einsatzzeiten dazu bewogen, seinen ursprünglich im Sommer auslaufenden Vertrag langfristig zu verlängern.

Unsere Zeitung weiß, dass bei den Verhandlungen unter anderem über die Position gesprochen wurde, auf der Wanner trotz seiner jungen Jahre Spielpraxis sammeln kann. Das Ergebnis: Das Juwel soll das vornehmlich als Zehner tun – weil er dort defensiv weniger gefordert ist als im Mittelfeld-Zentrum. Langfristig sehen ihn Sportvorstand Hasan Salihamidzic und Technischer Direktor Marco Neppe nämlich auf der Achter-Position.

Seit Wanner Ende Januar seine neuen Arbeitspapiere unterschrieben hat, durfte er gerade einmal 180 Sekunden ran – beim 4:1-Sieg am Sonntag gegen Greuther Fürth. In den vorherigen Bundesliga-Partien gegen RB Leipzig und den VfL Bochum blieb er ohne Einsatz im Kader, wie auch im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League gegen RB Salzburg vergangene Woche. Trotzdem träumen die Verantwortlichen des deutschen Rekordmeisters davon, dass Wanner nach Müller das nächste richtige Eigengewächs „made in Bavaria“ wird.

Paul Wanner: Spagat zwischen Schule und Profis

Das hat sich auch Cheftrainer Julian Nagelsmann (34) auf die Fahne geschrieben. Seinen Plan mit dem Nachwuchstalent erklärte er so: „Mein Ziel ist, dass er irgendwann bei uns Stammspieler ist. Das ist die Idee. Jetzt geht es erst einmal darum, dass er in dem halben Jahr perfekt ankommt, dass er komplett durchgetestet wird und dass wir einen guten individuellen Trainingsplan aufstellen.“

Damit der Plan aufgeht, bedarf es freilich auch der nötigen Praxiserfahrung. Problem: Aktuell kämpft das Star-Ensemble mit sich selbst und hat Probleme, die Siege in gewohnt souveräner Art und Weise einzufahren. Jeder Punktgewinn ist derzeit ein hartes Stück Arbeit – und so bleibt die Talententwicklung von Wanner auf der Strecke. Darüber hinaus muss der Allgäuer den Spagat zwischen Fußball und Schule meistern. Er besucht die zehnte Klasse am Gymnasium und möchte das Abitur machen. Wanner gilt zwar als guter Schüler, doch die Herausforderung seines neuen Lebensabschnitts ist nicht zu unterschätzen. (Manuel Bonke/Philipp Kessler) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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