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Haben es nach dem Pokal-K.o. gegen Holstein Kiel eilig, das Feld zu verlassen: Hansi Flick und seine Bayern-Stars.
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Haben es nach dem Pokal-K.o. gegen Holstein Kiel eilig, das Feld zu verlassen: Hansi Flick und seine Bayern-Stars.

FC Bayern im DFB-Pokal

Bayern-Schmach mit Ansage: Im Gestöber von Kiel offenbaren sich die drei Leiden des Flick

  • Nico Scheck
    vonNico Scheck
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Irgendwo im Gestöber von Kiel geht der FC Bayern München am Mittwochabend im DFB-Pokal verloren. Eine Schmach, die sich abzeichnete - und Hansi Flicks Leiden offenbart.

  • Der FC Bayern München verliert bei Holstein Kiel im DFB-Pokal mit 5:6 nach Elfmeterschießen.
  • Erneut werden die Probleme des FCB deutlich.
  • Die Pleite bei Kiel offenbart drei Probleme des FC Bayern, die Hansi Flick dringend abstellen muss.

Kiel - Kaum jemand hatte es mitbekommen. Doch Anfang Januar, fast unscheinbar, ist das polare Windband in der Stratosphäre zusammengebrochen. Experten vermuten, dass dieses Ereignis die extremen Schneefälle in Spanien begünstigt haben dürfte. Vielleicht auch in Kiel? Wahrscheinlich eher nicht.

Den Herren und Damen beim FC Bayern München wird es wohl auch herzlich egal sein, woher der Schnee plötzlich kam, am Mittwochabend gegen halb zehn. Das Fazit ist simpel: Die Bayern, Triple-Sieger, sind gegen Holstein Kiel, einen Zweitligisten, in der zweiten Runde des DFB-Pokals krachend ausgeschieden, 5:6 nach Elfmeterschießen. Eine Schmach, die der FCB letztmals anno 2000 (gegen den 1. FC Magdeburg) erdulden musste. Klar, Schnee-Gestöber, ein motivierter Underdog, ein kräftezehrendes Jahr, das kann schon mal passieren. Zumal die Kieler ihre vielleicht beste Saisonleistung zeigten. Und doch war es eine Pleite mit Ansage.

Der FC Bayern strauchelt - und Thomas Müller bringt es auf den Punkt

Es brauchte nicht viel im ARD-Interview nach dem Spiel, um zu erkennen, wie es in Thomas Müller brodelte. Die kurze Version: Wie angefressen sind Sie? Müller: ja. Die etwas längere Version: „Wir sind natürlich bedient, das können Sie sich ja vorstellen.“

Den Grund dafür brachte Bayerns Bayerischster auf den Punkt: „Das ist sicherlich gerade nicht die beste Phase des FC Bayern.“ Dass es so ist, liegt zu großen Teilen natürlich - und verständlich - an dem kräftezehrenden Corona-Jahr. Pausen gibt es praktisch keine, englische Wochen umso mehr. Das betrifft logischerweise und vor allem die europäischen Schwergewichte des Fußballs, die neben Ligabetrieb und Pokal auch international ein straffes Programm zu absolvieren haben.

Wer sich in Europa umschaut, findet die Topklubs mehr oder minder strauchelnd vor: Manchester City, FC Liverpool, PSG, Real Madrid, der FC Barcelona, und so weiter. Der FC Bayern ist einer von ihnen. Nun ist das alles Jammern auf hohem Niveau. Schließlich führen die Münchner nach wie vor die Bundesliga an und stehen im Achtelfinale der Champions League. Doch die Ansage, mit der die Pleite gegen Holstein Kiel kam, war derart laut, dass sich Hansi Flick ernsthafte Gedanken machen muss.

Flicks Leiden beim FC Bayern: Triple-Helden im Leistungstief und wenig hilfreiche Neuzugänge

Und so sprach Flick, eigentlich ein Mann der nicht so dramatischen Worte, nach der Partie von einem „Schock“. Müdigkeit wollte er nicht als Ausrede gelten lassen, schließlich habe man gezeigt, „dass wir 120 Minuten Tempo gehen können“ - was stimmte. Was aber auch stimmt, ist die dürftige Art und Weise besagter 120 Minuten. Seit Wochen laufen zahlreiche Triple-Helden ihrer Form hinterher. Angefangen bei David Alaba, den So-gut-wie-Abgang im kommenden Sommer, über Durchstarter Alphonso Davies bis hin zu Scoring-Maschine Serge Gnabry.

Ihnen allen ist anzumerken, dass selbst die großen Stars des FC Bayern nicht über Monate hinweg im Drei-Tages-Takt Glanzleistungen aus dem Hut zaubern können. Dass das so ist, kommt wenig überraschend, auch für die Bayern-Bosse. So hatten Hasan Salihamidzic und Co. - auch im Hinblick auf Abgänge wie Thiago - den Kader mit Alexander Nübel, Tanguy Nianzou, Bouna Sarr, Marc Roca, Leroy Sané, Douglas Costa und Eric Maxim Choupo-Moting aufgestockt.

Während Sané nach seiner schweren Verletzung langsam wieder in Form kommt (und gegen Kiel einen Freistoß zum zwischenzeitlichen 2:1 versenkte), sind die restlichen Neuzugänge bisher mehr Lückenfüller denn Hilfe. Auch das kommt wenig überraschend. Eine Vorbereitung, in der sich die Alten an die Neuen und umgekehrt gewöhnen können, gab es praktisch nicht. Und so müssen es aktuell eben doch die im Tief hängenden Triple-Helden richten - womit wir beim wohl größten Problem des FC Bayern angelangt wären.

Ist Flicks Code beim FC Bayern entschlüsselt?

24 Gegentore in der Bundesliga nach 15 Spieltagen, allein sieben in den vergangenen drei Pflichtspielen: Ja, die Defensivprobleme der Bayern haben ein kritisches Level erreicht. Das hohe und intensive Pressing, mit dem Flicks FC Bayern noch im Sommer über Europa hinwegwalzte, ist zur bayerischen Achillesferse mutiert. Bastian Schweinsteiger, in München Fußballgott und in der ARD Experte, sieht den Flick‘schen „Code so langsam entschlüsselt“. „Sie stehen so hoch. Dann dürfen sie sich auch nicht beschweren, wenn der Gegner den Ball auch mal richtig spielt.“

Flick sah das freilich etwas anders und erklärte bei „Sport1“: „Das 1:1 haben wir angesprochen, da müssen wir die Tiefe absichern. Das hat nichts damit zu tun, dass wir hoch stehen.“ Und doch musste auch Flick ein „Muster“ der Art der Gegentore anerkennen. „Das verfolgt uns schon ein bisschen länger“, pflichtete Müller seinem Coach bei. Was er meinte? Zwei Gegentore von Borussia Mönchengladbach (2:3), zwei Gegentore vom 1. FSV Mainz 05 (5:2), drei Gegentore von RB Leipzig (3:3), vier Gegentore von der TSG 1899 Hoffenheim (1:4) fielen auf ähnliche Weise wie in Kiel.

Manuel Neuer war nicht das erste Mal in den letzten Wochen stocksauer auf seine Vordermänner.

Den verbalen finalen Hieb verpasste dem FC Bayern, wie auch auf dem Platz, jedoch die Gegenseite aus Kiel. Von dort erklärte nämlich Hauke Wahl, Holsteins Kapitän und Torschütze zum 2:2, bei „Sky“: „Es ist fast in der 2. Liga schwerer, ohne den Bayern zu nahe treten zu wollen.“ Autsch.

Flick muss seine drei Leiden beim FC Bayern abstellen

Nun muss am Tegernsee noch längst kein ehemaliger Wurstverkäufer panisch im Nachtschrank nach Jupp Heynckes‘ Nummer kramen. Noch immer führen die Bayern die Bundesliga an, noch immer zählen sie zu den Top-Favoriten auf die Champions League und noch immer wirbeln sie (meistens) sämtliche gegnerischen Abwehrreihen durcheinander.

Fakt ist aber auch, dass Flick für das Erreichen der hohen bayerischen Ziele seine drei Leiden aus Defensiv-Problemen, Leistungstief der Triple-Helden und Quasi-keine-Hilfe der Neuzgänge abstellen muss. Sicher, die Gnabrys, Alabas und Süles dieser Welt werden ihre Form wieder finden. Und auch die Neuzugänge werden irgendwann in München angekommen sein. Die Frage ist nur, ob bis dahin das polare Windband in der Stratosphäre erneut eingebrochen sein wird. (Von Nico Scheck)

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