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Aus in der Champions League – und jetzt? Gefährliche Tage für den FC Bayern

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Von: Alexander Kaindl

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Der FC Bayern München scheidet wieder im Champions-League-Viertelfinale aus. Was passiert jetzt mit Leistungsträgern wie Robert Lewandowski? Schwere Zeiten drohen.

München - Triple? Double? Nein. Am Ende wird es ein Single. Der FC Bayern München* hat sich aus der Champions League verabschiedet. Das späte 1:1 gegen den FC Villarreal wird die unmittelbare Zukunft des Rekordmeisters nachhaltig beeinflussen. Nicht nur für die laufende Saison, in der jetzt nur noch die Meisterschaft möglich - und ziemlich wahrscheinlich - ist.

Dieser einzige Schuss auf das Tor von Manuel Neuer, dieser Ball, den der eingewechselte Samuel Chukwueze in der 88. Minute dieses 12. April 2022 nicht einmal richtig trifft. Der fliegt den Bayern jetzt so richtig um die Ohren. Der Treffer zum 1:1 schmerzt brutal, das weiß man in München nur zu gut. Ein Aus im Viertelfinale der Champions League* ist für den FC Bayern ungewohnt, Trainer Julian Nagelsmann bekannte nach dem Spiel selbst: „Das Halbfinale ist immer das Minimalziel.“ Dieses hat der FCB nicht erreicht - weder in der Königsklasse noch im DFB-Pokal. Und so wird die erste Saison Nagelsmanns eine durchschnittliche werden.

FC Bayern München: Gefährliche Tage nach dem Champions-League-Aus

Für die Bayern beginnen nun schwierige Tage und Wochen. Eine weitere Meisterschale - ja, ein schöner Erfolg. Aber in Sachen Vertragsverlängerungen mit Superstars zählen wahrlich andere Argumente. München gehört nicht zu den Top vier in Europa, schon zum zweiten Mal hintereinander ist im CL-Viertelfinale Schluss. Das auferlegte Selbstverständnis, zur Elite des Kontinents zu zählen, bröckelt. Sowohl sportlich als auch finanziell. Denn der Chukwueze-Schuss ist 12,5 Millionen Euro wert. So viel kassiert ein Halbfinalist in der Königsklasse. Ein Einzug ins Finale wird noch einmal mit mindestens 15,5 Millionen Euro belohnt - Gelder, die den Bayern nun fehlen.

Dabei hätten sie den einen oder anderen Schein sicher für die anstehenden Gespräche mit Robert Lewandowski, Thomas Müller, Serge Gnabry und Manuel Neuer gebrauchen können. Klubs aus England oder Spanien können diese ausbleibenden Einnahmen durch ihre Scheich-Millionen oder unglaublichen TV-Gelder besser auffangen. Und so locken sie natürlich die Stars aus der Bundesliga.

FC Bayern München: Lewandowski-Abgang nach CL-Aus?

Letztlich bleibt die Erkenntnis: Der Tabellensiebte aus Spanien war zu stark für den Giganten aus Deutschland. Und spätestens jetzt dürften die Spieler mit auslaufenden Verträgen darüber nachdenken, wie sie ihre persönliche Zukunft gestalten wollen. Allen voran: Robert Lewandowski*. In Polen wurde am Montag berichtet, dass der Stürmer zum FC Barcelona wechseln möchte. Bayern-Vorstandschef Oliver Kahn sagte dazu vor dem Villarreal-Spiel noch bei Amazon Prime: „Wir sind ja nicht verrückt und diskutieren jetzt über den Wechsel eines Spielers, der bei uns jede Saison zwischen 30 und 40 Toren macht.“ Der bis 2023 laufende Vertrag soll verlängert werden. Kahn bezeichnete die polnische Schlagzeile als „Nonsense-Geschichte“.

Fakt ist: Lewandowski hat mit den Bayern alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Sämtliche Bundesliga-Rekorde tragen seinen Namen. Ist da ein neues Kapitel nicht reizvoll? Sollte Lewandowski tatsächlich wechseln, droht dem FC Bayern ein gewaltiger Umbruch. Die Bosse um Sportvorstand Hasan Salihamidzic und Vorstandschef Kahn müssen nun viele Gespräche führen, um ihren Kader so schlagkräftig wie möglich halten zu können.

Auf Bayern-Sportvorstand Hasan Salihamidzic kommt nach dem Aus in der Champions League eine Menge Arbeit zu.
Auf Bayern-Sportvorstand Hasan Salihamidzic kommt nach dem Aus in der Champions League eine Menge Arbeit zu. © Moritz Müller / Imago

Lewandowski-Wechsel? Dem FC Bayern München drohen schwere Zeiten

Nach außen ist der FC Bayern natürlich weiterhin ein Gigant. Die Anziehungskraft des Vereins schwächt nach dem jüngsten Scheitern aber weiter ab. Beispiele gefällig? Auch bei Thiago war man sich sicher, dass er bleibt. Mit knapp 30 wollte er dann aber doch nochmal ein neues Abenteuer starten und wechselte 2020 nach Liverpool. Ähnlich war die Lage bei David Alaba, den es zu Real Madrid zog - unbestritten eine der größten Fußball-Marken der Welt. Der prominenteste Gegenspieler der Königlichen buhlt nun eben um Lewandowski.

So abwegig ist ein Transfer nach Barcelona also nicht, die Vergangenheit liefert den Beweis. Und sollte die bayerische Torgarantie tatsächlich wechseln - was passiert danach? Was denken andere Leistungsträger mit kurzer Vertragslaufzeit, wenn der beste Stürmer der Welt plötzlich weg ist? Ist dann überhaupt nochmal ein Champions-League-Halbfinale möglich? Oder begnügt man sich auf Dauer, „nur“ Deutscher Meister zu werden? Dem FC Bayern drohen ungemütliche Zeiten. (akl) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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