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Und tschüss: Hansi Flick, Noch-Bayern-Trainer. Foto: dpa
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Und tschüss: Hansi Flick, Noch-Bayern-Trainer.

FC Bayern

Konsequenter Abschied von Hansi Flick - wird er jetzt Bundestrainer?

  • Günter Klein
    VonGünter Klein
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Erfolgstrainer Hansi Flick wird den FC Bayern München am Saisonende verlassen, er will zum DFB, das ist klar.

Hansi Flick hatte nicht mehr dieses gräuliche Gestrüpp im Gesicht wie in den vergangenen Wochen, nur noch einen Schatten von Bart. Er hatte wieder das freundliche und offene Wunschschwiegersohn-Gesicht, als er am Samstag nach dem 3:2-Sieg in Wolfsburg die Kamerastationen abarbeitete: Sky, ARD, ZDF. Er errichtete keine von Genervtheit kündenden Nächste-Frage-Blockaden mehr, sondern löste offensiv die Rätsel um seine Zukunft.

„Ich möchte gerne am Saisonende raus aus meinem Vertrag, das ist Fakt.“ Nach dem Aus in der Champions League am Dienstag in Paris habe er diese Entscheidung getroffen und sie dann auch den Vereinsbossen mitgeteilt. Nach dem Schlusspfiff in Wolfsburg informierte er in der Kabine „meine Mannschaft“. Er wollte nicht, dass die Spieler es „aus dem Flurfunk“ erfahren. Er ist ihr Trainer, er ist es gerne, nach wie vor, er spricht von Stolz und Begeisterung. Er fühlt sich auch weiterhin dem FC Bayern verbunden, „bei dem ich meine erfolgreichste Zeit hatte als Spieler und jetzt als Trainer“.

Hansi Flick: Angeblich bisher kein Kontakt zum DFB

Warum er gehen will, weiß jeder, Flick muss den Namen von Sportvorstand Hasan Salihamidzic nicht nennen und die Zögerlichkeit der Vereinsgranden, sich in diesem Streit aus seiner Sicht sachdienlich zu positionieren, nicht erörtern – er kann sich gentleman-like darauf beziehen, dass das Interna seien und er sie nicht nach draußen tragen werde. Flick bewahrt Stil.

Ihm ist bewusst, dass die Entscheidungshoheit über die Auflösung seines bis 2023 laufenden Vertrags ohne Ausstiegsklausel der FC Bayern AG obliegt. Flick sagt: „Die Zukunft ist überhaupt nicht klar.“ Mit dem DFB, für den er gewiss der Bundestrainer-Topkandidat wäre, „gab es noch kein Gespräch, was das betrifft. Ich muss jetzt erst alles verdauen, für mich waren die letzten Wochen auch nicht ganz easy.“ Die Bayern können Ablöse für Hansi Flick verlangen, was einen reibungslosen Wechsel zum Verband nach Frankfurt verkomplizieren würde.

Hansi Flick als Löw-Nachfolger?

Hansi Flick wirkte, obwohl noch vieles zu klären ist, erleichtert. Er hat für sich den Weg aus einer Situation gefunden, die ihn belastete. Es ist ja nicht so, dass Trennungsentscheidungen kein Bestandteil seiner Biografie wären. Als Spieler kündigte er 1990 seinen Vertrag, obwohl sein Lehrmeister und heutiger Freund Jupp Heynckes Bayern-Trainer war – zu oft waren Aufstellungsentscheidungen gegen ihn gefallen. 2017 warf er als Sportdirektor beim DFB hin, weil es ihn zermürbte, dass er in der föderalen Verbandsstruktur Veränderungsprozesse nicht durchbrachte.

In Hoffenheim endete seine Tätigkeit im Management nach einem halben Jahr (2018), weil Peter Görlich, einer der beiden bereits vorhandenen Geschäftsführer, nichts von seinem Verantwortungsbereich abgeben wollte und Flick permanent auflaufen ließ.

Die Bayern schweigen

Als extrem ehrgeizig und durchaus durchsetzungsfähig beschreiben ihn Weggefährten – doch sich an klassischen Machtkämpfen und Schlammschlachten zu beteiligen, entspräche nicht Flicks Naturell. Dass er zu Salihamidzic kürzlich „Halt endlich dein Maul“ sagte, ist wahrscheinlich der Gipfel der Flick’schen Beleidigungs-Historie. Flick, für den sofort der Leipziger Coach Julian Nagelsmann als potenzieller Nachoflger gehandelt wurde, agiert still und verbindlich. Jogi Löw, der Noch-Bundestrainer, beschreibt seinen langjährigen Assistenten und voraussichtlichen Nachfolger als Teamarbeiter, als „denjenigen, der alle vereint hat, Trainer, Spieler und Betreuer. Es ist nichts Gekünsteltes an ihm, er muss nicht laut werden, um gehört zu werden.“

Der FC Bayern hat Flick trotz seiner Erfolge womöglich ein letztes Mal unterschätzt, Karl-Heinz Rummenigges Bruder Michael schrieb noch am Samstag in einer Zeitungskolumne, er sei sicher: Flick bleibe, denn Kalle habe sich das in den Kopf gesetzt. Der FC Bayern wirkte, obwohl von seinem Trainer ins Bild gesetzt, kalt erwischt. Die Bayern sind ein eigenes und erfolgreiches Medienhaus, das alle Kanäle bespielt. Nach Hansi Flicks Entscheidung herrschte Schweigen.

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