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Abgang der Gescheiterten - mittendrin der gefeuerte Trainer Koeman.
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Abgang der Gescheiterten - mittendrin der gefeuerte Trainer Koeman.

Der Niedergang des FC Barcelona

FC Barcelona: Das Ende einer Ära

  • Thomas Kilchenstein
    VonThomas Kilchenstein
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Die einst ruhmreichen Kicker aus Katalonien geben ohne ihre Identifikationsfigur Lionel Messi ein fast bemitleidenswertes Bild ab. Da ist nicht mehr viel von atemraubenden Fußball. Ein Kommentar

Das letzte Mal, als geraunt wurde, die Ära des FC Barcelona könnte sich dem Ende zuneigen, war vor vier Jahren. Da hatten die Katalanen gerade ein Champions League-Achtelfinale in den Sand gesetzt: 0:4 bei Paris St.Germain. Doch im Camp Nou entstieg Phönix der Asche und Barca gewann wundersam mit 6:1. Kevin Trapp, seinerzeit im Pariser Tor, wird. wie viele, diese 90 unglaublichen Minuten nie vergessen. Die Ära FC Barcelona war keinesfalls zu Ende, es folgten noch ein paar Meisterschaften und nationale Pokale. Was man halt so gewinnt als Klub, der in der heimischen Liga nur einen natürlichen Feind hatte.

Mittlerweile sagen die Zeichen an der Wand etwas anderes: Das ist nicht mehr der FC Barcelona, der über Dekaden hinweg die Fußballwelt mal mit Tiki-Taka-Fußball, mal mit der holländischen Phase in Verzückung setzte, bei dem alle Weltstars irgendwann mal gekickt haben: Stoitschkow, Maradona, Romario, Ronaldo, Ronaldinho, Luis Figo, Eto’o, Iniesta, Guardiola, Xavi, Ibrahimovic, Messi, Neymar. Und sie hatten alles abgeräumt, was es abzuräumen gab, Klub-Weltmeister, Champions League, Super-Cup, seit 2003 ist Blaugrana in Spanien entweder Erster oder Zweiter geworden. Sie waren stilbildend für Jahrzehnte, gaben den Trend vor, galten als Vorbild - einmal nur auftrumpfen wie Barca.

Inzwischen geben die Ruhmreichen aus Katalonien, „mes que un club“, ohne ihre Identifikationsfigur Lionel Messi ein fast bemitleidenswertes Bild ab. In der Tabellen auf Platz neun abgerutscht, gegen alle großen verloren, gegen Bayern (0:3), Real Madrid (1:2), Benfica Lissabon (0:3), Atletico (0:2). Da ist nicht mehr viel von atemraubenden Fußball. Ein weitgehend blutleeres Team, mühsam von Oldie Sergio Busquets zusammengehalten, taumelt durch die Liga. Und Trainer Koeman, als Spieler einst verehrt, nun gescheitert, den dringend notwendigen Umbruch zu managen, ist längst Vergangenheit. Xavi, noch so eine Ikone, soll es richten, die Barca-Legende hat seine Karriere seit 2015 in Katar ausklingen lassen, er ist dort Trainer bei Al-Sadd. Kann er die glorreichen Zeiten zurückbringen?

Zweifel sind erlaubt. Barca hat zu viele strukturelle Probleme. Die Verbindlichkeiten sollen sich auf kaum zu glaubende 1,7 Milliarden Euro belaufen. Unlängst musste bei Goldman Sachs ein Kredit von 500 Millionen Euro aufgenommen werden. Allein Messi, der die Rotblauen knapp 20 Jahre von Erfolg zu Erfolg schoss, soll zwischen 2017 und 2021 fast eine halbe Milliarde Euro kassiert haben. Wegen der Auflagen des Financiel Fair Play hätte sich Barca Messi auch dann nicht leisten können, wenn er für umsonst gespielt hätte. Xavi tritt kein leichtes Amt an. Womöglich ist jetzt tatsächlich eine Ära zu Ende gegangen. Traurig genug wäre es.

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