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Der große Moment in Brasilien: Löw und Flick werden Weltmeister. Foto: dpa
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Der große Moment in Brasilien: Löw und Flick werden Weltmeister.

Vor dem Liechtenstein-Spiel

Familienfest mit und für Jogi

  • Jan Christian Müller
    VonJan Christian Müller
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Wie der Deutsche Fußball-Bund den Abschied von Ex-Bundestrainer Joachim Löw organisiert.

Thomas Beheshti und sein Organisationsteam haben schon am Sonntag ihr Büro im Wolfsburger Nobelhotel unweit der Fußballarena eingerichtet. Das gehört zur professionellen Vorbereitung. Der Teammanager der deutschen Fußball-Nationalmannschaft hat vor dem WM-Qualifikationsspiel gegen Liechtenstein besonders viel zu tun. Denn am Donnerstag (20.45 Uhr/RTL) wird kein Geringerer als Joachim Löw - nach dem EM-Aus nicht durchs großes Tor, sondern durch die Hintertür gegangen - offiziell in der Arena verabschiedet.

Das heißt: Zusätzlich zu den 60 Leuten im DFB-Tross, für die Anreise, Aufenthalt und Abreise ohnehin organisiert werden müssen, kommen noch einmal mehr als 20 langjährige Wegbegleiter des ehemaligen Bundestrainers nach Wolfsburg. Thomas Beheshti, ein entspannter Typ, den so schnell nichts aus der Ruhe bringt, nennt es eine „kleine Challenge“. Sami Khedira, Per Mertesacker, Lukas Podolski, Mario Gomez und Jerome Boateng gehören zu den Gästen. Sie und noch viele andere mehr wollen es sich nicht nehmen lassen, sich vom allseits geachteten Löw nach 17 Jahren im Verband, 15 davon als Bundestrainer, persönlich zu verabschieden.

Für den DFB hat Praktikant Benedikt Höwedes den Job als Projektleiter nur allzu gern übernommen. Der ehemalige Verteidiger gehörte zu Löws Stammmannschaft beim WM-Titel 2014 und verpasste keine einzige Spielminute in Brasilien. Als rechte Hand von Oliver Bierhoff hat Benni Höwedes die Ehemaligen abtelefoniert und über das DFB-Exekutivbüro offiziell einladen lassen. Im weit verzweigten DFB-Netzwerk galt es viel abzustimmen und tunlichst darauf zu achten, die Compliance-Regeln einzuhalten, um nicht mit den Steuerbehörden zu kollidieren. Löw wird sehr persönliche Abschiedsgeschenke erhalten.

„Es ist Oliver Bierhoff, dem aktuellen Trainerteam um Hansi Flick und allen Kollegen im Team hinter dem Team ein großes Anliegen, dass Jogi noch einmal eine gebührende Plattform, einen würdigen Abschied in einer ausverkauften Arena bekommt, und diesen Rahmen schafft ihm der DFB“, sagt Beheshti. „Dass viele seiner ehemaligen Spieler kommen, sagt viel darüber aus, wie viel Respekt er sich verdient hat.“

Beheshti selbst bezeichnet Löw als einen „beeindruckenden Menschen, der uns im Team hinter dem Team immer am Erfolg hat teilhaben lassen und in schlechteren Zeiten, die es ja auch gab, den Druck nie an uns weitergereicht hat.“ Diese Qualität, sagt der 41-Jährige, „hat die Arbeit mit ihm immer zu etwas besonderem gemacht“.

Trip nach Katar

Der DFB musste eigens bei der Uefa beantragen, dass nach dem Auflaufen der Mannschaften noch eine Abschiedszeremonie erlaubt wird, um den Ex-Bundestrainer entsprechend zu ehren. Löw hatte erst ein wenig Abstand gewinnen und seinen Nachfolger Hansi Flick sich in Ruhe einarbeiten lassen wollen. Deshalb hat es bis November gedauert. Nach dem Spiel werden Löw und die ehemaligen Nationalspieler gemeinsam mit dem aktuellen Team noch im Hotel zusammenkommen. Es wird wie ein Familienfest. Auch der langjährige Teamarzt Sepp Schmidt, Ex-Bundestorwarttrainer Andy Köpke, Löws vormaliger Assistent Thomas Schneider und sein vertrauter Chefscout Urs Siegenthaler sind mit dabei und werden verabschiedet.

Nach dem Exkurs in die Vergangenheit steht für das Orga-Team der Blick in die Zukunft an. Noch in diesem Jahr wird Beheshti ein weiteres Mal an der Seite von Bierhoff nach Katar fliegen. Beide waren seit Herbst 2018 schon mehrfach dort, um optimale Bedingungen für den Aufenthalt bei der WM 2022 im kommenden November und Dezember auszuloten und sich ein Netzwerk aufzubauen. Diesmal wird Bundestrainer Hansi Flick mit seinem Trainerteam mit vor Ort reisen.

Flick kennt Katars Hauptstadt Doha schon aus Trainingslagern mit dem FC Bayern, die der nationale Branchenführer seit Jahren direkt an der voluminösen Aspire Academy mit Top-Rasenplätzen und einem zugehörigen Indoor-Stadion aufschlägt. Der DFB plant jedoch, außerhalb der während der WM mutmaßlich heillos überlaufenen City eine Bleibe zu finden. Ein Innenstadthotel mit 25 Stockwerken und Fenstern, die sich nicht öffnen lassen, soll es nämlich nicht werden. Und auch keine dieser großzügigen Villen-Compounds, die im Emirat gerade mitten in der Wüste wie Pilze aus dem Boden schießen, in denen reiche Katarer mit ihren Familien die Wochenenden verbringen. Denn mitten in der Wüste ist es nicht so einfach, gute Fußballplätze zu finden.

Was Beheshti bei seinen Besuchen im Scheichtum schon festgestellt hat: Die Partner dort sind zuverlässig. Es wird keine Last-Minute-Aktion wie 2010 in Südafrika und 2014 in Brasilien. Seinerzeit hatten die Nationalspieler anfangs noch gleichzeitig mit Bauarbeitern im WM-Basecamp verbracht. Sportlich lief es jeweils dennoch herausragend. Auch dank eines Mannes, der jetzt noch ein letztes Mal da ist: Jogi Löw.

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