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T-Online ist nur eines von einer ganzen Reihe von Portalen in Deutschland und Österreich, die einen "fiktiven Brief des kroatischen Nationaltrainers" für bare Münze nahmen.

Fußball-WM

Falschmeldung über kroatische WM-Spenden

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Klingt zu schön, um wahr zu sein: Die kroatische Nationalmannschaft spendet ihre kompletten WM-Prämien zugunsten von Kindern, berichten mehrere Online-Portale. Stimmt nur leider nicht.

Es könnte der krönende  Abschluss eines Fußball-Sommermärchens sein. Am Donnerstag verbreiten Internetseiten aus Deutschland und Österreich die vermeintlich gute Nachricht, dass sich die kroatische Nationalmannschaft – die am Sonntag zum Vize-Weltmeister wurde - dazu entschlossen hat, ihre gesamten WM-Prämien zu spenden. Das Geld, so heißt es übereinstimmend in allen Berichten, soll einem Fonds zugutekommen, der bedürftigen kroatischen Kindern Urlaube am Meer ermöglicht. 

Doch während die kroatische Fußballmannschaft zumindest im sportlichen Sinne ein „wahres Märchen“ geschrieben hat, handelt es sich bei der Geschichte mit den gespendeten Prämien um eine komplette Falschmeldung. Eine, die auch von seriösen Medien wie der Rheinischen Post geteilt wird.

Als Quelle für die Behauptung führen sämtliche Medien einen offenen Brief des Nationaltrainers Zlatko Dalic an. Darin soll dieser die großzügige Spende des Teams angekündigt haben. Der „Brief“ existiert tatsächlich. Verfasst hat ihn allerdings nicht Zlatko Dalic.

Kolumne aus dem „Paralleluniversum“

Vielmehr handelte es dabei um eine Kolumne des kroatischen Webportals dalicom.eu, die bereits vor knapp fünf Tagen veröffentlicht wurde. Der offene Brief, der vom Autor Igor Premuzic verfasst wurde und im Original die Unterzeile „Paralleluniversum“ trägt, setzt sich in Form eines fiktiven „offenen Briefes“ des kroatischen Nationaltrainers mit der teils bitteren sozialen Realität in Kroatien auseinander. Neben der Spendenankündigung werden darin unter anderem auch alle „Politiker und Vertreter der Regierung“ aufgefordert, sich von der Nationalmannschaft fernzuhalten.

Seit der Veröffentlichung kursieren allerdings in den sozialen Netzwerken massenhaft Screenshots des Textes, welche sowohl den Titel des Textes als auch die Unterschrift des tatsächlichen Autors weglassen. Diese scheinen nun auch einige Redaktionen im deutschsprachigen Raum erreicht zu haben.

Die FR hat dennoch eine Anfrage an den kroatischen Fußballverband gerichtet. Eine Antwort steht noch aus. Gegenüber dem Portal Sport 1 – das die Nachricht von der großzügigen WM-Spende zunächst ebenfalls verbreitet hatte – dementierte Tomislav Pacak vom kroatischen Fußballverband die Geschichte inzwischen. „Das ist eine ausgedachte Geschichte“, erklärte Pacak. Hätte es eine entsprechende Spende gegeben, wäre dies – wenn überhaupt – auf der offiziellen Internetseite des Verbandes bekannt gemacht worden.  

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