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Thorsten Fischer.
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Thorsten Fischer.

Kommentar

Falscher Alarm

  • Jan Christian Müller
    vonJan Christian Müller
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Kickers-Investor Thorsten Fischer hat seinen über Monate angehäuften Ärger über tatsächliche oder vermeintliche Benachteilung seines Vereins mit seinem Millionen-Sponsoring beim Deutschen Fußball-Bund verknüpft. Das ist die falsche Art, Alarm zu machen. Der Kommentar.

Beim nächsten Auswärtsspiel des Zweitligaletzten Würzburger Kickers am Samstag beim FC St. Pauli möchte man lieber kein Schiedsrichter sein. Dort unabhängig und unparteiisch zu pfeifen, dürfte zu einer extremen Herausforderung werden. Besonders dann, wenn es zu einer kniffligen Situation kommt.

Denn der erfolgreiche Online-Druckerboss und erfolglose Kickers-Investor Thorsten Fischer hat seinen über Monate angehäuften Ärger über tatsächliche oder vermeintliche Benachteilung seines Vereins mit seinem Millionen-Sponsoring für seine Firma Flyeralarm beim Deutschen Fußball-Bund verknüpft. Das ist die falsche Art, Alarm zu machen. In seiner ersten Wut über einen nicht erfolgten Platzverweis gegen einen gegnerischen Spieler beim 1:1 der Würzburger gegen den 1. FC Nürnberg kündigte der mächtige Aufsichtsratschef zunächst an, sämtliche Partnerschaften mit dem DFB aufzukündigen. Etwas später ruderte er ein Stück zurück und ließ wissen, das Engagement als Namenssponsor der Frauen-Bundesliga werde noch einmal überdacht.

Der Vertrag läuft bis 2023 und ist für die finanzschwachen Klubs der Frauen-Bundesliga überlebenswichtig. Das dokumentiert, welch großen Druck der Selfmade-Unternehmer, der außerdem Bandenwerbung bei den Länderspielen schaltet, gerade ausübt. Ganz im Sinne von Kickers-Berater Felix Magath übrigens, der wissen ließ, er stehe „zu 100 Prozent zu der Entscheidung, die überfällig“ sei. So lässt sich, ganz nebenbei, wunderbar ablenken davon, dass die eigene Performance jedenfalls schlechter ist als die der Schiedsrichter und deren Videoassistenten.

Tatsächlich stimmt es: Einige der von Fischer monierten elf Entscheidungen dieser Saison gegen die Würzburger Kickers (vom falsch gegebenen Eckball bis zum nicht erkannten Abseits) lassen sich tatsächlich in der Kategorie „hanebüchen“ verorten. Der DFB hat sich einmal sogar ausdrücklich entschuldigt. Dass Fischer nun aber von „mutwilligen Fehlentscheidungen“ spricht, dürfte sich allenfalls mit falsch kanalisiertem Frust erklären.

Der gute Mann ist es halt gewohnt, dass nach seiner Pfeife getanzt wird. Seine Online-Druckerei ist auch dank klugen Marketings rasant gewachsen, Fischer hatte eigentlich vor, auch im Profifußball am ganz großen Rad zu drehen. Dafür hat er Altmeister Magath ein wenig großspurig als „Head of Flyeralarm Global Soccer“ eingestellt. Magath sollte als Berater der Kickers in Würzburg und des österreichischen Bundesligisten Admira Wacker Mödling das Siegergen mitbringen. Mit bislang bescheidenem Erfolg. Beide Klubs sind Letzte ihrer Ligen. Gerade erst ist Magath in Mödling zurückgetreten.

Im Grunde demonstriert die Tatsache, dass die Gilde der Referees durch Entscheidungen pro Würzburg nicht auffällig geworden ist, sogar deren bisherige Unabhängigkeit. Denn noch viel schlimmer als der eine oder andere falsche Pfiff gegen die Kickers wäre es ja, würde Würzburg bewusst bevorzugt, weil der Klub-Investor den DFB sponsert. Das würde dann den Tatbestand der Bestechlichkeit erfüllen.

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