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Auch die Fans hielten inne.
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Auch die Fans hielten inne.

EM 2021

Fall Eriksen: Deutscher Teamarzt lobt Ärzte

  • Jan Christian Müller
    VonJan Christian Müller
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Der DFB-Doktor Tim Meyer über den Fall Christian Eriksen: „Leben gerettet“.

Der deutsche Mannschaftsarzt Professor Tim Meyer hat die medizinische Betreuung des kollabierten dänischen Mittelfeldspielers Christian Eriksen in Kopenhagen gelobt. Der Internist war Sonntag aus gegebenem Anlass kurzfristig vom DFB zu einer virtuellen Pressekonferenz zugeschaltet worden. „Das hat vor Ort sehr gut funktioniert. Man hat durch schnelle und adäquate Reaktion das Leben des Spielers retten können“, sagte Meyer. Der Wissenschaftler aus Saarbrücken ist auch Vorsitzender der Medizinischen Kommission der Uefa. Deren Konzept sei bereits optimiert: „Man kann nicht mehr tun, als einen Notarzt am Spielfeldrand zu positionieren.“

Grundsätzlich, so der anerkannte Experte, „werden wir diese Fälle nie gänzlich vermeiden können. Wir sind aber mit unserem System sehr, sehr gut aufgestellt.“ Wenn er aus Sicht eines Wissenschaftlers spreche, „könnte man sagen: Wir machen zu viel. Die Empfehlungen auf europäischer Ebene liegen weit unter dem, was wir tun“. Er selbst trage bei jedem Spiel einen Defibrillator im Rucksack bei sich, zudem sei ein solches Gerät, das mithilfe von Stromstößen den Herzrhythmus wieder herstellen kann, noch am Spielfeldrand vorhanden.

Das medizinische Vorsorgesystem für Leistungssportler in Italien, wo Eriksen als Profi bei Inter Mailand spielt, sei vorbildlich und gelte als Blaupause für andere Länder. Auch Amateursportler würden in Italien sehr umfangreich gescreent. Grundsätzlich handele es sich dabei um eine Frage, die auch mit Kosten und Nutzen zusammenhänge und damit, inwieweit die Krankenkassen solche Untersuchungen erstatten würden. „Bei Männern ab 40 und Frauen ab 45, die Wettkampfsport betreiben, würde ich zu einer solchen kardiologischen Untersuchung raten.“

Meyer wies ausdrücklich darauf hin, dass es sich im Fall Eriksen „nach allem, was mir zugetragen wurde“ nicht um Folgen einer Covid-19-Erkrankung oder Impfung gehandelt habe.

Im deutschen Lager seien die Ereignisse „am Anfang sichtlich von den Eindrücken geschockt“ aufgenommen worden. Die Spieler hätten „viel Informationsbedarf“ gehabt, so Meyer. „Die Tatsache, dass Eriksen wohlauf zu sein scheint, hat uns sehr weitergeholfen aus der Situation heraus.“ Das DFB-Team schickte noch am Abend ein gemeinsames Foto in die Sozialen Netzwerke: „Lieber Christian Eriksen, wir sind in Gedanken bei Dir und wünschen Dir gute Besserung“.

Der deutsche Abwehrspieler Antonio Rüdiger sagte, er könne sich nicht vorstellen, dass er nach einem solchen Schockerlebnis in der Lage gewesen wäre, weiterzuspielen. Vor Ort sei das aber offenbar von beiden Mannschaften anders bewertet worden. Rüdiger wünschte vor allem Eriksens Familie „viel Kraft“.

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