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Ein Fadenkreuz über dem Gesicht Dietmar Hopps.

TSG Hoffenheim - Borussia Dortmund

Fadenkreuz-Plakate sind unterste Schublade

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Widerwärtige Fadenkreuz-Plakate überspannen fast einen halben Gästeblock beim Spiel zwischen Hoffenheim und Dortmund - da ist es an der Zeit, klar Stellung zu beziehen. Ein Kommentar.

Es ist schon bemerkenswert, wie reflektiert sich Julian Nagelsmann über strittige Themen äußert. Der beste Satz zu den erneut hässlichen Begleiterscheinungen des beinahe schon historisch aufgeladenen Duells zwischen der TSG Hoffenheim und Borussia Dortmund mit den mittlerweile schon obligatorischen Schmähungen und Verunglimpfungen des TSG-Mäzens Dietmar Hopp kam im Nachgang nämlich vom jüngsten Fußballlehrer der Bundesliga. Man spreche immer davon, dass sich der Fußball von den Fans wegbewege, sagte der 31-Jährige also, vielleicht sollten sich auch die Fans wieder mehr zum Fußball hinbewegen. Nagelsmann hat den Nagel auf den Kopf getroffen.

Die Selbstgerechtigkeit, mit der sich ein Teil der Fanszene anmaßt, über das Gute und Böse in diesem Business richten zu können, wirkt verstörend. Und wenn widerwärtige Fadenkreuz-Plakate fast einen halben Gästeblock überspannen, ist es an der Zeit, klar Stellung zu beziehen; auch auf die Gefahr hin, dass einige Unverbesserliche bald die nächste Eskalationsstufe zünden. Aber haben das jene schwarz-gelben Wirrköpfe nicht schon getan, die in der Rhein-Neckar-Arena die Sanitäranlagen verwüsteten?

Und bitte: Wie können angebliche Unterstützer eines Klubs, dessen Mannschaft selbst zur Zielscheibe eines nur durch großes Glück halbwegs glimpflich ausgegangenen Anschlags wurde, solche „Hasta la vista, Hopp“- Banner ausrollen? Selbst mit geistiger Umnachtung ist das schwerlich zu erklären. Wenn der Betroffene dagegen vorgeht, ist das nur legitim. Und kann dem Mehrheitseigner zum Vorwurf gemacht werden, dass er Strafanträge gegen 30 BVB-Anhänger stellt und sie wegen Verfehlungen aus der Vorsaison mit einem Hausverbot belegt? Wohl kaum.

Ein Fußballstadion ist kein rechtsfreier Raum, in dem jeder tun und lassen kann, was er möchte. Sondern mit Erwerb der Eintrittskarte unterwirft sich der Ticketinhaber einer Hausordnung. Vergessen wird in der Dauerfehde gerne, dass der inzwischen 78 Jahre alte Hopp vor einem Jahrzehnt noch Dortmunder Fanvertreter einlud, um den Dialog zu suchen. Danach wurde auch von Vereinsseite zu viel übereinander statt miteinander geredet.

Natürlich haben auch die TSG Hoffenheim (und damit auch Hopp) eine Mitschuld daran, dass die Gemengelage so verfahren ist. Die schlagzeilenträchtige Beschallungsaffäre aus dem Jahre 2011, bei der angeblich ja der Hausmeister Gästefans mit Hochfrequenztönen malträtierte, erweckte einen mehr als unglücklichen Eindruck. Was jetzt jedoch passierte, war unsäglich. 

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