Auch er bekommt die Werkself nicht in den Griff: Trainer Peter Bosz.
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Auch er bekommt die Werkself nicht in den Griff: Trainer Peter Bosz.

Bayer Leverkusen

Das ewige Phlegma

  • Thomas Kilchenstein
    vonThomas Kilchenstein
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Mal wieder stellen sich die Schönwetterkicker aus Leverkusen selbst ein Bein - man kennt das ja.

Lukas Hradecky, der meinungsstarke Torwart von Bayer Leverkusen, ist keiner, der um den heißen Brei herum redet. So macht er das immer, so hielt er es auch nach dem peinlichen 0:2 (0:1) bei Hertha Berlin, mit dem die Bayer-Elf sehr wahrscheinlich die Qualifikation für die Champions League in den Sand gesetzt hat. Hradecky senkte also den Daumen: „Die haben uns nicht geschlagen“, sagte er und meinte die Berliner, „wir haben uns selber geschlagen. Wir waren unser größter Gegner.“ In seinem harten finnischen Idiom klang die Abrechnung noch ein bisschen härter.

Aber der Mann, dessen Stern einst bei Eintracht Frankfurt aufging, hat ja Recht. Bayer Leverkusen, eine Mannschaft mit so viel Potenzial und unbändiger Spielfreude, hat es mal wieder geschafft, in der entscheidenden Phase zu patzen, und das gegen Hertha Berlin, ein Team jenseits von Gut und Böse, das die letzten drei Spiele allesamt verloren hatte. Die Königsklasse dürfte bei zwei Punkten Rückstand auf Borussia Mönchengladbach perdu sein, und damit auch die rund 20 Millionen Euro, die eine Teilnahme mindestens bringen. Mal wieder ist Bayer Leverkusen dem Ruf gerecht geworden, in Situationen, in denen es Spitz auf Knopf steht, zu versagen, sich selbst ein Bein zu stellen. „Vizekusen“ ist nicht zu Unrecht ein geflügelter Begriff.

Dieses manchmal so wunderschön Fußball spielende Team, das womöglich Kai Havertz und Leon Bailey am Saisonende verliert, schafft es einfach nicht, sein Phlegma in den Griff zu bekommen, auch zu beißen, wenn es wehtut. Bayer Leverkusen bleibt die Elf der Schönwetterfußballer, die viel versprechen und wenig halten. Und wer glaubt ernsthaft daran, dass sich das am 4. Juli im DFB-Finale gegen Bayern München ändert? Es ist ein Endspiel, und da geht es um was. Den letzten Titel übrigens holte die Werkself 1994, Hallenpokalsieger. 

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