Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Das Versagen: Manchester-Torhüter David de Gea scheitert an Villareal-Kollege Geronimo Rulli Foto: Kacper Pempel/afp
+
Das Versagen: Manchester-Torhüter David de Gea scheitert an Villareal-Kollege Geronimo Rulli

Fußball

Europa-League: Die Angst des Torwarts

  • Frank Hellmann
    VonFrank Hellmann
    schließen

Ausgerechnet der spanische Nationaltorwart David de Gea macht den Außenseiter FC Villareal zum Überraschungssieger.

Vermutlich musste das epochale Elfmeterdrama an der polnischen Ostsee genauso enden. David de Gea nahm nur kurz Anlauf, den Blick allein auf den Ball gerichtet – und vermutlich ahnte der Torwart von Manchester United schon, was kommen würde: Kollege Gerónimo Rulli wehrte ab. 11:10 im Elfmeterschießen für den FC Villarreal. Auf der Hintertortribüne im Danziger EM-Stadion schrien die Menschen in den gelben Trikots vor Freude: Der Klub aus dem 50 000-Einwohner-Städtchen im Osten Spaniens wird für seinen allerersten Titel mit der Teilnahme an der Champions League belohnt, die zwar auch der englische Vizemeister sicher hat, aber zweite Plätze zählen für den Renommierverein nicht. Das wusste auch Trainer Ole Gunnar Solskjaer: „So ist das im Fußball. Manchmal entscheidet ein Schuss eine Saison.“

Im Gegenzug wurde sein Gegenüber Unai Emery durch die Luft geworfen, der zum vierten Male die Trophäe holte, die er zuvor dreimal mit dem FC Sevilla (2014 bis 2016) gewonnen hatte. Dass ihn mit einem Fehlschuss der spanische Nationaltorwart auf den Thron hievte, entbehrt nicht einer gewissen Pikanterie. Nachdem je zehn Feldspieler beider Mannschaften getroffen hatten, verwandelte der Argentinier Rulli zunächst sicher gegen de Gea, um dann wieder seiner eigentlichen Betätigung nachzugehen. „Ich hatte noch nie einen glücklicheren Tag als heute“, beschied der 29-Jährige, der sich bei mindestens zwei eher ungelenk anmutenden Abwehrversuchen zuvor fast dagegen gewehrt hatte, in die Rolle des Matchwinners zu schlüpfen. Aber haltbare Elfmeter werden in keiner Statistik geführt. Nicht mal inoffiziell.

Ganz abgesehen davon hat de Gea jetzt bei seinem Arbeitgeber, wo die Stimmung wegen der absurden Absetzbewegung in Richtung Super League ohnehin angespannt ist, ein veritables Problem. Warum verdient ausgerechnet ihr Schlussmann so viel Geld, fragen sich die Anhänger:innen der Red Devils. Sein bis 2023 laufender Vertrag, nach endlosem Gezerre mitten in der Pandemie erneut verlängert, garantiert ihm 24 Millionen Dollar jährlich. Kein Ballfänger, auch nicht Manuel Neuer vom FC Bayern, wird besser entlohnt. Dass der 30-Jährige nicht in der Lage ist, ein Elfmeterschießen mit einer prächtigen Parade zu entscheiden, wirft ihm Spanien spätestens seit dem WM-Achtelfinale 2018 gegen Gastgeber Russland vor, als der 1,92-Meter-Mann keinen Schuss zu fassen bekam.

Die verschärften Regeln bei Elfmetern machen es den Torleuten seit zwei Jahren noch zusätzlich schwer. Sie sollen bekanntlich bei der Ausführung einen Fuß auf der Linie lassen. Ein Treppenwitz. Die Orgie vom Elfmeterpunkt steht nun in den Annalen eines Europapokalendspiels, das nach Treffern der Torjäger Gerard Moreno (29.) und Edinson Cavani (55.) zwischenzeitlich einige Unzulänglichkeiten aufwies. Übrigens haben die beiden Europa-League-Finalisten in einem von der Uefa ausgerichteten Vereinswettbewerb genau jenen Bestwert egalisiert, den in einem Vorrundenspiel zur Champions League auch Skonto und Ljubljana 1993/1994 schafften.

Statistiker suchen lange

Ansonsten hatten Statistiker auf höherer Vereinsebene nur ein Spiel im türkischen Pokal parat, als im Achtelfinale zwischen Galatasaray AS und Gençlerbirligi SK am 28. November 1996 sagenhafte 32 Strafstöße in Folge verwandelt wurden. 17:16 ging es aus. Galatasaray-Torhüter Hayrettin Demirbas brachte zwar seinen Schuss im Tor unter, ließ aber alle 17 Schüsse rein. Gençlerbirligis Keeper Kubilay Aydin sagte danach zu ihm: „Das ist für uns beide eine Schande, aber wenigstens einer wurde gehalten.“ hel

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare