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Hoch das Bein: Timo Werner im Training in Hamburg.
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Hoch das Bein: Timo Werner im Training in Hamburg.

Timo Werner im mentalen Aufbautraining

Es soll wieder wernern

  • Jan Christian Müller
    VonJan Christian Müller
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Der in die Kritik geratene Mittelstürmer vom FC Chelsea wird in den Tagen von Hamburg von Bundestrainer Flick besonders unterstützt

Timo Werner zieht an, kurzer Sprint mit dem Ball, Pass in die Mitte, Kai Havertz schließt direkt ab, Tor. Werner kann das, wenn er gut drauf ist. Im Training. Und manchmal auch im Spiel. Aber er braucht Sicherheit und Zuneigung, die fehlt ihm gerade in England ein bisschen. Das können alle sehen, die ihm in der Premier League beim Fußballspielen zuschaut. Freitagabend gegen Rumänien soll es wieder wernern. Bei ersten drei Länderspielen unter Hansi Flick war Timo Werner als einziger Spieler jede Minute auf dem Platz, erzielte in allen drei Spielen ein Tor, vergab beim 4:0 auf Island aber Werner-typisch eine Riesenchance. So ist das mit ihm schon oft gewesen. „Speedy“ Werner kann sich auf seine Technik nicht immer verlassen.

Dass es danach Kritik gibt, hat er zur Genüge erlebt. „Bei mir werden mittlerweile immer mehr die Fehlschüsse als die Tore gezählt.“ Er klingt dabei nicht beleidigt, eher belustigt. Werner hat sich eine gewisse Lockerheit angeeignet, die ihm früher fremd war. Vielleicht liegt es an dem britischen Humor, der auf ihn abstrahlt.

So sagt er mit feinem Hintersinn, er habe frohgemut registriert, dass „man hier hinkommt und einen Trainer vor sich hat, der dir von der ersten Minute an zeigt: ,Ich finde dich nicht blind,´ Werner räumt ein: „Die letzten Wochen waren schwierig bei Chelsea.“ Nach der Verpflichtung des belgischen Schranks Romelu Lukaku fand sich Werner öfter auf der Bank wieder, als ihm lieb war. Bei den Südlondonern ist man nicht ganz zufrieden mit dem Mann, der im Sommer 2020 für 53 Millionen Mark von RB Leipzig ausgelöst wurde.

Im Spitzenspiel gegen Manchester City war der Stürmer dann wieder in der Startelf, agierte aber im Kombinationsspiel fahrig und war sicher nicht unschuldig am entscheidenden 0:1, als er nicht energisch genug störte. Sein Klubtrainer Thomas Tuchel stört sich an manchen missglückten Aktionen des schnellen Konterstürmers. Tuchel sagt. Werner müsse noch einiges lernen, und er hat Recht damit. Gerade, was den ersten Kontakt angeht, hat der ehemalige Stuttgarter und Leipziger noch einigen Verbesserungsbedarf.

Beim Training mit dem DFB-Team in Hamburg sieht man den Bundestrainer auffällig oft mit Werner im Gespräch, und man hört, dass Flick den Angreifer mehrfach laut lobt, wenn diesem etwas besonders gut gelungen ist. Werner hat das natürlich registriert. Flick sei „sehr nah an den Spielern“, man dürfe auch Fehler machen, ergo: „Hansi ist ein super Trainer.“ Werner weiß aber auch, dass Flick sehr konsequent sein kann, wenn er einmal das Vertrauen verloren hat. Der Bundestrainer ist noch längst nicht soweit, er ist nach wie vor ein Werner-Fan, wollte diesen schon zu den Bayern holen. Die entschieden sich aber für Leroy Sané.

Werner, der sich im Sommer von seinem langjährigen Berater Karlheinz getrennt hat und zum engmaschig vernetzten Kölner Manager-Millionär Volker Struth gewechselt ist, soll die Nationalmannschaft auch ein bisschen als familiäre Oase empfinden, hofft Oliver Bierhoff. „Man hat schon im September gesehen, dass Hansi an ihn glaubt“, sagt der DFB-Manager. Die Nationalmannschaft sei für den 25-Jährigen auch eine Chance, „die muss er rechtfertigen, das wünsche ich ihm“.

Aber alle Beteiligten wissen natürlich, dass Werner zwar eine recht ordentliche DFB-Torquote aufweist - 19 Treffer in 45 Länderspielen -, aber auch ein Chancentod sein kann und überdies kein klassischer Mittelstürmer ist. Aber den gibt es derzeit auf diesem Niveau in Deutschland nicht, weshalb Werner am Freitagabend ziemlich sicher zwischen Leroy Sané und Serge Gnabry stürmen wird.

Seine Trefferquote in Leipzig war gut (95 Tore in 159 Spielen), beim FC Chelsea ist sie noch nicht einmal befriedigend (14 in 60 Partien), Werner weiß das selbst am besten. Er ist noch jung genug, um seine technischen Defizite aufzuarbeiten. Ballmitnahme und Chancenverwertung vor allem. Flick will ihm dabei helfen, wieder mehr Sicherheit zu gewinnen. Er sagt: „Timo kann mit seiner Entwicklung bei Chelsea sehr zufrieden sein.“ Thomas Tuchel sieht das etwas anders.

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