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Frust im Sitzen: Marco Reus.
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Frust im Sitzen: Marco Reus.

Schwache Leistung bei RB Leipzig

Es knirscht mal wieder bei Borussia Dortmund

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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Nach der verdienten 1:2-Niederlage in Leipzig ist Kapitän Marco Reus bedient, übt offene Kritik an der Taktik von Trainer Marco Rose – und der Meisterschaftszug rollt mal wieder ohne den BVB los.

Dem angefressenen BVB-Anführer stand der Frust ins Gesicht geschrieben. Deutlich. Unübersehbar. Marco Reus, in eine dicke Winterjacke eingemummelt, atmete immer wieder tief ein und aus, während er sich vor den TV-Kameras den Ärger über den bitteren Rückschlag auf der Bayern-Jagd von der Seele redete. Aber was heißt Bayern-Jagd? Dieses Dauerthema mit dem immer selben Ausgang dürfte sich für Borussia Dortmund schon früh in der Saison erledigt haben. Denkt wahrscheinlich auch Kapitän Reus, sagen wollte er das so freilich nicht, dafür arbeitete er sich an ganz anderen Missständen ab. Der Nationalspieler ließ sogar Dampf ab, als er zu seinem zwischenzeitlichen Ausgleichstreffer (52.) bei der 1:2 (0:1)-Niederlage im Topspiel bei Vizemeister RB Leipzig befragt wurde. „Mir scheißegal“, zischte er. Die Enttäuschung überlagerte alles.

„Wir wussten vorher, dass Leipzig noch aggressiver ist als unter Ex-Trainer Julian Nagelsmann. Und wir haben es gar nicht angenommen. Das ärgert mich am meisten“, sagte der 32-Jährige und stufte die Niederlage als absolut verdient ein: „Wir haben weniger Zweikämpfe gewonnen, und wir haben weniger Torchancen erzwungen. Die Leipziger hätten auch noch mehr Tore schießen können. Es ist ernüchternd, dass wir zu wenig investiert haben für so ein Spiel.“ So reichten den Sachsen die Tore von Christopher Nkunku (29.) und Yussuf Poulsen (68.) zum Erfolg.

Die Westfalen indes müssen aufpassen, dass das Spiel keine weiterreichenden Auswirkungen hat. In der Tabelle eilt Spitzenreiter FC Bayern davon und liegt vier Punkte vor dem BVB. Das Team von Trainer Marco Rose, das nach dem 1:3 in der Champions League gegen Amsterdam nun zwei Pflichtspiele in Folge verloren hat und in der Königsklasse zweimal gegen Ajax den Kürzeren zog, steht an einem entscheidenden Punkt, von dem es auch bergab gehen kann. Mann kennt das in Dortmund. Man ist es gewohnt.

Zu allem Überfluss kommt noch interner Ärger hinzu, denn Kapitän Reus nahm kein Blatt vor den Mund und wetterte gegen das System von Trainer Rose. „Die erste Halbzeit konnte man komplett vergessen. Wir haben in der zweiten Halbzeit auf Viererkette umgestellt. Das liegt uns deutlich besser, weil wir da viel aktiver sind. Zudem haben wir in der Fünferkette einen Mann weniger im Zentrum, der mit uns pressen kann. Damit kommen wir gar nicht klar, das muss man ganz klar sagen“, befand der Offensivakteur. Eine klare Ansage und eine nicht nur versteckte Kritik an seinem direkten Vorgesetzten. Das ist nicht alltäglich in der Branche mit alle seinen Sprechblasen und glattgebügelten Statements.

Trainer Rose wiegelte schnell ab. „Die Grundordnung ist immer das eine, die Bewegung in der Grundordnung ist das andere. Das haben wir in der ersten Halbzeit nicht so gut umgesetzt“, sagte er. „Es ist keine Frage des Systems. Die Diskussion erübrigt sich.“ Seltsame Replik irgendwie.

Es ist immer wieder interessant zu beobachten, wie unwichtig den hochbezahlten und -gelobten Fußballexperten urplötzlich die von ihnen ausgeklügelte Taktik zu sein scheint, wenn sie kritisiert wird – in diesem Fall sogar aus dem eigenen Zirkel. Marco Rose macht ganz sicher einen Fehler, wenn er über den nicht zu überhörenden Hinweis eines leitenden Angestellten auf dem Feld hinweggeht. Bekannt ist, dass Trainer per se kaum ein Korrektiv haben und Meinungen von außen nicht sonderlich ernstnehmen und an sich heranlassen – doch wenn ein Hilfeschrei aus den eigenen Reihen kommt, sollte ein moderner Coach wie Marco Rose, pädagogisch gewiss bewandert, sensibilisiert sein.

Denn der BVB ist in einer unangenehmen Situation. Der Meisterschaftszug setzt sich mal wieder ohne ihn in Bewegung, und die Abhängigkeit von Supermann Erling Haaland ist offenkundig, trotzdem kann das Fehlen des Norwegers nicht zum Alibi für alle Defizite dienen. Genauso wenig wie die vielen Verletzten. Die Bundesligapause kommt dem BVB in dieser Hinsicht gerade zupass – mental schleppt er allerdings ganz schön viel Ballast mit sich herum. dur/dpa/sid

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