1. Startseite
  2. Sport
  3. Fußball

„Es ist sehr ärgerlich“

Erstellt:

Von: Jan Christian Müller

Kommentare

Spätes Glück: Axel Witsel schießt den BVB zum Sieg in Mainz.
Spätes Glück: Axel Witsel schießt den BVB zum Sieg in Mainz. © IMAGO/Revierfoto

Borussia Dortmund gewinnt ein umkämpftes Spiel bei Mainz 05 glücklich mit 1:0 - die Gastgeber ärgern sich, auch über den Schiedsrichter.

Borussia Dortmund hat es dank eines überaus glücklichen 1:0 (0:0)-Sieges bei Mainz 05 durch ein heftig umjubeltes Tor von Axel Witsel in der 86. Minute geschafft, auf vier Punkte an den FC Bayern herankraxeln und so dafür zu sorgen, dass es im Titelkampf zumindest wieder ein bisschen kribbelt. Beobachtet von Bundestrainer Hansi Flick, dem neuen DFB-Präsidenten Bernd Neuendorf und 25 000 weiteren Zuschauenden, präsentierten beide Mannschaften vor der spektakulären Schlussphase lange Zeit spielerische Schonkost, garniert von herzhafter Zweikampfführung und abgerundet von dem einen oder anderen völlig überflüssigen Scharmützel.

„Manchmal kann man nicht schön spielen, manchmal muss man so spielen“, sagte Witsel nachher bei Dazn: „Ein sehr wichtiger Sieg für uns.“ Für den Mainzer Trainer Bo Svensson war es „kein 0:1-Spiel. Vielleicht war es ein 0:0-Spiel, das Dortmund glücklich gewonnen hat. Ich habe fast keine Chancen von ihnen gesehen. Es ist sehr ärgerlich.“

Ehe Fußball gespielt wurde, musste erst einmal gezählt werden. Denn beide Trainer mussten wegen Covid-19, Sperren und Verletzungen auf etliche Profis verzichten. Bei den Gästen fehlten: Raphael Guerreiro (Corona), Mats Hummels (Folgen von Corona) Manuel Akanji, Thomas Meunier, Youssoufa Moukoko, Dan-Axel Zagadou und Steffen Tigges (alle verletzt) sowie Kapitän Marco Reus erkrankt.

Bei den Gastgebern war klar, dass Alexander Hack und Dominik Kohr gesperrt sowie Jeremiah St. Juste und Ersatzkeeper Finn Dahmen verletzt waren und dass Delano Burgzorg wegen einer Herzmuskelentzündung nach Corona-Erkrankung länger pausieren muss. Zudem schafften es Jae-Sung Lee, Leandro Barreiro und David Nemeth nicht, nach Infektionen zeitig spielfähig zu werden.

Verbissene Spielführung

Beiden Teams fehlten also je acht regelmäßige Kadermitglieder, sodass auf den Ersatzbänken ein paar in der Bundesliga eher Unbekannte Platz nahmen, aber immer noch auch gestandene Spieler wie die später eingewechselten Erling Haaland, Julian Brandt und Giovanni Reyna (BVB), Jean-Paul Boetius, Aaron Martin und Daniel Brosinski (Mainz). Beachtlich, über wie viel Personal Bundesligatrainer selbst dann verfügen, wenn sehr viele Spieler unpässlich sind.

Aber ehrlicherweise war beiden Team der Schwund anzusehen. Stimmige Ballstafetten blieben auf beiden Seiten Mangelware. Umso verbissener ging es zur Sache. Svensson hatte in seiner Coachingzone viel zu meckern, man kennt das inzwischen von ihm. „Ich fand ein paar Entscheidungen komisch“, sollte er später sagen. Für Schiedsrichter Sascha Stegemann, fair von Svensson verabschiedet, war es wahrlich nicht leicht, die Grenze zwischen sehr hart und zu hart geführten Zweikämpfen auszumachen.

Genau dieses ständige Agieren hart an der Grenze des Erlaubten war die inzwischen ligaweit bekannte Strategie der griffigeren Nullfünfer. Es rummste ständig irgendwo. Der BVB nahm die robuste Spielweise zwar an und gab sie bisweilen zurück. Spielerisch war von den Gästen aber nicht viel zu sehen. Klar war aber auch, dass irgendwann der wiedergenesene Erling Haaland kommen würde. Und der Norweger, vor dessen Wucht die Mainzer gehörigen Respekt hatten, kam für Marius Wolf. 56 Minuten waren da gespielt. Zehn Minuten wehrte der gerade noch rechtzeitig von Covid-19 erholte 05-Keeper Robin Zentner den ersten und einzigen Haaland-Schuss ab.

Den Rheinhessen waren die kollektiven Corona-Folgen dann zwar anzusehen. Die Kraft ließ nach. Aber sie kämpften tapfer dagegen an. Am Ende sorgte eine individuelle Unaufmerksamkeit des eingewechselten Daniel Brosinski für die Niederlage, der vor dem entscheidenden Treffer die Freistoßflanke unterlief.

Auch interessant

Kommentare