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Erwachsene Darmstädter

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Von: Daniel Schmitt

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Mann des Spiels:Tobias Kempe, SV Darmstadt.
Mann des Spiels:Tobias Kempe, SV Darmstadt. Foto: dpa © dpa

Der SV 98 Darmstadt besiegt den 1.FC Nürnberg, ist nun acht Spiele ungeschlagen und damit ein Aufstiegskandidat. HSV am Platz an der Sonne.

Im Leben lernt man ja bekanntlich nie aus, was, nur logisch, auch für Fußballprofis gilt. Also haben sie richtig gebüffelt in der vergangenen Woche beim Zweitligaverein SV Darmstadt 98, haben die Spieler noch mal die Schulbank gedrückt bei Torsten Lieberknecht und letztlich zur Freude des Fußballlehrers genau das behalten, was er ihnen in stundenlanger Sisyphusarbeit eingetrichtet hat: das Verteidigen eines Vorsprungs. „Wir haben aus Kaiserslautern gelernt“, sagte Lieberknecht zufrieden und spielte auf das 3:3 zuletzt auf dem Betzenberg an, als die Südhessen zweimal vorne lagen und am Ende doch nur remis spielten. Und: „Wir haben insgesamt sehr schnell aus den letzten Spielen gelernt, in denen wir Führungen aus der Hand gegeben haben.“ Drei waren es an der Zahl.

Am Samstagmittag setzte sich der SV 98 im eigenen Stadion am Böllenfalltor verdient mit 2:0 (2:0) gegen den 1. FC Nürnberg durch. Tobias Kempe auf Vorlage von Braydon Manu (8.) sowie Stürmer Phillip Tietz nach einer Ecke von Tobias Kempe (27.) erzielten die Treffer. „Es war enorm wichtig, nach drei Unentschieden in Folge wieder einen Sieg zu holen. Überragend war, wie erwachsen wir den Sieg über die Zeit gebracht haben“, sagte Anführer Kempe, so etwas wie der Mann des Spiels, hatte er neben seines Führungstores und des Assists doch auch noch einen Becher von den Gästefans an den Hinterkopf geworfen bekommen. Kempe, einst selbst für den Club aus Nürnberg am Ball, hielt sich die schmerzende Stelle für einen Moment, stand dann aber rasch wieder auf und machte weiter. Sprich: Er machte nicht mehr draus, als er es musste. Gut so.

Die Darmstädter Leistung gegen die Franken war keineswegs eine herausragende, aber doch eine sehr routinierte, wie auch Coach Lieberknecht hinterher feststellte: „Wir haben gezeigt, dass Defensivarbeit gewinnbringend sein kann.“

HSV erklimmt die Spitze

Die Heimmannschaft verteidigte als starke Einheit, die Räume für die Nürnberger waren sehr eng, zu eng, um zu wirklich ernsthaften Torchancen zu gelangen. „Eine gute Leistung“, befand Tobias Kempe treffend. Die Lilien halten damit weiterhin engen Anschluss an die Tabellenspitze. Sie sind Dritter, seit acht Ligapartien ohne Niederlage und damit auch auf Sicht ein ernstzunehmender Aufstiegskandidat.

Nach der nun anstehenden Länderspielpause wartet auf die Darmstädter das schwierige Auswärtsspiel beim SC Paderborn, bei der Überraschungsmannschaft der bisherigen Saison, die am Sonntag allerdings in Fürth mit 1:2 verlor und damit die Tabellenführung der zweiten Liga an den Hamburger SV abgeben musste. Der Topfavorit auf den Aufstieg hatte sich bereits tags zuvor relativ locker im eigenen Stadion gegen Fortuna Düsseldorf durchgesetzt (2:0). „Wir sind ein richtig guter Haufen und die Fans treiben uns nach vorne“, sagte der Hamburger Trainer Tim Walter: „Jetzt sind wir da, wo wir hinwollen, und trotzdem sind wir noch lange nicht am Ende.“ Erst die Bundesliga-Rückkehr soll das Ende für die Hanseaten in dieser Spielzeit bedeuten.

Weiterhin eine gute Runde spielt der Aufsteiger aus Kaiserslautern, der dem 1. FC Heidenheim trotz langer Unterzahl am Sonntag ein 2:2 abtrotzte.

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