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Übernimmt für Horst Hrubesch: Martina Voss-Tecklenburg.

Martina Voss-Tecklenburg

Erste Ratschläge

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Die neue Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg übernimmt von Horst Hrubesch eine weitgehend intakte Frauen-Nationalmannschaft.

Die Gemütslage nach einem Unentschieden ist häufig recht zwiespältig. Umso wichtiger war es den Protagonisten der deutschen Frauen-Nationalmannschaft, nach der Nullnummer gegen Spanien die Deutungshoheit zum Abschluss des Länderspieljahres zu behalten. „Ein guter Test, der Spaß gemacht hat auf mehr“, befand Alexandra Popp im Erfurter Steigerwaldstadion. Die als Angreiferin ziemlich wirkungslose Kapitänin hätte es als schlimm erachtet, „wenn schon alles funktioniert.“ Was gäbe es vor der Frauen-WM nächsten Sommer (7. Juni – 7. Juli 2019) noch zu tun? Und vor allem: Was kann Martina Voss-Tecklenburg verbessern, wenn die Übergangslösung Horst Hrubesch alles gewinnt? 

Insofern war das erste Remis mit dem beim Abendessen stilecht bei Currywurst, Pommes Frites und Schokokuchen verabschiedeten 67-Jährigen ein Warnsignal: Spanien setzt im weiblichen Bereich die Trends nicht mehr nur im Nachwuchsbereich, sondern hat Nationen wie Österreich und Schweiz längst überholt. Während die spanischen Fußballerinnen acht Siege in der WM-Qualifikation einfuhren, schauen beide Alpenrepubliken beim Turnier in Frankreich nur zu. 

Womit sich bereits der Bogen zur DFB-Auswahl schließt, denn die wäre in den November-Tests ja eigentlich schon von Martina Voss-Tecklenburg betreut worden, wenn die Schweizer Nationaltrainerin nicht noch eine Ehrenrunde in den WM-Playoffs hätte drehen müssen. Dort scheiterten die Eidgenossen nun: Trotz einer 82-minütigen Überzahl gelang in Schaffhausen nur ein 1:1 gegen den Europameister Niederlande, der sich nach dem 3:0-Hinspielerfolg den letzten europäischen WM-Startplatz ergatterte.

Die Schweizer Leistungsdelle überlappte sich mit dem verkündeten Wechsel ihrer Vordenkerin. „Ich bin sehr, sehr traurig. Es überwiegt aber die Dankbarkeit für eine wunderbare Zeit“, bilanzierte Voss-Tecklenburg nach siebenjähriger Tätigkeit. Es ist ihr indes nicht gelungen, erfolgreich auf zwei Hochzeiten zu tanzen. Für die 50-Jährige stand es nie zur Debatte, die Zusammenarbeit vorzeitig zu kündigen. Hrubesch bestätigte, dass alle Maßnahmen beim deutschen Team seit Wochen in enger Absprache mit seiner Nachfolgerin erfolgt seien, die mit Britta Carlson und Thomas Nörenberg seine beiden Assistenten übernimmt. 

Ihre Vorstellung erfolgt am 30. November in der DFB-Zentrale. So durchsetzungsstark und selbstbewusst die 125-fache Nationalspielerin ist, so sehr wird sie darauf achten, die von Hrubesch wieder errichtete Basis nicht einzureißen. Lina Magull (FC Bayern) erzählte von den Leitsätzen, die verankert seien: weniger Ballkontakte, viel Kommunikation beispielsweise. Nicht zu verachten die persönliche Komponente: Das Binnenklima war bestens, weil viel leistungsfördernder als unter Steffi Jones. Zwischen Hrubesch und „seinen Mädels“ hat es auf zwischenmenschlicher Ebene hervorragend gepasst. Die Bekundungen sind keine Worthülsen gewesen.

Kluge Persönlichkeit

Wenn Hrubesch sagt, er hoffe, dass die Mannschaft „diesen Weg weitergeht“, dann findet sich darin der indirekte Ratschlag, seinen Pfad des gegenseitigen Respekts nicht zu verlassen. Voss-Tecklenburg ist indes eine kluge Persönlichkeit, die keine Effekthascherei braucht. Die Grundausrichtung wird sie ebenso wenig kippen wie die Verjüngung. Vor allem die Verletzungsproblematik mit vielen Langzeitausfällen macht es fast zwingend erforderlich, für den WM-Stamm ein breites Gerüst einzuplanen. Erste Fingerzeige dürfte im Januar ein Trainingslager auf Marbella geben.

Mit Giulia Gwinn (SC Freiburg), Lena Lattwein (TSG Hoffenheim) oder Sydney Lohmann (FC Bayern) kamen Talente der Jahrgänge 1999/2000 im letzten Spiel unter Hrubesch erneut zum Einsatz. „Wir müssen froh sein, dass wir diese Jungspunde haben“, sagte Popp. Die 93-fache Nationalspielerin vom VfL Wolfsburg ist übrigens diejenige, die aus ihrer Zeit beim FCR Duisburg einen besonderen Bezug zur neuen Bundestrainerin hat: „Martina hat mich damals geformt. Ich finde cool, dass sie es geworden ist. Sie war damals sehr temperamentvoll. Das soll sich ja nicht geändert haben.“ 

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