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Ernüchterung bei Hertha BSC: Ab in die Relegation

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Von: Frank Hellmann

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Untröstlich: Berlins Marvin Plattenhardt (links).
Untröstlich: Berlins Marvin Plattenhardt (links). © dpa

Hertha BSC bleibt unter „Retter“ Felix Magath der Umweg über die Relegation nicht erspart.

Nichts, was es im Fußball nicht gibt. Das wird nun auch Felix Magath denken, der im fortgeschrittenen Alter von 68 Jahren noch mal eine neue Erfahrung macht. Mag dieser Trainer auf Rettungen in letzter Minute gewissermaßen spezialisiert sein, hat er mit Hertha BSC vorerst nicht hinbekommen, was ihm Anfang des Jahrtausends erst mit Eintracht Frankfurt am letzten, dann mit dem VfB Stuttgart am vorletzten Spieltag glückte. Erstmals in seinem Trainerdasein muss der gebürtige Aschaffenburger also in die Relegation, weil die Berliner den Vorteil eines 1:0-Vorsprungs durch ein Elfmetertor von Ishak Belfodil bei Borussia Dortmund noch verspielte.

Klar, der Handelfmeter von Erling Haaland (68.) war umstritten, und Magath regte sich auch fürchterlich auf („Mit Sport oder Fußball hat das überhaupt nichts zu tun“), aber seine Mannschaft hätte immer noch das 1:2 von Youssoufa Moukoko (84.) verhindern können. Tat sie aber nicht. Und deshalb gingen danach viele Köpfe nach unten. „Das ist nicht der Worst Case“, sagte der Coach umgehend und betonte ausdrücklich: „Jetzt haben wir die Chance, zweimal zu zeigen, dass wir ein Erstligist sind!“ Man habe sich ja ohnehin „nichts vorzuwerfen“.

Doch wirkte die Alte Dame nach Schlusspfiff ermattet: Nach zwei vergebenen Matchbällen wackelt der Glaube, dass diese Horrorsaison ein gutes Ende nimmt. Einige Spieler weinten hemmungslos auf dem Rasen.

Bobic wie paralysiert

Auch Fredi Bobic wirkte zunächst so, als habe ihm jemand in Dortmund plötzlich den Boden unter den Füßen weggezogen. „Die Jungs sind total fertig“, sagte der Sport-Geschäftsführer, der selbst wie in Trance über den Platz geschlichen war. Der 50-Jährige nahm ähnlich wie Magath die Spieler in die Verantwortung: „Sie müssen jetzt den Glauben haben, es in diesen zwei Spielen zu reißen.“ Aber das Schütteln fällt schwer.

Der selbst ernannte Big-City-Club droht eine grandiose Bruchlandung hinzulegen – und wäre ein unrühmliches Beispiel dafür, wohin sinnlos verbranntes Investorengeld mitsamt Großmannssucht führen kann. Magath will den Absturz unter allen Umständen verhindern. Am Sonntag verließ er nach nicht einmal einer halben Stunde wieder das Hertha-Trainingsgelände: Während er den SV Darmstadt 98 beobachtete, fuhr sein Assistent Mark Fotheringham nach Rostock, um den Hamburger SV in Augenschein nehmen. Hertha hat zunächst am Donnerstag Heimrecht, die Entscheidung über die Erstliga-Zugehörigkeit fällt dann am 23. Mai. mit sid/dpa

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