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Eben noch im Pott, jetzt schon im Fürstentum: Naldo.

FC Schalke 04

Erkaltete Liebe

Naldo hat seine Zelte in Gelsenkirchen abgebrochen und spielt ab sofort in Monaco. Das ging schnell und erinnert an den Abgang eines anderes Schalker Abwehrchefs. Ein Kommentar.

Es ist gerade einmal zweieinhalb Monate her, da hat Ronaldo Aparecido Rodrigues, kurz Naldo, seinen Vertrag bei Schalke 04 bis 2020 verlängert. Sportvorstand Christian Heidel und Trainer Domenico Tedesco lobten den brasilianischen Innenverteidiger über die Maßen. Auch Naldo erklärte voller Pathos, dass sein Wechsel aus Wolfsburg nach Gelsenkirchen im Sommer 2016 die beste Entscheidung seiner Karriere gewesen sei. Noch mal zur Erinnerung: Das war am 17. Oktober.

Am Donnerstag hat Naldo seine Zelte bei den Königsblauen abgebrochen und sich dem abstiegsbedrohten französischen Erstligisten AS Monaco angeschlossen. Die Liebe zwischen Naldo und dem FC Schalke 04 ist rasant erkaltet und erinnert stark an den Abgang von Benedikt Höwedes.

Naldo hatte als Chef der Dreierabwehrkette und sieben Toren maßgeblichen Anteil an der Vizemeisterschaft der Knappen. Doch in dieser Saison war beim 1,98-Meter-Hünen wie im gesamten Team der Wurm drin. Nach vier Spielen in der Startaufstellung und vier Niederlagen zum Saisonstart hatte Tedesco Naldo als Schwachstelle ausgemacht und ihn auf die Bank gesetzt. Er durfte im Laufe der Saison zwar noch dreimal ran, aber Salif Sané, der im Sommer aus Hannover gekommen war, hatte ihm da schon den Rang als zentraler Mann in der Dreierkette abgelaufen.

Der Wechsel zeigt zum einen, wie wenig Verträge, auch wenn sie gerade erst verlängert wurden, zählen. Und wie schnelllebig und brutal das Fußballgeschäft ist. Die Schnelligkeitsdefizite konnte Naldo in einem gut funktionierenden Gesamtgebilde vergangene Saison mit überragendem Stellungsspiel wettmachen. Aber wenn es im gesamten Gebilde knirscht, fallen alle Defizite auf. Außerdem ist der Brasilianer mit deutschem Pass schon 36, ein Methusalem in der Fußballbranche also.

Schalke muss jetzt auf dem Transfermarkt reagieren, denn nur auf Sané, Matija Nastasic und Benjamin Stambouli zu setzen, wird nicht ausreichen, um sich aus dem Tabellenkeller der Bundesliga zu befreien. Und die ohnehin arg strapazierten Fans sind am Rumoren. Sie hatten Naldo nach dem Abgang von Urgestein Höwedes gerade erst liebgewonnen, da ist er auch schon weg. Nur Erfolge ersticken die aufkommende Diskussion.

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