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Des Trainers Dank: Thomas Tuchel (re.) herzt Romelu Lukaku, der nach überstandener Corona-Infektion sofort wieder ran musste.
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Des Trainers Dank: Thomas Tuchel (re.) herzt Romelu Lukaku, der nach überstandener Corona-Infektion sofort wieder ran musste.

Kommentar

Englischer Fußball: Volle Stadien, müde Spieler

  • Thomas Kilchenstein
    VonThomas Kilchenstein
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Der Boxing Day in England erfreut sich allergrößter Beliebtheit, vielleicht nicht bei den Protagonisten, denn selbst Omikron und Tuchel laufen ins Leere. Ein Kommentar.

Es hätte alles viel schlimmer kommen können mit diesem Boxing Day, und da möchte man nicht wissen, wie der Zorn Tuchels und Co. dann ausgefallen wäre im Königreich: Eingangs des 20. Jahrhunderts ist ja am 25. und am 26. Dezember gekickt worden, bei Lokalderbys zuweilen sogar vormittags und das Rückspiel am Nachmittag. Ging alles damals. Und schon damals war es ja auch ein großes Geschäft, am Geschenkschachtel-Tag hatten Arbeitende und Angestellte traditionellerweise von ihren Arbeitgebern ein Weihnachtspräsent erhalten, später ging’s zum Sport, zum Fußball, manchmal auch zum Pferderennen, immer in den Pub. Die Kassen klingelten, so oder so.

Sehr viel anders ist es hundert Jahre später nicht, der Boxing Day erfreut sich weiterhin allergrößter Beliebtheit, vielleicht nicht unbedingt bei den Protagonisten, aber die heilige Kuh wird nie geschlachtet, selbst Omikron und Klopp laufen ins Leere, eher kommen noch kalte Erbsen und Rosenkohl dazu. Und ein Stout.

Tatsächlich ist der Blick auf die Insel momentan verstörend. In einer Zeit, in der sich in England täglich mehr als 90 000 Menschen neu mit dem Virus infizieren, Fans alle drei Tage in Stadien zu pferchen, die müden und gerade von Covid-19 genesenen ausgelaugten Spielern zuschauen, zeugt nicht von allzu hohem Verantwortungsbewusstsein. Die Premier League profitiert in hohem Maße von den laschen Einschränkungen der britischen Regierung, die den heiligen Boxing Day nicht antasten wollte.

Die Arenen sind voll, die Einnahmequellen sprudeln. Brot und Spiele halt, was morgen ist, ist zweitrangig. Die Liga peitscht ihre Spiele durch, the show must go on, selbst wenn es auf dem Rücken der Akteure geschieht. Der FC Chelsea mit dem aufgebrachten Trainer Tuchel etwa hat bis zum 15. Januar sechs Pflichtspiele vor der Brust - und jede Menge coronagebeutelte Kicker. Sogar die in Europa inzwischen gängige Praxis, fünf Auswechslungen möglich zu machen, um Kickern mehr Pausen zu gönnen, gilt im Königreich nicht. Dass bisher 15 Begegnungen eben wegen infizierter oder isolierter Spieler/Trainer bereits verschoben wurden, hält offenbar kein Entscheider für ein Alarmzeichen.

Da passt es irgendwie ins schiefe Bild, dass auf den gepflegten englischen Rasen so viele Impfunwillige spielen wie sonst in kaum einer der großen Ligen. Bald ein Viertel der Kicker ist nicht geimpft, in der Bundesliga liegt die Impfquote bei über 90 Prozent, in Italien angeblich gar bei 98 Prozent. Die Premier League steht da im Vergleich erschreckend schlecht da, knapp 100 positive Fälle verdeutlichen die Dramatik.

Alles egal, so lange der Ball nur spektakulär rollt, wie jetzt in Manchester. In der Extra-Time wartet Omikron auf der Ersatzbank. Und wird eingewechselt.

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