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Endlich wichtig

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Von: Frank Hellmann

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Zurzeit sehr treffsicher: der Mainzer Marcus Ingvartsen.
Zurzeit sehr treffsicher: der Mainzer Marcus Ingvartsen. © dpa

Der dänische Stürmer Marcus Ingvartsen unterstreicht beim FSV Mainz 05 seine Qualitäten.

Es ist eine recht eigenwillige Trophäe, die mittlerweile nach jeder Partie im DFB-Pokal überreicht wird. Viereckig, ein bisschen Glas, ein bisschen grüner Kunststoff, drauf abgebildet der DFB-Pokal. Marcus Ingvartsen hat das Teil am Dienstag an der Lübecker Lohmühle artig in die Kamera gehalten, weil der dänische Nationalspieler vom FSV Mainz 05 als Matchwinner identifiziert wurde.

Abgesehen davon, was ihm diese Auszeichnung zum „Spieler des Spiels“ nach dem 3:0-Pflichtsieg beim ambitionierten, aber limitierten Regionalligisten VfB Lübeck wirklich bedeutete, wirkte der 26-Jährige glücklich. „Persönlich bin ich froh, im Rhythmus zu bleiben und wieder getroffen zu haben“, sagte der 26-Jährige. „Nach meiner Verletzung ist diese Spielpraxis wichtig, ich möchte weiter Minuten sammeln und dranbleiben.“

Es gibt keinen Grund, den derzeit besten Mainzer Angreifer nicht auch im Heimspiel gegen den 1. FC Köln am Freitag (20.30 Uhr/Dazn) aufzustellen, denn die Mainzer Nummer elf vertritt den zuletzt an einem grippalen Infekt leidenden Jonathan Burkardt mehr als nur passabel. Mit einem Heimsieg könnten die Rheinhessen ganz nebenbei zumindest für eine Nacht auf einen Champions-League-Rang springen. Eine schöne Momentaufnahme.

Auch für einen Stürmer, den sich Mainz drei Millionen Euro kosten ließ, um ihn vom aktuellen Tabellenführer Union Berlin endgültig loszueisen. Eine Investition, die sich vielleicht erst mit Verzögerung amortisiert. Drei Pflichtspiele in Folge hat Ingvartsen getroffen, zuvor in der Liga auch bei Werder Bremen (2:0) und gegen RB Leipzig (1:1). Vergangene Saison hatte er es auf sechs Tore gebracht, obwohl er in den meisten seiner 26 Einsätze nur Teilzeitarbeiter war.

Kleine WM-Hoffnung

Ingvartsen stand im Schatten des prächtig harmonierenden Sturmduos mit dem Österreicher Karim Onisiwo und dem deutschen U21-Nationalmannschaftskapitäns Burkhardt, die mit ihrem intensiven Stil vieles verkörpern, was Trainer Bo Svensson einfordert. Dessen Landsmann blieb, zumal er mit diversen Wehwehchen zu kämpfen hatte, meist nur die Jokerrolle. Svensson sagte zuletzt über Ingvartsen: „Marcus muss einfach kontinuierlich trainieren und sich nicht mehr verletzen.“ Dann kämen die Treffer beim Mainzer Spielstil fast zwangsläufig: „Wenn wir weiter so viele Flanken schlagen, ist er derjenige, der einfach als Stürmer die richtige Bewegung und Position findet.“

Das hat Ingvartsen tatsächlich jetzt belegt. Vielleicht gibt es sogar eine klitzekleine Chance für die WM. Der in Mainz noch gut bekannte Nationaltrainer Kasper Hjulmand hat den Bundesliga-Legionär bislang aber nur einmal eingesetzt. Im Frühjahr 2021, als Ingvartsen kurz nach seiner Einwechslung zum 8:0-Endstand im WM-Qualifikationsspiel gegen Moldawien traf.

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