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Emre Can, stark hinten links.
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Emre Can, stark hinten links.

Deutsche Nationalmannschaft

DFB-Elf: Emre Can überzeugt Bundestrainer Jogi Löw

  • Jan Christian Müller
    VonJan Christian Müller
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Der gebürtige Frankfurter Can drängt sich hinten links auf. Dabei mag er diese Position überhaupt nicht.

Frankfurt - Vor einigen Tagen saß Nationalspieler Emre Can in Düsseldorf hinter einem Mikrofon des Deutschen Fußball-Bundes und lobte Joachim Löw ausgiebig dafür, dass dieser nicht bloß ein toller Fußballtrainer sei. „Er ist ein wundervoller Mensch, deshalb finde ich es schade, dass er nach der EM geht.“ Danach hat Can, 27, zweimal als linker Verteidiger gespielt. Einmal zurückhaltend am Donnerstag beim 3:0 gegen Island und einmal forsch am Sonntagabend beim 1:0 in Rumänien. Seine Aufstellung auf ungewohnter Position hat wohl weniger mit den ausgiebigen Komplimenten für den Bundestrainer zu tun. Als vielmehr damit, dass Löw dringend Stabilität in die Defensive bekommen will und zudem einige Ausfälle hinten links zu beklagen hat.

Marcel Halstenberg ist in Quarantäne, Robin Gosens ist verletzt, Jonas Hector ist zurückgetreten und Nico Schulz nicht mehr gut genug. Da Philipp Max seine Stärken in der Offensive hat, entschied sich Löw überraschend für den emotionalen Can, den einzig verbliebenen Spieler von Borussia Dortmund im Kader. Dabei hatte dieser zuletzt sehr deutlich gemacht, wo er lieber nicht spielen möchte: in der Außenverteidigung: „Ich sehe mich als defensiver zentraler Mittelfeldspieler oder Innenverteidiger.“

Aber Löw orientiert sich lieber an der Körperlichkeit und Willensstärke des gebürtigen Frankfurters als an dessen Vorlieben. Can, so hat es den Anschein, hat die Chance beim Schopf gepackt. In Rumänien war er in seinem 32. Länderspiel der auffälligste deutsche Spieler. Marschierte den Flügel, den Leroy Sané vor ihm regelmäßig freimachte, ständig auf und ab, und zeigte technische Kabinettstückchen in Fließbandgeschwindigkeit. Und vor allem: Er machte die Seite dicht, das zuvor defensiv so labile DFB-Team blieb zum zweiten Mal in Folge ohne Gegentor.

WM-Qualifikation: Bei der WM 2014 gab Benedikt Höwedes den Linksverteidiger

Nach dem ständigen und erfolglosen Hin und Her mit abwechselnd Dreier- und Viererketten, die selten gut abgestimmt aussahen, könnte Löw sich mit der Personalentscheidung Can links hinten nun an der erfolgreichen WM 2014 orientieren. Seinerzeit spielte Deutschland stabil mit einer Viererkette, und wie aus dem Nichts absolvierte der gelernte Innenverteidiger Benedikt Höwedes alle sieben Endrundenspiele in Brasilien komplett von Beginn bis Schluss als linker Verteidiger. Die beeindruckte Fachpresse nannte die mächtige Viererkette mit anfangs Jerome Boateng rechts, Per Mertesacker und Mats Hummels zentral sowie Höwedes links den deutschen „Ochsenspieß“. Höwedes räumte weg, was wegzuräumen war.

Das soll nun auch Emre Can tun, der dabei aber deutlich filigraner und offensivfreudiger zu Werke geht. Das Gegenlob des Bundestrainers war ihm in Bukarest jedenfalls gewiss: „Emre hat das gut gemacht, dynamisch aus der Abwehr heraus und mit Tempoläufen viele Angriffe initiiert.“ Sieht verdächtig danach aus, als sollte Can sich da draußen an der Linie doch noch lernen, richtig wohlzufühlen.

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