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Kommentar

EM 2021: Jogi Löw muss Thomas Müller mitnehmen

  • Jakob Böllhoff
    VonJakob Böllhoff
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Joachim Löw denkt laut darüber nach, die aussortierten Weltmeister zurückzuholen – doch nur beim Bayern-Star macht das wirklich Sinn. Der Kommentar.

  • Bundestrainer Joachim Löw plant den Kader für die EM 2021.
  • In den Fokus für die Europameisterschaft 2021 rücken immer mehr auch aussortierte Spieler.
  • Besonders Thomas Müller könnte für Jogi Löw interessant sein.

Frankfurt - Für eine Kehrtwende ist es nie zu spät. Die Frage ist nur, wie weit der Rückweg geworden ist. Bundestrainer Joachim Löw scheint nun, sozusagen, eine Abkürzung gefunden zu haben, wenn er laut darüber nachdenkt, die eigentlich dauerhaft von ihm aus Entwicklungsgründen aus der Nationalmannschaft verbannten Thomas Müller, Jerome Boateng und Mats Hummels für eine EM-Nominierung in Betracht zu ziehen. Vermutlich nicht alle drei, aber doch den einen oder anderen. „Besondere Umstände“, sagt der DFB-Chefcoach, „können eine Unterbrechung des Umbruchs rechtfertigen.“

Em 2021: Thomas Müller funktioniert beim FC Bayern München

Die besonderen Umstände sind natürlich die Corona-Pandemie, die die Welt auf den Kopf gestellt hat und jetzt also auch ein wenig den Bundestrainer. Die Rechtfertigung einer Rückkehr der erfahrenen Kräfte würde sich auch daraus speisen, wie Löw durchschimmern ließ im Interview mit der ARD-Sportschau, dass die Europameisterschaft womöglich in leeren Stadien stattfindet. Ohne lärmendes Publikum bekommt die Kommunikation auf dem Rasen eine noch größere Bedeutung. Radio Müller, wie Thomas Müller auch genannt wird, funktioniert ohne Störsignale von den Rängen beim FC Bayern noch mehr wie ein Spielertrainer, leitet die Kollegen lautstark an. 

„Hier bin ich, Jogi, nimm mich mit“: Thomas Müller.

Es geht und ging ja vor allem um Offensivmann Thomas Müller bei den Rückholdebatten, die Jogi Löw verfolgen und die er bislang stets trocken abgeblockt hat mit Verweis auf den Umbruch. Der Bundestrainer wird sich im Laufe der Zeit selbst ein paar Mal geärgert haben über die radikale Endgültigkeit, mit welcher er, noch unter dem starken Eindruck der vollkommen vermurksten WM 2018, die alten Weltmeister verbannte vor zwei Jahren.

In Wahrheit sah Müller damals tatsächlich nicht aus, als könne er jemals wieder zu dem einflussreichen Spieler werden, der er einmal war. Doch seit der Bayern-Trainer nicht mehr Niko Kovac heißt, sondern Hansi Flick, hat der 31-Jährige dauerhaft zurückgefunden auf ein Niveau, das allerhöchsten Ansprüchen genügt. Er strahlt zudem einen immensen Titelhunger aus, hatte am Münchner Sextuple in den zurückliegenden Monaten großen Anteil. 

EM 2021: Was ist mit Hummels und Boateng?

Allein sportliche Gründe müssten also ausreichen, aber sollte Jogi Löw bei einer etwaigen Rückholaktion für die EM unbedingt auf die besonderen Umstände verweisen wollen, so sei ihm das vergönnt. Gegen Gesichtsverlust hilft nun mal keine Creme.

Müller jedenfalls muss mit zur EM, aus welchem Winkel man auch draufschaut. Bei Hummels und Boateng ist die Lage schon diffuser. Zwar ist die personelle Situation in der Defensive wesentlich kniffliger als im Angriff, wo Löw, ob mit Müller oder ohne, die Qual der Wahl hat; doch Zweifel an Hummels und Boateng, beide 32, sind legitim. Boateng ist aus Gründen, die auch außerhalb des Fußballplatzes liegen, nicht wirklich eine Option. Gegen Hummels, als Führungspersönlichkeit durchaus anerkannt, spricht vor allem das Tempodefizit.

Im Grunde bräuchte der Bundestrainer jetzt einen Innenverteidiger Thomas Müller, und zwar ist viel von Mutationen die Rede dieser Tage. Aber diese Art der Verwandlung ist leider nicht gemeint. (Jakob Böllhoff)

Rubriklistenbild: © Sven Hoppe/dpa

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