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Fußball EM - England - Deutschland
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EM 2021: Fans auf dem Weg zur Fanzone in London, um das Spiel England gegen Deutschland zu gucken.

Trotz Corona

EM 2021: Viele Fans in den Stadien – Seehofer nennt UEFA „verantwortungslos“

  • Melanie Gottschalk
    VonMelanie Gottschalk
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Der Bundesinnenminister geht die UEFA scharf an. Grund sind die vielen Zuschauer:innen in den Stadien bei der EM 2021 – trotz der anhaltenden Corona-Pandemie.

Berlin - Bei der EM 2021 kam es im Londoner Wembley-Stadion zu Szenen, die für viele deutsche Fußball-Fans wohl seltsam anmuteten. Mehr als 40.000 Menschen lagen sich in den Armen, sangen und feierten. In Zeiten der Corona-Krise in Deutschland ein undenkbares Bild. Vor allem vor dem Hintergrund, dass die Corona-Zahlen in Großbritannien aufgrund der Delta-Variante gerade wieder nach oben schnellen.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat deshalb die Europäische Fußball-Union (UEFA) scharf kritisiert: „Ich halte diese Position der UEFA für absolut verantwortungslos“, sagte der 71-Jährige bei der Bundespressekonferenz am Donnerstag (01.07.2021) „Wir alle wissen, dass die Kontaktvermeidung und bestimmte Hygienevorschriften unabdingbar sind, um die Infektionen eines Tages zu überwinden.“ Wenn man aber die Bilder sehe von „Menschen, die sehr dicht aufeinander sind“ und „Erfolge feiern mit großen Umarmungen“, sei „vorgezeichnet, dass dies das Infektionsgeschehen befördert“.

Mehr als 40.000 Fans sehen Spiel der EM 2021 live im Stadion

Bei der 0:2-Niederlage des DFB-Teams um Bundestrainer Jogi Löw im Achtelfinale der EM 2021 gegen England am Dienstag (29.06.2021) waren 41.973 Zuschauer:innen im Londoner Wembley-Stadion. Für die Halbfinals und das Endspiel sollen sogar 60.000 Zuschauer:innen zugelassen werden. Weil die Corona-Zahlen durch die Delta-Variante zuletzt in Großbritannien wieder stiegen, ist der Schritt umstritten. Er könne „nur an die UEFA appellieren, es nicht auf die örtlichen Gesundheitsbehörden abzuschieben“, sagte Seehofer. „Ein Sportverband sollte schon klar erklären: Wir wollen das nicht, wir reduzieren die Zuschauerzahl.“ Der Kommerz dürfe „nicht den Infektionsschutz für die Bevölkerung überstrahlen“.

Hinzu kommt: Nach dem Gruppenspiel der Engländer gegen Schottland bei der EM 2021 wurden bisher rund 2000 schottische Fans nach ihrer Rückkehr positiv auf das Corona-Virus getestet. Nach Angaben der schottischen Gesundheitsbehörde können rund zwei Drittel der insgesamt 1991 Fälle mit Personen in Verbindung gebracht werden, die am 18. Juni zu Schottlands Spiel gegen England nach London gereist waren. Darunter waren 397 Fans, die während des Spiels im Stadion waren. Schottischen Fans wurden wegen der Covid-Beschränkungen nur 2600 Tickets für das Spiel im Stadion zugeteilt.

EM 2021: Italien will Einreise englischer Fans schärfer kontrollieren

In Italien werden deshalb vor der anstehenden Viertelfinalpartie der EM 2021 zwischen England und der Ukraine in Rom Forderungen nach schärferen Kontrollen laut. Die fünftägige Quarantäne nach Einreise für die englischen Fans müsse strikt überwacht werden, sagte der Staatssekretär des Gesundheitsministeriums, Pierpaolo Sileri, im Interview der Zeitung Corriere della Sera. Er schlage vor, gezielt an den Stadioneingängen zu prüfen, wann ein Fan nach Italien eingereist sei.

Reisende aus Großbritannien müssen derzeit fünf Tage in Quarantäne, wenn sie in das Mittelmeerland kommen wollen. In Italien besteht die Sorge vor mehr Ansteckungen wegen der grassierenden Delta-Variante des Coronavirus. Sileri sieht jedoch ein Problem für englische Fans, die am Samstag (03.07.2021, Anpfiff 21 Uhr) ihr Team im Olympia-Stadion bei der EM 2021 sehen wollen. „In Anbetracht der Zeiten ist es unmöglich, jetzt nach Italien zu kommen, um das Spiel am Samstag zu sehen und gleichzeitig die Quarantäne einzuhalten.“

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) bezeichnet die UEFA als „absolut verantwortungslos“. (Archivfoto)

In Großbritannien riet die britische Staatssekretärin Anne-Marie Trevelyan ihren Landsleuten, nicht nach Rom zur EM 2021 zu reisen. „Die Bitte ist wirklich, das Spiel von zuhause aus anzuschauen und das Team so laut wie möglich anzufeuern“, sagte die Politikerin dem TV-Sender Sky. (msb mit dpa)

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