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Fußball EM - Ungarn - Frankreich
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Fans der ungarischen Nationalf sollen bei der EM 2021 französische Spieler rassistisch beschimpft haben.

Ungarn

EM 2021: Affenlaute in Budapest - Frankreichs Spieler rassistisch beschimpft

  • Anna Charlotte Groos
    VonAnna Charlotte Groos
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  • Daniel Dillmann
    Daniel Dillmann
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Spieler der französischen Nationalmannschaft sollen bei der EM 2021 in Budapest rassistisch beschimpft worden sein.

Update vom Sonntag, 20.06.2021, 15.13 Uhr: Die Uefa diskutiert über einen Antrag des Münchner Oberbürgermeisters Dieter Reiter (SPD), die Allianz Arena im EM-Gruppenspiel Deutschland gegen Ungarn am kommenden Mittwoch (23.06.2021) in Regenbogenfarben erleuchten zu lassen. Dies berichtete das Sportportal Sportbuzzer am Sonntag (20.06.2021).

Der Münchener Stadtrat hatte den Oberbürgermeister Reiter zuvor fraktionsübergreifend dazu aufgefordert, sich bei der Uefa für das Vorhaben einzusetzen. Hintergrund ist das vor kurzem von Ungarn verabschiedete Anti-LGBTQ-Gesetz, das eine Informationsweitergabe an Kinder und Jugendliche zu den Themen Homosexualität und Transsexualität verbietet. Die Regenbogenfarben stehen weltweit als Symbol für Toleranz und sexuelle sowie geschlechtliche Vielfalt.

Vor einer offiziellen Stellungnahme und einer Entscheidung will die Uefa aber den Eingang des angekündigten Antrags von Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter abwarten. Ein Statement der Uefa sei laut Sportbuzzer somit frühestens Montag zu erwarten. „Die Landeshauptstadt bekennt sich zu Vielfalt, Toleranz und echter Gleichstellung im Sport und in der ganzen Gesellschaft“, heißt es in dem Antrag, über den formell erst am Mittwoch, dem Spieltag, entschieden werden soll.

EM 2021: Affenlaute von der Tribüne - Frankreichs Spieler in Budapest beschimpft

Erstmeldung vom Sonntag, 20.06.2021, 13:20 Uhr: Bei der EM 2021* soll es zu einem rassistischen Vorfall gekommen sein. Schwarze Spieler der französischen Nationalmannschaft wurden bei ihrem Spiel gegen Ungarn* in dem Ferenc Puskas Stadion offenbar von deren Fans beschimpft worden sein. Das berichtet die französische Sportzeitung „L‘Equipe“ und beruft sich dabei auf Fotografen, die beim Spiel in Budapest anwesend waren.

Laut dem deutschen Magazin Stern wurde diese Beobachtung von einem Reporter der Nachrichtenagentur dpa bestätigt. Kylian Mbappe*, französischer Nationalspieler in Diensten von Paris Saint-Germain, musste sich demnach Affenlaute von der Tribüne anhören. Karim Benzema, Stürmer mit algerischen Wurzeln und derzeit bei Real Madrid unter Vertrag, wurde ebenfalls beschimpft.

EM 2021: Affenlaute und Beschimpfungen beim Spiel Frankreich gegen Ungarn

Das Vorrundenspiel der EM 2021 zwischen Frankreich* und Ungarn endete mit einem 1:1-Unentschieden. Die Tore erzielten Attila Fiola für Ungarn und Antoine Griezman für die Equipe Tricolore. Während der Partie sammelten sich hinter dem Tor hunderte ungarische Fans. Dabei soll es sich um Mitglieder der „Carpathian Brigade“ gehandelt haben. Bei der Gruppierung handelt es sich um einen Zusammenschluss verschiedener, zum Teil verfeinderter Ultra-Gruppierungen in Ungarn. Laut Bálint Josá ist es eine „paramilitärische Neonazi-Gruppe“, wie der Gründer der Organisation „Szubjektív Értékek Alapítvány („Stiftung für subjektive Werte“) aus Budapest dem Vice-Magazin sagte. Sie sollen im ersten Gruppenspiel der Ungarn gegen Portugal bereits den Hitlergruß gezeigt haben.

Und auch das war nicht der erste rassistische Vorfall, den sich ungarische Fans in der Vergangenheit leisteten. Bereits bei einem Vorbereitungsspiel für die EM 2021 zwischen Ungarn und Irland buhten sie die irischen Spieler aus. Der Grund: Diese hatten sich in Erinnerung an American Football Spieler Colin Kaepernick* vor dem Spiel niedergekniet. Der Quarterback hatte damit vor zwei Jahren gegen rassistische Polizeigewalt in den USA* demonstriert. Viktor Orban, Präsident Ungarns, hatte daraufhin nicht etwa das Verhalten seiner Lansdsleute kritisiert, sondern die irischen Profis wegen einer „unhöflichen Provokation“ getadelt. „Wenn Du zu Gast bist in einem Land, dann provoziere nicht die Einheimischen“, so der Präsident.

Vor der EM 2021: Viktor Orban kritisiert irische Spieler statt eigenen Anhang

Das Parlament Ungarns hatte vor kurzem ein Anti-LGBT-Gesetz verabschiedet*. Es soll die Informationsrechte von Jugendlichen in Hinblick auf Homosexualität und Transsexualität einschränken. Tausende hatten im Vorfeld gegen die Pläne der rechtsnationalen Fidesz-Partei von Viktor Orban demonstriert. Laut dem Stern-Magazin soll auch beim letzten Gruppenspiel* Ungarns gegen Deutschland (23. Juni / live um 21 Uhr) Kritik an Orban deutlich werden. Der Münchener Stadtrat forderte von Oberbürgermeister Dieter Reiter, sich bei der Uefa dafür einzusetzen, die Allianz Arena an diesem Abend in Regenbogen-Farben aufleuchten zu lassen.

Die Uefa engagiert sich nach eigenen Angaben gegen jede Art von Homophobie und Rassismus. Bereits 2017 startete die Organisation deshalb eine Kampagne mit dem Titel #EqualGame. Beteiligt waren unter anderem die Superstars Paul Pogba* und Cristiano Ronaldo*. Zentrale Botschaft der Kampagne soll sein: „Alle haben ihren Platz im Fußball, unabhängig davon, wer sie sind, woher sie stammen und wie gut sie spielen.“ Bei der EM 2021 hat die Uefa nun die Gelegenheit, den Worten Taten folgen zu lassen. Sowohl der ungarische Verband als auch dessen Fans könnten für ihr Verhalten mit Sanktionen bedacht werden. (Daniel Dillmann) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN-MEDIA

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