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EM 2021: Eriksen-Kollaps - Was wäre, wenn Dänemark das Spiel abgebrochen hätte?

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Von: Joshua Schößler

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Der dänische Spieler Christian Eriksen war während der EM 2021 Partie gegen Finnland zusammengebrochen. Das Spiel wurde fortgesetzt. Warum?

Die Schock-Bilder gingen um die Welt: Der dänische Fußballspieler Christian Eriksen erlitt während der Partie gegen Finnland einen Herzstillstand. Er lag regungslos auf dem Spielfeld und musste reanimiert werden. Dann fiel die Entscheidung: Weiterspielen. Für 107 Minuten wurde die Partie unterbrochen und am Abend fortgesetzt.

Wie kam es trotz des Kollapses von Eriksen zur Fortsetzung des EM-Spiels?

Die Frage, ob das Spiel Dänemark gegen Finnland hätte abgebrochen werden sollen, ist nicht leicht zu beantworten. Vor allem die Spieler wollten nach übereinstimmenden Aussagen beider Mannschaften das Spiel fortsetzen: „Wir hatten zwei Optionen: Das Spiel fortzusetzen oder morgen um 12.00 Uhr zu spielen. Aber jeder wollte heute weiterspielen“, sagte der dänische Nationaltrainer Kasper Hjumland. Die Dänen verloren das Spiel 0:1.

Es sei aber auch Eriksens Wunsch gewesen, dass das Match weitergespielt werden solle. Er habe sich per Videotelefonie aus dem Krankenhaus gemeldet und diese Bitte geäußert, bevor die Entscheidung fiel. „Die Spieler waren sich sicher, heute nicht mehr schlafen zu können. Morgen zu spielen, hätte die Situation noch schwerer gemacht“, sagte Hjulmand. „So haben sie beschlossen, es hinter sich zu bringen. Das war ihre Entscheidung.“

Fußball EM - England - Kroatien
Ein junger Fan wünscht dem dänischen Nationalspieler Eriksen baldige Genesung. © Catherine Ivill/dpa

Gleich am nächsten Tag revidierte Hjumland seine Entscheidung allerdings. Er sagte, die Spieler hätten unter Schock gestanden und habe nun das Gefühl, dass die Entscheidung falsch gewesen sei.

Welche Möglichkeiten hat die UEFA den beiden EM-Mannschaften gelassen?

Auf die Frage, welche Möglichkeiten es neben einer Spielverlegung gegeben hätte, verwies die UEFA auf das eigene Regelwerk. Dieses hält allerdings keine einheitliche Vorgehensweise für medizinische Fälle wie diesen bereit. So heißt es: „Kann ein Spiel nicht wie geplant beginnen oder nicht zu Ende gespielt werden, werden das vollständige Spiel bzw. die verbleibenden Spielminuten grundsätzlich am folgenden Tag ausgetragen“.

Sofern ein Spiel nicht am nächsten Tag ausgetragen werden kann, legt die UEFA einen neuen Termin fest. Das gestaltet sich während der EM 2021 allerdings schwierig: Finnland soll bereits am kommenden Mittwoch gegen Russland spielen, das Spiel Dänemark gegen Belgien soll am Donnerstag ausgetragen werden.

Hätten die Dänen darauf bestanden, die Partie abzubrechen, greift theoretisch folgender Artikel des UEFA-Regelwerks: „Weigert sich ein Verband zu spielen oder kann ein Spiel aus Verschulden eines Verbands nicht oder nicht vollständig ausgetragen werden, entscheidet die UEFA-Kontroll-, Ethik- und Disziplinarkammer über diese Angelegenheit.“ Das hätte allerdings zur Folge haben können, dass die Dänen das Spiel verloren hätten. Ob dies angesichts des unverschuldeten Kollapses von Eriksen eingetreten wäre, bleibt genauso Spekulation wie die Frage, ob die Dänen im Falle einer Spielverlegung am nächsten Tag doch noch gewonnen hätten.

Für die Übertragung der Bilder von Eriksens Kollaps musste der ZDF Kritik einstecken. (Joshua Schößler)

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