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Einem ARD-Journalisten wurde von Russland die Akkreditierung für die EM 2021 verweigert.
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Einem ARD-Journalisten wurde von Russland die Akkreditierung für die EM 2021 verweigert.

Europameisterschaft

EM 2021: Russland schließt ARD-Journalisten aus

  • Melanie Gottschalk
    VonMelanie Gottschalk
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Am Freitag beginnt die EM 2021. Einem ARD-Journalisten wurde die Akkreditierung entzogen – ist kritische Berichterstattung der Grund?

Frankfurt – Am Freitag (11.06.2021) beginnt die EM 2021. Doch noch bevor das Eröffnungsspiel zwischen Mitfavorit Italien und der Türkei um 21.00 Uhr in Olympiastadion von Rom angepfiffen wird, kommt es zu einem Eklat. Dem ARD-Journalisten Robert Kempe wurde von russischen Behörden die Akkreditierung zur Europameisterschaft verweigert. Das hat der öffentlich rechtliche Sender auf seiner Homepage mitgeteilt. „Wir sehen darin eine Einschränkung der Pressefreiheit, die für uns nicht akzeptabel ist“, sagt WDR-Chefredakteurin Ellen Ehni.

Demnach hatte die UEFA Kempe Anfang Mai seine Akkreditierung für die EM 2021 bestätigt. Ende Mai wurde dem Journalisten der ARD dann jedoch mitgeteilt, dass die lokale Behörde eines Landes seine Akkreditierung nach einem „Hintergrund-Screening“ abgelehnt habe. Auf Nachfrage bei der UEFA wurde dem Sender mitgeteilt, dass es sich dabei um russische Behörden handele. Die russische Stadt St. Petersburg ist einer von elf Spielorten der paneuropäischen Fußball-Europameisterschaft.

EM 2021: ARD fordert Russland zur Aufklärung auf

Journalist Robert Kempe arbeitet bereits seit mehr als zehn Jahren für die ARD und den WDR. Er berichtet über Zusammenhänge von Sport und Politik und tritt regelmäßig als UEFA-Experte auf. „Robert Kempe ist ein exzellenter und unbescholtener Journalist“, sagt Ehni. Die ARD fordere Russland deshalb dazu auf, für Aufklärung zu sorgen und Robert Kempe freien Zugang zur EM 2021 zu gewähren, so die Chefredakteurin.

Name des TurniersFußball-Europameisterschaft 2021
Zeitraum11. Juni 2021 bis 11. Juli 2021
AustragungsortElf europäische Städte
Anzahl teilnehmende Mannschafte24 Teams

Eine Akkreditierung ist bei der EM 2021 für Journalist:innen von großer Wichtigkeit, denn sie gewährt zum einen den Zutritt zu allen elf Spielstätten der Europameisterschaft, zu Pressegesprächen und -konferenzen, zum anderen ermöglicht sie ein vereinfachtes Visaverfahren. Wie der WDR mitteilt, bemühe man sich nun um eine alternative Einreisemöglichkeit für Robert Kempe.

EM 2021: ARD-Journalist berichtet über Gazprom und Verbindung zum europäischen Fußball

Ende Mai beschäftigte sich ARD-Journalist Robert Kempe in einem Film für die ARD Sportschau und den WDR-Podcast „Sport inside“ nach Angaben des Senders mit dem russischen Staatskonzern Gazprom und dessen Verbindung zum europäischen Fußball. Denn Gazprom gehört zum Kreis der Sponsoren für die EM 2021. „Die Verbindung zwischen Gazprom und der UEFA sind eng, sie gehen aus meiner Sicht auch über ein ganz normales Sponsorenverhältnis hinaus“, sagte Kempe damals im Podcast.

Ob ein Zusammenhang zwischen der kritischen Berichterstattung und der verweigerten Akkreditierung für den ARD-Journalisten besteht, ist unklar. Es ist jedoch auch nicht das erste Mal, dass Russland einem Journalisten die Einreise verweigern möchte.

ARD-Dopingexperte Hajo Seppelt hatte vor drei Jahren kein Visum für die Einreise zur Fußball-WM 2018 nach Russland erhalten. Die Entscheidung wurde nach internationalem Druck zwar zurückgenommen, Seppelt sagte die Reise schließlich aber doch ab. Grund waren massive Warnungen der deutschen Sicherheitsbehörden. Seppelt trug damals wesentlich zur Aufklärung des systematischen Sportbetrugs in Russland bei und war deshalb in dem Ausrichterland der WM 2018 angefeindet worden. (msb)

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