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Nationaltrainer Joachim Löw beim Training mit der Nationalmannschaft vor dem Spiel gegen Nordmazedonien im März.
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Nationaltrainer Joachim Löw beim Training mit der Nationalmannschaft vor dem Spiel gegen Nordmazedonien im März.

Nationalmannschaft

EM 2021: Puzzle mit 26 Teilen für Joachim Löw

  • Frank Hellmann
    VonFrank Hellmann
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Bundestrainer Joachim Löw stellt am Mittwoch den EM-Kader vor. Dass dieser wegen der Corona-Pandemie größer sein darf, erspart einige Härten, wenn auch nicht alle.

Abstandhalten war noch nicht angesagt, als sich am 16. Mai 2018 Funktionäre und Fans, Journalist:innen und Schaulustige zum Dortmunder Fußballmuseum begaben. An jenem Dienstag stellte Joachim Löw das bislang letzte Mal im großen Rahmen einen Turnierkader vor. Niemand ahnte, dass die Weltmeisterschaft im Desaster enden würde, als die vorläufig nominierten 27 Akteure draußen auf den Screens der LED-Fassade erschienen.

Drinnen mussten die Verantwortlichen vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) erst Einschätzungen zu unglücklichen Bildern abgeben, die Mesut Özil und Ilkay Gündogan mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan gemacht hatten. Der damalige DFB-Präsident Reinhard Grindel gab zwischendrin flugs noch die vorzeitige Vertragsverlängerung mit dem Bundestrainer bekannt. Löw lächelte selig – vor allem als ihm der Nationaltrainer des Gastgeberlands Russland aus einem 2300 Kilometer entfernten Studio in Moskau mittels Hologramm-Technik an die Seite gestellt wurde.

Fußball-EM 2021: Kann Joachim Löw die Mannschaft nochmal zusammenschweißen?

Rückblickend war der Termin vor drei Jahren völlig überladen. Nun, zur Nominierung von 26 Nationalspielern für die um ein Jahr verschobene EM reicht am Mittwoch (12.30 Uhr) eine Videokonferenz. Der Clou ist, dass Fans mitfragen können, wobei das Personalpuzzle mit 26 Teilen das größte Interesse generieren dürfte. Alle Nationalspieler sind inzwischen sensibilisiert, dass fotografisch belegte Trikotübergaben mit Staatoberhäuptern anderer Länder kurz vor Turnierstart keine gute Idee sind. Und auch Löw hat keine Vereinnahmung zu befürchten, weil er nach Turnierende lieber aufhören möchte.

Der 61-Jährige steht bei seiner letzten Mission unweigerlich im Fokus. Kriegt er es hin, die Mannschaft noch einmal zusammenzuschweißen? Nach der Blamage im WM-Qualifikationsspiel gegen Nordmazedonien (1:2) vor zwei Monaten glauben nicht wenige, dass Deutschland wie bei der WM 2018 in der Gruppenphase scheitern könnte, obwohl sich bei einer EM mittlerweile vier der sechs besten Gruppendritten ins Achtelfinale mogeln. Aber es gibt nun einmal keine schwerere Vorrunde als mit Weltmeister Frankreich (Auftaktgegner am 15. Juni), Europameister Portugal (19. Juni) und Außenseiter Ungarn (23. Juni). Zwar wird jeweils in München gespielt, aber es ist ungewiss, ob die avisierten 14 500 Zuschauer:innen Zutritt haben werden.

Joachim Löws Kader für die EM 2021: Unklarheit um Mats Hummels

Besser stellt sich die DFB-Auswahl darauf ein, alles selbst regeln zu müssen. Direktor Oliver Bierhoff hat sich für das EM-Quartier auf dem Gelände des hauseigenen Ausrüsters in Herzogenaurach die Idee mit den Wohngemeinschaften einfallen lassen, die ans Campo Bahia während der WM 2014 in Brasilien erinnern. Umso wichtiger wird es sein, dass sich die Gruppe gut versteht. Als ausgemachte Sache gilt, dass Spaßmacher Thomas Müller, 31, mit einzieht. Seine Begnadigung nach der Ausbootung vor zwei Jahren ist offenbar längst besprochen.

Nicht ganz klar ist, ob auch Mats Hummels, 32, zurückkehrt, den der damals von Löw in München in einer Nacht-und-Nebel-Aktion überbrachte Rauswurf tief getroffen hatte. Doch Aufbauspiel und Abgeklärtheit sprechen für den klugen Kopf, zumal der eigentlich mal als Abwehrchef gedachte Niklas Süle, 25, gerade erst am Wochenende nach langer Pause wieder sein erstes Spiel bestritten hat. Von einer EM-Form war der Bayern-Verteidiger zuvor weiter entfernt als von seinem Idealgewicht.

Joachim Löws Kader für die EM 2021: Corona-Änderungen der Uefa sind sinnvoll

Ebenfalls um den Anschluss kämpft Leon Goretzka, 26, nach einem Muskelfaserriss. Zudem hat sich Toni Kroos, 31, als zehnter Profi von Real Madrid mit dem Coronavirus infiziert und würde selbst bei einem milden Verlauf Teile des Trainingslagers im österreichischen Seefeld (28. Mai – 6. Juni) verpassen.

Was verdeutlicht, dass die von der Uefa erteilte Erlaubnis für ein aufgeblähtes Aufgebot in Pandemie-Zeiten durchaus Sinn ergibt. Es erspart den Nationaltrainern einige Härtefälle, wenn auch nicht alle: Sehr wahrscheinlich haben Julian Brandt, 25, und Julian Draxler, 27, zu viel Vertrauen verspielt. Beide Edeltechniker saßen zudem in den wichtigsten Spielen ihrer Vereine nur auf der Bank.

Drei Tage hat Löw mit seinem Trainerstab zuletzt in Berlin beraten, Daten und Eindrücke aus den Spielbeobachtungen ausgewertet. „Alles was möglich war, haben wir überprüft und nochmals analysiert“, ließ er am Rande des Pokalfinals wissen. Interessant noch, ob jugendliche Draufgänger wie Jamal Musiala und Florian Witz, beide 18, nominiert werden oder doch eher der formstarke Marco Reus, 31. Der hatte angesprochen auf das Thema, am Sonntag indes gesagt: „Ich bin ganz entspannt.“ (Frank Hellmann)

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