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EM 2021

EM-Halbfinale: Schmeichel von Laser geblendet – Eklat um entscheidenden Elfmeter

  • Stefan Krieger
    VonStefan Krieger
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In der Verlängerung des Halbfinales England gegen Dänemark bei der EM 2021 kommt es zu vielen strittigen Entscheidungen - und einer womöglich spielentscheidenden Szene.

+++ 13.00 Uhr: Zweiter Ball im Spiel, schmeichelhafter Elfmeter: Dänemark hatte nach dem bitteren 1:2 im Halbfinale der EM 2021 gegen England reichlich Gründe, unzufrieden zu sein. Doch damit noch nicht genug. Während dem von Harry Kane ausgeführten Elfmeter wurde Dänemark-Torhüter Kasper Schmeichel mit Laserstrahlen attackiert. Vor dem spielentscheidenden Elfmeter war gut zu sehen, wie ein grüner Laserstrahl im Gesicht des dänischen Keepers umherwanderte. Offenbar wollten englische Fans den 34-Jährigen vor dem Ausführen des Strafstoßes irritieren und ablenken.

Die UEFA hat am Donnerstag Ermittlungen „gegen England“ wegen des Vorfalls angekündigt. Zudem werden die „Störungen“ bei der dänischen Nationalhymne und das Abbrennen von Feuerwerkskörpern durch englische Anhänger untersucht. Schmeichel parierte dennoch, allerdings traf Kane (104.) im Nachschuss zum spielentscheidenden 2:1.

England gegen Dänemark im Halbfinale der EM 2021: Torhüter Kasper Schmeichel bereitet sich auf den Elfmeter von Englands Harry Kane (l.) vor.

EM 2021: Eklat um England-Elfmeter - Sterling „stürzt“, während zweiter Ball im Spiel ist

Erstmeldung vom Donnerstag, 08.07.2021, 10.11 Uhr: London – Es läuft die 104. Minute im Wembley-Stadion und es folgt die Schlüsselszene um den Einzug ins Finale der EM 2021 im Spiel zwischen England und Dänemark. Englands Stürmer Raheem Sterling dringt in den Strafraum ein und stürzt, wie von Geisteraxt gefällt. Schiedsrichter Danny Makkelie pfeift, Videoassistent Pol van Boekel überprüft die Szene, greift aber nicht ein. Elfmeter für England. Harry Kane verwandelt im Nachschuss zum 2:1, das Tor zum Finale gegen Italien. England jubelt, Dänemark trauert.

Zusätzlich zum umstrittenen Elfmeter war noch zu sehen, dass ein zweiter Ball nahe des dänischen Strafraums auf dem Feld lag. Da allerdings blieb der Pfiff aus. Entsprechend groß war der Diskussionsbedarf nach der Partie. Im Mittelpunkt stand weniger der alles in allem verdiente Erfolg der Engländer, als vielmehr die Art und Weise, wie es zum Siegestreffer kommen konnte. Die Experten vor der Mattscheibe waren sich jedenfalls weitesgehend einig.

Elfmeter gegen Dänemark: Michael Ballack spricht von „Geschmäckle“

Bei Magenta-TV ärgerte sich der ehemalige Kapitän der Fußball-Nationalmannschaft, Michael Ballack: „Das ist für mich kein Elfmeter. Ich wundere mich, dass da der Video-Referee nicht eingreift. Die Entscheidung war mehr als fragwürdig!“ Ballack gab allerdings zu: „Ein absolut verdienter Sieg. Aber es hat ein Geschmäckle!“ Beim gleichen Sender äußerte sich Schiedsrichter-Experte Patrick Ittrich auf die Frage, ob er den Elfer für England gegeben hätte: „Nein!“

Gleich sinkt er nieder: Raheem Sterling im Sandwich zwischen Mathias Jensen und Joakim Maehle.

EM 2021: Manuel Gräfe zum Elfmeter – Kann man geben

Beim ZDF äußerte sich Ex-Referee Manuel Gräfe zur umstrittenen Szene. „Man kann ihn theoretisch geben, er ist jetzt nicht grottenschlecht“, sagte er in der Nacht in seiner Eigenschaft als Experte. „Ich finde ihn hier persönlich nicht richtig. Ich hätte gesagt: Weiterspielen, weil es zum Turnier passt, weil es auch zur Linie des Schiedsrichters gepasst hätte. Man sieht den Kontakt Knie gegen Wade. Aber Sterling geht mit der Intention schon in den Zweikampf – man sieht, dass er den Körper nach vorne verlegt, den will er ziehen, den will er cheaten, wie man so schön sagt“, sagte der 47 Jahre alte Gräfe. „Aufgrund des Fallmusters sieht man eigentlich schon, dass das nicht ausreichend ist.“

Auch der frühere Schiedsrichter und Kollege von Manuel Gräfe, Lutz Wagner, sieht die Entscheidung des Niederländers Makkelie kritisch. „Es wäre besser gewesen, wenn er den Strafstoß nicht pfeift“, sagte der 58-Jährige in der ARD. „Das hat nicht zur sonstigen Regelauslegung im Turnier und auch nicht zu der von Danny Makkelie gepasst, das ist konträr zur allgemeinen Zweikampfbewertung bisher. Es wurde eher viel laufen gelassen.“

England gegen Dänemark bei EM 2021: Ein zweiter Ball auf dem Spielfeld

Wäre da noch die Sache mit dem zweiten Ball. Für Michael Ballack war die Sache klar: „Das ist für mich nicht nachvollziehbar, denn der Ball liegt einen Meter neben dem ballführenden Spieler und nicht 10 Meter weg. Greift dieser Ball ins Spiel ein? Das muss der Schiedsrichter bewerten und das hat er falsch bewertet. Deswegen ist es eine klare Fehlentscheidung.“

Dem widersprach Lutz Wagner. Aus seiner Sicht war die Situation kein zwingender Grund, das Spiel zu stoppen. „Offenbar hat Makkelie keine Beeinflussung des Spielgeschehens und der beteiligten Spieler festgestellt, dann muss er auch nicht unterbrechen“, sagte er. Fazit: Foul ist nur dann, wenn der Schiri pfeift.

Die Szene, die zum Elfmeter führte, bewertete der gefoulte Raheem Sterling nach der Partie eindeutig: „Ich bin in den Strafraum gegangen, er hat sein rechtes Bein rausgestreckt und mein Bein getroffen“, beschrieb der englische Offensivmann die Situation. „Also ist es ein Elfmeter.“ Fußball kann, abseits aller Diskussionen, dann doch ganz einfach sein. (Stefan Krieger)

Mehr Lob als Danny Makkelie bekam der deutsche Unparteiische Felix Brych für seine Leistung im anderen Halbfinale.

Rubriklistenbild: © Frank Hoermann/Sven Simon/Imago Images

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