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Dänemarks Keeper Kasper Schmeichel versucht nach dem Kollaps von Christian Eriksen, dessen Frau zu trösten.
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Dänemarks Keeper Kasper Schmeichel versucht nach dem Kollaps von Christian Eriksen, dessen Frau zu trösten.

EM 2021

Trotz Eriksen-Kollaps spielte Dänemark weiter - Schmeichel kritisiert „Lächerliche“ Optionen der UEFA

  • Nico Scheck
    VonNico Scheck
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Nach dem Kollaps von Dänemarks Christian Eriksen stand das EM-Spiel gegen Finnland vor dem Abbruch. Dass die Partie dennoch fortgesetzt wurde, stößt auf Kritik.

Update vom Sonntag, 13.06.2021, 12.53 Uhr: Trotz des Kollaps‘ von Christian Eriksen wurde die EM-Partie zwischen Dänemark und Finnland fortgesetzt. Das stößt auf reichlich Kritik. Dänemarks Torwart Kasper Schmeichel etwa nannte die Optionen der UEFA bei BBC „lächerlich“. Er habe das „nicht verstehen“ können.

Laut dem dänischen Nationaltrainer Kasper Hjulmand hatte es von Seiten der UEFA „keinen Druck“ gegeben. Letztlich gab es nach Angaben Hjulmands jedoch nur „zwei Optionen“: „Das Spiel fortzusetzen oder morgen um 12 Uhr zu spielen.“ Hjulmand betonte aber auch: „Ehrlicherweise waren Spieler auf dem Feld, die komplett fertig waren. Emotional fertig und erschöpft. Es ist nicht normal, so ein Spiel zu spielen, wenn einer deiner Freunde wegen einer Sache am Herzen leidet. Ich kann mir nicht vorstellen, so ein Spiel zu spielen. Wir werden Therapie-Sitzungen anbieten, und es gibt Leute, die uns helfen werden.“

EM 2021: Trotz Eriksen-Kollaps spielten Dänemark und Finnland weiter

Erstmeldung vom Sonntag, 13.06.2021, 08.47 Uhr: Kopenhagen – Es sind schreckliche Bilder. Dänemarks Nationalspieler Christian Eriksen bricht beim EM-Spiel gegen Finnland plötzlich auf dem Rasen zusammen, er kollabiert. Es ist samstags, das Vorrundenspiel gegen Finnland. Die Ärzt:innen kämpfen minutenlang um Eriksens Leben. Bange Blicke, Stille im Stadion, Tränen in den Augen der Spieler. Der 29-Jährige muss von den Rettungskräften auf dem Rasen reanimiert werden, er wird ins Kopenhagener Klinik Rigshospitalen transportiert.

Irgendwann, eine gefühlte Ewigkeit später, kommt das „okay“ aus dem Krankenhaus. Eriksen sei wach, sein Zustand „stabil“. Zur Überraschung vieler wird die Partie der EM 2021 nach 107 Minuten Unterbrechung fortgesetzt. Finnland siegt mit 1:0, egal. Es stellt sich vielmehr die Frage: Warum wurde an diesem Abend überhaupt noch weitergespielt?

Nach seinem Zusammenbruch wurde Dänemarks Christian Eriksen unter Sichtschutz vom Rasen getragen.

Kollaps von Christian Eriksen bei EM 2021: Dänemarks Trainer erklärt Fortsetzung der Partie

„Es ist eine harte Nacht“, betonte ein sichtlich angeschlagener Kasper Hjulmand, Dänemarks Nationaltrainer, nach der Partie. Das 0:1 sei nach dem Zusammenbruch Eriksens Nebensache, natürlich. Und dann erklärte Hjulmand, warum das Spiel Dänemark gegen Finnland noch am selben Abend fortgesetzt wurde. Es habe letztlich „zwei Optionen“ gegeben: „Das Spiel fortzusetzen oder morgen um 12 Uhr zu spielen. Aber jeder wollte heute weiterspielen.“

Die Spieler seien sich sicher gewesen, verriet Hjulmand weiter, „heute nicht mehr schlafen zu können. Morgen zu spielen, hätte die Situation noch schwerer gemacht. So haben sie beschlossen, es hinter sich zu bringen. Das war ihre Entscheidung“. Zudem habe sich auch Eriksen selbst dafür ausgesprochen, per Facetime in einem Videocall aus dem Krankenhaus an seine Mannschaftskollegen. „Wir hatten Kontakt mit ihm und die Spieler haben mit ihm gesprochen“, sagte Peter Möller, der Direktor des dänischen Fußballverbandes, dem Sender DR.

Nach Zusammenbruch von Dänemarks Eriksen: Kjaer muss ausgewechselt werden

Dennoch wollte auch Hjulmand nicht verhehlen, dass sich die Situation, weiterzuspielen, als „unglaublich schwierig“ herausstellte. Einige Spieler seien „nicht fähig“ gewesen, wieder zu spielen. „Wir haben unser Bestes versucht. Du kannst auf diesem Niveau kein Fußballspiel machen, wenn du mit so einem harten Thema umgehen musst“, erklärte Hjulmand weiter.

So hatte Dänemarks Kapitän Simon Kjaer um seine Auswechslung gebeten. Kurz nach dem Gegentor ersetzte ihn Jannik Vestergaard. Kjaer und Eriksen sind sehr gute Freunde. „Er wollte es versuchen, aber es war unmöglich. Die Gefühle haben ihn übermannt“, verriet ein den Tränen naher Hjulmand, „er war sehr getroffen“. Auf seine Spieler könne er „nicht stolzer“ sein.

Der dänische Verband kündigte noch am Abend an, dass den Spielern und Eriksens Familie nun professionelle Hilfe in Form von psychologischer Betreuung angeboten werde. Das für den Sonntag geplante Training sowie alle Medienaktivitäten wurden gestrichen, wie der Verband am Sonntagmorgen mitteilte.

Weiterspielen oder Abbruch nach Eriksen-Drama? TV-Experten sind sich einig

Immerhin, auch das betonte Hjulmand, habe es vonseiten der UEFA an jenem Abend keinen Druck gegeben, das Spiel fortzusetzen. Dennoch bleibt die Frage im Raum, warum die UEFA die Zügel nicht selbst in die Hand nahm und für eine Verlegung der Partie gesorgt hat. „Ich finde es sehr, sehr schwierig. Vielleicht sollte man da eine Nacht drüber schlafen. Das wäre sinnvoller gewesen. Mich überrascht es“, sagte ZDF-Experte Per Mertesacker im Sportstudio.

TV-Experte und Gladbach-Profi Christoph Kramer pflichtete ihm bei und sprach von einem „dunklen Schatten“, der nun über der Partie schwebe. Dass der Zustand von Christian Eriksen „stabil“ ist, war die wohl einzig positive Nachricht an diesem EM-Abend. (nc mit dpa)

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