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Eintrachts Laura Feiersinger: Leidenschaftliche Anführerin

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Von: Katja Sturm

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Bei den Bayern einst nur Ersatz, in Frankfurt unumstrittene Stammkraft: Laura Feiersinger.
Bei den Bayern einst nur Ersatz, in Frankfurt unumstrittene Stammkraft: Laura Feiersinger. © IMAGO/Jan Huebner

Laura Feiersinger fühlt sich bei Eintracht Frankfurt pudelwohl und trifft nun auf ihren Ex-Klub Bayern München.

Spiele gegen Bayern München sind für Laura Feiersinger etwas Besonderes. Die 28 Jahre alte Österreicherin lief selbst von 2011 bis 2016 für den Topklub auf, holte zwei Meistertitel und 2012 den Pokalsieg gegen den 1. FFC Frankfurt. „Ich habe noch immer viele Freunde dort“, sagt die Fußballerin. Doch längst hat sie die Seiten gewechselt, spielt seit 2018 für den Bundesligisten vom Main, jetzt also für die Eintracht. Die gastiert an diesem Freitag (19.15 Uhr) beim FCB. Wie eine Heimkehr fühlt sich der Besuch trotz „besonderer Bindungen“ für Feiersinger nicht an. „Ich habe nie im Campus gespielt“, erklärt sie mit Blick auf das 2017 fertiggestellte Bayern-Nachwuchszentrum, das auch Spiel- und Trainingsstätte der Frauen ist.

Einen solch hochprofessionellen Ort würde sich die sehr offen daherkommende Sportlerin für die Eintracht wünschen. Das ist das Einzige, was Feiersinger einfällt, wenn man sie nach den Unterschieden zwischen dem an der Spitze etablierten Tabellenzweiten aus dem Süden und dem dorthin strebenden Dritten aus Hessen befragt. Die Mittelfeldakteurin fühlt sich pudelwohl an ihrem Standort und hat ihren Vertrag bis 2024 verlängert.

Das allein darauf zurückzuführen, dass sie eine von vier Spielerinnen aus der Alpenrepublik ist, wäre falsch. „Wir sprechen auch mit den anderen“, witzelt Feiersinger. Aber vor allem mit Verena Hanshaw verbindet sie eine lange Beziehung; die beiden haben in ihrer Karriere viele Wegstrecken zusammen zurückgelegt, wagten 2010 den Schritt über die Grenze zum damaligen Bundesligaaufsteiger Herforder SV, trafen sich beim SC Sand und folgten dem Ruf an den Main.

Die Leidenschaft fürs Kicken hat die Tochter des früheren österreichischen Nationalspielers Wolfgang Feiersinger geerbt. „Ich habe auch andere Sportarten ausprobiert“, sagt sie, „aber ich bin immer wieder zum Fußball zurückgekehrt.“ In Saalfelden im Bundesland Salzburg geboren, würde eine Karriere auf Skiern naheliegen, aber sie sei eine „Schönwetterfahrerin“.

Die Wahl scheint richtig gewesen zu sein: Feiersinger ist nicht nur eine feste Größe im Eintracht-Team, sondern auch im Nationalkader. In der internationalen Karriere liegt ihr Abgang bei den Bayern begründet. Sie wollte zur EM, doch in München kam sie nicht mehr oft zum Einsatz. In Frankfurt ist die EM-Halbfinalistin von 2017 Stammspielerin, seit Tanja Pawolleks Knieverletzung gar gemeinsam mit Laura Freigang Kapitänin.

Geehrt, aber auch mit Demut habe sie die Aufgabe übernommen. Sie übernimmt gerne Verantwortung. Ihre Mitspielerinnen seien überzeugt, sie werde irgendwann Trainerin; immerhin besitzt sie seit 2021 einen Schein. Feiersinger selbst weiß: „Irgendwas mit Sport“ werde es beruflich sein. Noch strebt sie als Aktive Höhepunkte an: eine weitere EM-Teilnahme in diesem Sommer in England, wo Österreich in Manchester das Eröffnungsspiel gegen die Gastgeber bestreitet. Und vorher bestenfalls mit der Eintracht einen der drei Plätze für die Königsklasse erreichen. Die Begegnung in München sei nur ein Spiel auf dem Weg dorthin. Aber für Laura Feiersinger ein besonderes.

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