+
Traurig nach dem 3:3: Radja Nainggolan von Inter Mailand.

Serie A

Inters irres Finale

  • schließen

Eintracht-Gegner Inter Mailand spielt nur 3:3 in Florenz.

Inter-Trainer Luciano Spalletti wusste gar nicht mehr, an wem er seinen Zorn auslassen sollte, er schäumte, prustete und wütete. Aber es nutzte ja nichts mehr, diese zwei Punkte waren futsch, und sie werden auch nicht mehr wiederkommen. Am Ende musste sich der Mailänder Klub, der sich in der Europa League in neun Tagen in Frankfurt zum Hinspiel des Achtelfinales vorstellen wird, in einem höchst emotionalen und kuriosen Fußballspiel mit einem 3:3 in Florenz begnügen. Es war ein denkwürdiges Spektakel.

Bis die Partie letztlich abgepfiffen wurde, dauerte es nämlich unglaublich lange, so lange wie noch nie, seit in der italienischen Liga Daten erfasst werden. Nach sage und schreibe 101 Minuten gelang dem AC Florenz doch noch der ganz späte 3:3-Ausgleich – durch einen von Jordan Veretout verwandelten Handelfmeter. Natürlich war es kein gewöhnlicher Strafstoß, sondern ein höchst umstrittener. In der siebten Minute der Nachspielzeit spielte Inters Danilo D’Ambrosio den Ball mit der Brust – und nach Meinung von Schiedsrichter Rosario Abisso auch mit dem Oberarm. Erst nach minutenlangem Studium der Videoaufzeichnungen blieb der Referee überraschenderweise doch bei seiner ursprünglichen Entscheidung: Handelfmeter.

Und Inter-Coach Spalletti kochte: „Es ist klar. Es ist seine Brust. Da gibt es keine Diskussion und keine Zweifel. Jeder hat es gesehen.“ Es war aber nicht die einzige umstrittene Entscheidung, es gab gleich mehrere Entscheidungen, die per Videoassistent überprüft oder korrigiert wurden.

Die Partie begann schon kurios. Bereits nach 16 Sekunden ging Florenz durch ein Eigentor von Stefan de Vrij in Führung. Inter drehte die Partie durch Matias Vecino (6.), Matteo Politano (40.) und Ivan Perisic (52.), der einen Strafstoß – natürlich nach Videobeweis – verwandelte (52.). Perisic ist übrigens einer der besten Freunde von Eintracht-Profi Ante Rebic, der sich deshalb in Frankfurt auch die Rückennummer vier zuweisen ließ, weil Kumpel Perisic diese beim kroatischen Nationalteam trägt.

Doch Florenz gab nicht auf: Luis Muriel schoss einen Freistoß in den linken Winkel (74.) – und schließlich gelang Vertout in der elften Minute der Nachspielzeit der Ausgleich – historisch.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion