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Eintracht-Trainer Adi Hütter.

Europa League

Eintracht-Träume ausdrücklich gestattet

Im Viertelfinale der Europa League gegen Benfica Lissabon hoffen die im Wettbewerb noch unbesiegten Frankfurter auf den nächsten Coup.

Die Sonne lugte vorsichtig durch die dunklen Wolken über Lissabon, als die Profis von Eintracht Frankfurt am Mittwoch voller Optimismus aus ihrem Charterflieger stiegen. Auf dem Weg zum angestrebten Europa-League-Finale in Baku will sich der in diesem Jahr noch ungeschlagenen DFB-Pokalsieger auch vom portugiesischen Rekordmeister Benfica Lissabon nicht aufhalten lassen. „Du brauchst keinen Wettbewerb zu spielen, wenn du keine Träume hast“, sagte Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic vor dem Viertelfinal-Hinspiel am Donnerstag (21.00 Uhr/RTL und DAZN).

Zehn Spiele haben die Hessen in dieser Saison auf Europas Fußball-Bühne bestritten, keines ging verloren. Acht Siege und zwei Remis lautet die beeindruckende Bilanz. Zu den geschlagenen Teams gehörten Vorjahresfinalist Olympique Marseille, Lazio Rom sowie die Champions-League-Absteiger Schachtjor Donezk und Inter Mailand.

Nun soll gegen Benfica, das in der Gruppenphase der Königsklasse am FC Bayern München und Ajax Amsterdam gescheitert war, der nächste Coup folgen. Die Portugiesen haben allerdings seit 2009 in 20 Europa-League-Heimspielen keine Niederlage mehr kassiert. „Wir treffen auf einen Gegner, der außergewöhnliche Qualitäten besitzt. Es ist ein junges Team, das für sich auch den Anspruch hat, die Europa League zu gewinnen und mit der Stadt und dem Stadion ein Highlight für die Fans bietet“, sagte Eintracht-Sportdirektor Bruno Hübner.

Eintracht Frankfurt nach 24 Jahren wieder in einem Viertelfinale

Anders als die Hessen hat Benfica auf seinem Briefkopf kaum noch Platz. „Es ist ein großer Name im europäischen Fußball“, hatte Trainer Adi Hütter das attraktive Los kommentiert. Der Hauptstadt-Club gewann 36 Mal die Meisterschaft, 26 Mal den Pokal und ist Stammgast in Europa. Dort liegen die großen Erfolge allerdings lange zurück. 1961 und 1962 holte der Verein den Cup der Landesmeister. Danach gelang noch achtmal der Einzug ins Finale eines europäischen Wettbewerbes – zuletzt 2014 in der Europa League – aber nie mehr der ganz große Triumph.

Den strebt dieses Jahr auch die Eintracht an. Das erste europäische Viertelfinale seit fast einem Vierteljahrhundert – vor 24 Jahren scheiterte man im damaligen UEFA-Cup an Juventus Turin – soll nicht die Endstation sein. „Wir müssen in beiden Spielen konzentriert sein und den unbedingten Willen zeigen, dass wir ins Halbfinale einziehen wollen“, sagte Stürmer Luka Jovic. Im Hinspiel helfen könnten auch die zuletzt angeschlagenen Sebastien Haller, Sebastian Rode, Mijat Gacinovic und Martin Hinteregger, die mit im Flieger saßen.

Für den Frankfurter Torjäger Jovic ist es ein ganz besonderes Duell, steht er doch immer noch bei Benfica unter Vertrag. Allerdings werden die Hessen demnächst die Kaufoption von sieben Millionen Euro für das im Sommer 2017 ausgeliehene Sturm-Juwel, das sich bei Europas Topvereinen wie dem FC Barcelona, Real Madrid oder FC Chelsea in die Notizblöcke gespielt hat, einlösen. Kein Wunder, denn für Sportvorstand Fredi Bobic ist der 21 Jahre alte serbische Nationalspieler die derzeit „heißeste Ware Europas“.

Sollte Jovic auch in Lissabon treffen, würde dies sowohl seinen Marktwert als auch die Chancen der Eintracht auf das Halbfinale erhöhen. „Luka hat richtig Lust, noch Tore zu machen“, verriet Bobic unlängst in einem Interview der „Welt“.

Ein Weiterkommen würde sich für den Bundesligisten, der als Tabellenvierter Kurs auf die erstmalige Teilnahme an der Champions League hält, auch finanziell auszahlen. Rund 30 Millionen Euro haben die Frankfurter bislang durch Prämien und Zuschauereinnahmen schon verdient. Sollte sich der Traum vom zweiten Europa-Triumph nach dem Gewinn des UEFA-Pokals 1980 erfüllen, würden mindestens 15 Millionen Euro hinzukommen. (dpa)

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