Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

DFB-Team

Bundestrainer Hansi Flick: WM-Trauma beim DFB noch nicht überwunden

  • Jan Christian Müller
    VonJan Christian Müller
    schließen

Das mühsame 2:0 gegen Liechtenstein ist atmosphärisch zwar betrüblich fürs deutsche Nationalteam, fußballfachlich gibt es dafür jedoch nachvollziehbare Erklärungen. Ein Kommentar.

St. Gallen - Hansi Flick hatte alles gesehen, was er sehen wollte: „Das hat mir sehr gefallen.“ Dummerweise hat der neue Fußball-Bundestrainer diesen Satz nach Auswertung der ersten drei Trainingseinheiten unter seiner Obhut formuliert, nicht nach dem ersten Länderspiel, das er als Chefcoach zu verantworten hatte.

Als Trainer des FC Bayern ist es Flick gewohnt gewesen, tief zementierte Abwehrreihen wie mit einem Presslufthammer aufzubrechen. Jetzt, beim 2:0 mit dem deutschen Nationalteam gegen Liechtenstein, sah es eher danach aus, als führe er eine Arbeitsbrigade an, die mit Hammer und Meißel unterwegs ist, um Beton zu brechen.

Es war zuvor viel von „Aufbruchstimmung“ und „Neustart“, von „Begeisterung entfachen“ und „Tiefe attackieren“ die Rede gewesen. Flick war als eine Art Heiland vorgestellt worden, der den in die Löw-Jahre gekommenen Fußball des DFB-Teams wie durch Handauflegen in die Moderne führen würde. Die Medien hatten die verbalen Vorlagen aus dem Verband gern aufgenommen und waren dabei ein wenig zu begeistert bei Fuß gelaufen.

Wird noch einen Weile dauern, bis sich Besserung einstellt: Bundestrainer Hansi Flick.

Aufbruch unter Hansi Flick? Gegen Liechtenstein war davon nichts zu spüren

Was dann gegen zuweilen bis zu sechstklassige Kicker aus dem Kleinstaat Liechtenstein geboten wurde, erinnerte so ein bisschen an den Wetterbericht: Statt der vorausgesagten Sonne gab es trostlosen Landregen, es nieselte fußballerisch in einem fort. Aufbruch? I wo! Sportlich sah es mehr aus wie die Fortsetzung der Abbruchstimmung einer welk gewordenen Mannschaft aus den vergangenen Jahren,

Das ist atmosphärisch vielleicht betrüblich, so man dem DFB-Team nach den wiederholten Enttäuschungen noch gewogen ist, fußballfachlich gibt es dafür jedoch nachvollziehbare Erklärungen. Diese Truppe hat seit dem Trauma der WM 2018 ihr Selbstverständnis des kontrollierten Ballbesitzes verloren. Flick hat zwar eine konkrete Idee, wie er diesen Spielstil wieder finden könnte, den er mit Löw entwickelt und bei den Bayern zur Perfektion brachte, Aber es wäre vermessen, wenn Spielrhythmus, Lauf- und Passwege, Kombinations- und Direktspiel nach drei Übungseinheiten schon stabil so funktionieren würden wie in München bald nach seiner Amtsübernahme.

Hansi Flick ist gut in der Arbeit mit Spielern – in vielen kleinen Schritten

Zudem hat es verdächtig den Anschein, die Spieler trügen am Adlertrikot schwerer als an ihren Hemden in den Klubs. Fehlendes Selbstbewusstsein mündet so in Unsicherheit und Fantasielosigkeit. Flick ist kein Mensch, der wie dereinst Ruuudi Völler das ganze Land mitnimmt und dann die Welle mit bloßer Popularität reitet. Aber er ist gut in der Arbeit mit den Spielern. In vielen kleinen Schritten. (Jan Christian Müller)

Rubriklistenbild: © AFP

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare