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2016 coachte Thomas Schaaf letztmals in der Bundesliga.

Thomas Schaaf

Einst Meistermacher, jetzt Notfalltrainer

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  • Carsten Sander
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Thomas Schaaf hilft als Assistent der U23 von Werder Bremen in der Regionalliga aus.

Thomas Schaaf erklärt, und er macht es gut. Wieso er bei der U23 des SV Werder Bremen den Job des Notfall-Co-Trainers übernommen hat? „Weil es zu meiner Verantwortung gehört, mich um dieses Team zu kümmern“, verrät einstige Double-Coach der Hanseaten nun.

Und hört sich so dabei an, als sei es das Normalste der Welt, sich als hochdekorierter Fußballlehrer nochmal zum Assistenten in der Regionalliga zu machen. Für Schaaf ist es das auch. Als Ersatz für den mit einem Achillessehnenriss länger ausfallenden Björn Dreyer gesucht wurde, hat er einfach zugesagt, ist jetzt bis zum Jahresende der Assistent von Konrad Fünfstück, dem U23-Coach des SV Werder. Wieso auch nicht, erklärt Schaaf: „Ich bin bei allen Spielen und vielen Trainingseinheiten dabei, kenne die Prozesse, die Spieler. Da war es naheliegend, dass ich es mache. Also habe ich gesagt: Okay, ich bin dabei.“

So naheliegend wie er es sagt, ist es freilich nicht, dass ein Trainer mit seiner Vita nochmal einen Posten übernimmt, der mehr Berufseinstieg als Berufshöhepunkt ist. Doch Thomas Schaaf ist eben Thomas Schaaf – ein Mann, der macht, was gemacht werden muss. Als Technischer Direktor der Bremer habe er wie jeder andere Verantwortungsträger im Leistungszentrum die Pflicht dazu. Da ist es ihm auch ohne Bedeutung, dass er 2004 mit Werder Bremen das Double gewonnen, 2009 noch einen weiteren DFB-Pokalsieg gefeiert hat und in den Jahren dazwischen ein Champions-League-Dauergast gewesen ist. Alles egal, wenn in der U23 Not am Mann ist: „Für mich ist es selbstverständlich, den Bedarf abzudecken, wenn er da ist. Ich sehe allein die Aufgabe, über alles andere mache ich mir keine Gedanken.“

Nun ist es natürlich nicht so, dass Thomas Schaaf, der in der Saison 2014/15 auch Eintracht Frankfurt coachte, ein Co-Trainer wie jeder andere wäre. Er ist ja auch noch und in erster Linie Technischer Direktor, hat also auch andere Aufgaben bei den Bremern zu erfüllen. Folglich wird er nicht jede Trainingseinheit mitgestalten. Aber hin und wieder eben schon. Bei Besprechungen und Analysen ist er sowieso dabei. War er sonst auch – aber halt als Technischer Direktor. „Jetzt sitze ich ein paar Meter weiter vorne“, sagt der 58-Jährige und lacht.

Bei den Spielen nimmt er auf der Bank Platz. Zurück am Spielfeldrand von Platz elf im Trainingszentrum – dort, wo er als Trainer der U19 und späterer Coach der Werder-Amateure (jetzt U23) die ersten elf Jahre seiner Trainerlaufbahn verbracht hatte. „Es ist nicht so ungewohnt dort für mich“, flachst Schaaf.

Völlig ernst ist es ihm aber mit der Rollenverteilung bei der U23. Die werde eingehalten, garantiert. Heißt: „Vorne steht einer und ist verantwortlich: Und das ist Konrad Fünfstück.“ Schaaf hegt – und das ist für ihn so selbstverständlich, dass er gar nicht drüber reden mag – keinerlei Ambitionen, bei Werder Bremen wieder als Trainer ins Rampenlicht zu treten: „Da ist meine Haltung doch bekannt.“

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