FC Bayern Alzenau

Einsam in der Fremde

Bayern Alzenau ist als hessischer Vertreter in der Regionalliga Süd ohnehin ein Grenzgänger - im Durcheinander sich unterscheidender Corona-Regeln droht dem Klub nun eine Saison ohne Heimspiel. Und damit das Aus.

Wenn wir keine Heimspiele mit Zuschauern austragen dürfen, dann können wir Insolvenz anmelden“, sagt Andreas Trageser. Der Vorsitzende des FC Bayern Alzenau hofft mit Hilfe der Politik das Desaster beim Fußball-Regionalligisten abwenden zu können. Das Problem sind die bayerischen Corona-Regeln, die aktuell keine Heimspiele gegen nicht-bayerische Teams erlauben.

Alzenau liegt im Norden des unterfränkischen Landkreises Aschaffenburg, im Bundesland Bayern. Seit 1993 spielen die Weiß-Blauen aber unter der Fahne des Hessischen Fußball-Verbands, gehören jedoch weiterhin dem Bayerischen Sportverband an. Aktuell spielen die Alzenauer als hessischer Vertreter in der Regionalliga Südwest, in der Mannschaften aus insgesamt fünf Bundesländern kicken. Die zweite Mannschaft des FC Bayern Alzenau ist aus der Kreisoberliga Gelnhausen in die Fußball-Gruppenliga Frankfurt Ost aufgestiegen.

Der FC Bayern Alzenau ist also ein hessisch-bayerischer Grenzg��nger, der beim Ausüben des Sports aber den politischen Regeln Bayerns – und des örtlichen Gesundheitsamts – unterliegt. Und deshalb zurzeit eben keine Heimspiele gegen Teams außerhalb Bayerns durchführen darf. Eine Lösung muss her, und die Zeit drängt: Schon am 5. September stünde der Saisonauftakt mit dem Heimspiel gegen TUS Rot-Weiß Koblenz auf dem Programm.

Gemeinsam mit dem Bürgermeister haben die Bayern-Verantwortlichen ein Schreiben an den Landrat geschickt, der nun die weiteren Schritte einleiten soll. Grundsätzlich ginge es darum, nicht nur Heimspiele austragen zu dürfen, sondern auch, dass entsprechend der Hygienebestimmungen Zuschauer ins Stadion dürfen.

Schon die 25 000 Euro Schiedsrichterkosten seien ohne Einnahmen aus dem Tagesgeschäft kaum zu stemmen. Zudem bestehe die Gefahr, dass Sponsoren abspringen. Trageser macht klar, was er von der aktuellen Situation hält: „Es kann nicht sein, dass es nur ein paar wenige Kilometer weiter mit Zuschauern funktionieren soll und bei uns nicht. Was die Verantwortlichen da zurechtstricken, ist für mich ein riesengroßer Flickenteppich. Hier gehören für ganz Deutschland einheitliche Regelungen her, nicht nur was den Fußball betrifft.“ Und eine Saison, in der die Alzenauer nur auswärts antreten dürfen, käme für ihn sowieso nicht in Frage. „Dann melden wir Insolvenz an, kriegen neun Punkte abgezogen und können dann schauen, ob wir drinbleiben. Das ist aber wahrlich keine Option“, meint der Vereinschef.

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