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Einmal aussetzen, bitte

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Von: Frank Hellmann

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Bo Svensson wird in Fürth eine bessere Sicht auf seine Mainzer haben: Er sitzt auf der Tribüne.
Bo Svensson wird in Fürth eine bessere Sicht auf seine Mainzer haben: Er sitzt auf der Tribüne. © Revierfoto/Imago

Der gesperrte Mainzer Trainer Bo Svensson darf in Fürth in die Kabine, muss während des Spiels beim Tabellenletzten aber auf die Tribüne. Wer coacht statt seiner?

Es war Bo Svensson anzumerken, dass ihm die Pressekonferenz am Freitagvormittag irgendwie nicht behagte. Fast alle Fragen richteten sich verständlicherweise an den seit einem Jahr beim FSV Mainz 05 arbeitenden Dänen, der nun im Auswärtsspiel bei der SpVgg Greuther Fürth als erster Bundesliga-Trainer nach vier Gelben Karten einmal aussetzen muss.

Wobei ihm mehr erlaubt ist als bei einer Rotsperre: Der Chefcoach darf sich bis eine halbe Stunde vor Anpfiff sowie während der Halbzeit in der Kabine aufhalten und die Partie auch von der Tribüne verfolgen. Nur Zwischenrufe in dem leeren Stadion muss der 42-Jährige unterlassen. „Ich darf nicht aktiv coachen“, erklärte Svensson, der angeblich am Freitag erst noch klären wollte, wie er mit seinem Co-Trainer Babak Keyhanfar Kontakt halten wird. Der sei übrigens ein ähnlich emotionaler Typ, verriet Svensson, man kenne sich lange und habe volles Vertrauen zueinander.

Für den 36 Jahre alten gebürtigen Mainzer ist es die Feuertaufe in dieser Rolle. Aber nicht nur Keyhanfar, „sondern auch die anderen im Trainerteam haben morgen mehr Verantwortung. Aber das werden sie gemeinsam lösen“, beteuerte Svensson. „Babak hat einen sehr guten Draht zur Mannschaft. Ich glaube, dass die Jungs für ihn durchs Feuer gehen werden.“ Insgesamt fordert der Cheftrainer von seinen Spielern einen ganz anderen Aufritt als beim überflüssigen Pokalaus in Bochum, wo das Team „nicht an die Leistungsgrenze“ gekommen wäre. Gleichzeitig warnte er vor dem Tabellenschlusslicht: Fürth habe inzwischen die Balance gefunden und eine gute Entwicklung genommen.

Sein Fehlen bei den wohl dennoch zum Abstieg verdammten Franken soll ein einmaliges Ereignis bleiben. Erneut versprach Svensson, sein Verhalten zu verändern: „Die Schuld liegt bei mir. Ich muss mich verbessern und einige Sachen anders machen. Es ist offensichtlich, dass es zu viel war. Dann muss man reflektieren und ein paar Ergebnisse für sich selbst ziehen.“ Lieber die Faust in der Tasche ballen statt seinen Ärger rausschreien.

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