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So wird das wohl nichts mit der Titelverteidigung: Robert Lewandowski vom FC Bayern München.

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Einfach nicht gut genug

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Entschieden ist die Meisterschaft nach 20 Spielen nicht. Allein der Glaube fehlt, dass die Bayern noch ein Wörtchen mitzureden haben werden.

Spätestens als fünf Minuten vor dem Abpfiff im Frankfurter Stadion ein lauter Gong ertönte und der Videowürfel unter Getöse einer Vielzahl der 51 500 Fußballfans den dritten Treffer von Bayer Leverkusen im Spiel gegen den FC Bayern ausspuckte, da kippte im Kopf der Kicker von Borussia Dortmund endgültig ein Schalter um. Von Voll- auf Halbgas, von Risiko auf Sicherheit. Mit dem 1:1 bei Eintracht Frankfurt, das war nun offensichtlich, konnten die Schwarz-Gelben so kurz vor dem Abpfiff gut leben. Das lag zum einen am starken Gegner, der dem aktuellen Branchenführer der Bundesliga alles abverlangte, zum anderen aber natürlich an der Gesamtsituation.

Schienen die Münchner eine knappe Stunde vorher - Stand Halbzeitpause - im Fernduell noch zwei Punkte auf den BVB aufholen zu können, baute die Borussia am Ende des 20. Spieltags den Vorsprung ihrerseits auf sieben Zähler aus. Zur Erinnerung: In der Winterpause waren es derer nur sechs. Nach drei Partien im neuen Jahr ist der Rückstand des FC Bayern also größer statt kleiner geworden - trotz einer spielerisch leicht verbesserten Mannschaft, die zumindest ein wenig gefestigter wirkt als noch im Spätherbst.

Bayern fehlt’s am Elementaren

Doch während die Borussia in Frankfurt vor allem nach ihrer 1:0-Führung zeitweise durch berauschendes Kurzpassspiel im Höchsttempo überzeugend darlegte, warum sie am Saisonende die Meisterschale überreicht bekommen sollte, machte der FC Bayern seinerseits nach dem Seitenwechsel deutlich, warum er eben jene Schüssel diesmal nicht verdient hat. Nach starken ersten 45 Minuten, in denen die Gäste aus Bayern das Duell im Rheinland schon zu ihren Gunsten hätten entscheiden können, fehlte es später am Elementaren: Dem Willen, bis ans Äußerste zu gehen, auch die letzten ein, zwei Meter durchzuziehen, vor allem in der Rückwärtsbewegung, um einen Gegner niederzuringen. Dazu schlichen sich schon die aus der Hinrunde bekannten Defensivmängel ins Spiel ein.

Natürlich ist eine Meisterschaft nach 20 Spielen noch nicht entschieden, ebenso wenig wie sie es nach 16 war oder nach 22, 24 und 26 sein wird. Alleine fehlt der Glaube daran, dass die auf Rang drei abgerutschten Münchner tatsächlich die Wende hinbekommen. Die Bayern bewegen sich zurzeit zwar auf einem ähnlichen Niveau wie die Dortmunder, sie schaffen es aber nicht, auf ein höheres zu klettern. Sie scheinen dieser Tage schlicht nicht gut genug, um sieben Punkte Rückstand tatsächlich noch aufholen zu können.

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