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Ungewisser Blick nach vorn: FSV-Stürmer Jake Hirst.

Bloß nicht absteigen

Eine total verrückte Saison

  • vonMarkus Katzenbach
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Der FSV Frankfurt tut viel dafür, um nicht auf den sechs letzten Plätzen der Regionalliga Südwest zu landen.

Eines immerhin ist ziemlich sicher vor einer ausufernden Runde voller Ungewissheiten: Thomas Brendel und seinen Mitstreitern dürfte so schnell nicht langweilig werden, allein schon wegen des ständigen Pflichtprogramms vor dem Bildschirm. „Wir kommen ja aus dem Videogucken gar nicht mehr raus, so oft wie wir spielen“, sagt der Cheftrainer und Sportliche Leiter des FSV Frankfurt. Wenn im raschen Takt von drei, vier Tagen Partien anstehen und es zwischendrin gilt, den eigenen Auftritt ordentlich aufzuarbeiten und den jeweiligen Gegner genau unter die Lupe zu nehmen, ist auch das eine Herausforderung.

So oder so wird es eine verrückte Saison in der Regionalliga Südwest werden, davon geht man beim Fußballsportverein aus dem Frankfurter Stadtteil Bornheim aus. Mit 22 Mannschaften, weil es in der wegen der Corona-Pandemie vorzeitig abgebrochenen vergangenen Spielzeit keine Absteiger gab, aber Aufsteiger aus den Ligen darunter – und einem rappelvollen Terminkalender. Mit nun mindestens sechs Absteigern, damit es nicht so voll in der vierten Klasse bleibt.

Beim FSV rechnet man vorerst mit maximal 250 Zuschauern, so wie im spät nachgeholten Hessenpokalfinale aus der zurückliegenden Runde, am 22. August daheim am Bornheimer Hang gegen den TSV Steinbach Haiger. Rein sportlich wiederum hoffen die Verantwortlichen vor allem, möglichst wenig mit Abstiegsfragen zu tun zu haben – wobei dies angesichts der Größe der Gefahrenzone kein leichtes Unterfangen wird. „Auf den letzten sechs Plätzen wollen wir schon andere sehen“, sagt Brendel, „und wir haben die Qualität, da hinzukommen, wo wir uns sehen.“ Irgendwo im gesicherten Mittelfeld. „Einstellig“, meint der Trainer, „wäre sensationell“.

Größere Sprünge sind im Frankfurter Osten kaum möglich, eingedenk eines in der Corona-Krise noch einmal etwas geschrumpften Etats von nicht viel mehr als 700 000 Euro für den gesamten sportlichen Bereich. In diesem Rahmen aber sieht man sich gut aufgestellt. Mittelstürmer Jake Hirst, zuvor bei Kickers Offenbach und dem FC Gießen, und der ebenfalls bereits vom Bieberer Berg bekannte Ihab Darwiche auf dem rechten Flügel wertet Brendel als „zwei gute Verpflichtungen für uns“.

Sechs Spiele in 18 Tagen

Während manche Konkurrenten schon losgelegt haben und die meisten anderen das jetzt am Wochenende vorhaben, startet der FSV spät in die Saison. Weil die zweite Mannschaft des SC Freiburg einige Junioren-Nationalspieler abstellt und von ihrem Recht auf Spielverlegung Gebrauch macht, wird das eigentliche Auftakttreffen verschoben und erst am 23. September angepfiffen. So beginnt die Runde für Brendels Bornheimer erst am 12. September mit einem 14 Uhr, daheim gegen Bayern Alzenau. Dann aber geht es „Schlag auf Schlag“, wie der Trainer sagt, mit sechs Spielen in 18 Tagen.

Umso wichtiger ist für ihn gleich ein erstes gutes Ergebnis gegen Alzenau. Eines hat ihn dabei das mit 0:1 knapp und etwas unglücklich verlorene Hessenpokalfinale gegen den TSV Steinbach Haiger ahnen lassen: „Es wird einige enge Spiele geben in der Liga“, meint Thomas Brendel. Sowohl gegen Mannschaften, die ein etwas höheres Budget haben, als auch gegen solche, die vielleicht weniger hoch gehandelt werden. „Wir müssen sehen, dass wir möglichst viele dieser engen Spiele gewinnen“, betont der Trainer. Auch das wird eine spezielle Herausforderung – alle drei, vier Tage die dafür nötige Leistungs- und Willenskraft aufzubringen, immer wieder.

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