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Julian Nagelsmann in seinem Element.
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Julian Nagelsmann in seinem Element.

RB Leipzig

Eine Rute für die Bullen

  • Frank Hellmann
    vonFrank Hellmann
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RB Leipzig muss vor Weihnachten im Pokal doch gegen den FC Augsburg ran. Zuvor kehrt Trainer Julian Nagelsmann an eine alte Wirkungsstätte zurück.

Wie sehr die Kontaktbeschränkungen in Corona-Zeiten auch den Alltag der Bundesliga-Trainer verändert haben, hat Julian Nagelsmann am Dienstag eher unfreiwillig verraten. Vor dem dritten Aufeinandertreffen mit der TSG Hoffenheim (Mittwoch, 20.30 Uhr), der langjährigen Heimat des inzwischen für RB Leipzig tätigen Fußballlehrers, war natürlich die Fragestellung berechtigt, wie gut er denn schon Sebastian Hoeneß kenne. Früher haben Veranstaltungen wie Trainertagungen einen direkten Austausch ermöglicht, in der Pandemie kam nun die erste persönliche Begegnung bei der Beerdigung des langjährigen TSG-Präsidenten Peter Hofmann zustande, wie Nagelsmann verriet. Dann verlor der 33-Jährige viele lobende Worte über sein nur fünf Jahre älteres Gegenüber: „Ein lieber Mensch, ein Familienmensch, der gute Ansichten vom Fußball hat.“ Zudem würden die ständigen Grundordnungswechsel auf eine „herausragende Arbeit“ des Kollegen schließen lassen. Hoeneß junior habe mit seiner Mannschaft nur deutlich zu wenige Punkte. „Sie hätten mehr verdient.“

Nagelsmann merkte noch an, er freue sich über seinen Ex-Klub, der es endlich geschafft habe, in Europa zu überwintern. Unter ihm war das bekanntlich nicht gelungen, aber dafür hat er noch das größte Europapokalspiel der Vereinsgeschichte im Kraichgau verantwortet: jene packenden Playoff-Partien zur Champions League, als sich der spätere Sieger FC Liverpool im August 2017 letztlich deutlich durchsetzte. Die Gelegenheit, es gegen Klopp besser zu machen – und so schließt sich der Kreis –, kommt im nächsten Jahr, wenn Leipzig in der Königsklasse auf die „Reds“ trifft. Wobei Nagelsmann bekannte, bei der Achtelfinalauslosung erst einmal „geschluckt“ zu haben. Er sieht allerdings gute Chancen, „diesmal weiterzukommen“. An Selbstbewusstsein hat es ihm noch nie gefehlt, und so verwundert auch nicht, dass die Bullen inklusive des Heimspiels gegen den 1. FC Köln (Samstag, 15.30 Uhr) mit sechs Punkten planen, „das würden wir auch, wenn wir 17. wären“, stellte Nagelsmann klar. Ansonsten hütete sich der gebürtige Bayer, allzu forsche Töne für das ungewohnt offene Meisterschaftsrennen anzuschlagen.

„Wir waren im letzten Jahr am Ende der Hinrunde ja auch relativ weit oben – und haben dann am Ende trotzdem nichts mit dem Titelkampf zu tun gehabt. Nur vom schlau Labern werden wir nicht Meister.“ Insgesamt gehe es um Konstanz, und zwar über neun, zehn Monate. „Wenn wir das hinkriegen, werden wir am Ende ein Herausforderer sein, der um den Titel mitspielt. Wenn wir es nicht hinkriegen, dann nicht.“

Unter diesem Aspekt hätte er eigentlich am liebsten seine hochbelasteten Akteure schon vor dem vierten Advent in die ohnehin nur kurzen Ferien geschickt, doch vom DFB kam nun die Kunde, dass die beantragte Verlegung des für den 22. Dezember angesetzten DFB-Pokalspiels beim FC Augsburg nicht genehmigt wird. Anders als der FC Bayern und Bayer Leverkusen bekommen die Sachsen also keinen vorgezogenen Urlaub gewährt. Im seit langem schwelenden Konflikt zwischen den Klubs – meist auf der Ebene zwischen den Vereinsbossen Klaus Hofmann und Oliver Mintzlaff ausgetragen – wollte der RB-Trainer zwar kein „Öl ins Feuer gießen“, aber es klang durch, dass er die Argumentation des FCA-Managers Stefan Reuter („Eine Verschiebung wäre zu unseren Lasten, darum konnten wir nicht zustimmen“) nur bedingt nachvollziehen kann. Es gehe ihm um „einen gewissen Freiraum, weil wir im neuen Jahr sehr viele Spiele haben und da zwei, drei Tage mehr Regeneration schon gut getan hätten auf lange Sicht“.

Dass die bayerischen Schwaben keinen ausreichend großen Kader für sieben Pflichtspiele im Januar haben würden, wie Reuter erklärte, konterte Nagelsmann süffisant: „Ich schaue gerne bei transfermarkt.de nach, aber die haben sogar ein, zwei Spieler mehr als wir.“ Was nicht stimmt: Das Portal weist bei der Kaderstärke für RB Leipzig ein leichtes Plus auf (30:28), und die nächste Verstärkung ist schon im Anflug: Auf dem Gabentisch wird für Nagelsmann mit Dominik Szoboszlai wohl das nächste Toptalent aus der Salzburger Filiale landen. Der Coach deckte den hoch veranlagten Ungar, 20, bereits mit reichlich Komplimenten ein: „Talentierter Spieler mit sehr guter Torgefahr aus dem Mittelfeld und sehr guten Standardsituationen. Sehr gute athletische Voraussetzungen, sehr gute Kombination aus Speed und Ausdauerleistungsfähigkeit.“ Das waren so viele Vorschusslorbeeren, dass sich aus ihnen locker noch ein Adventskranz basteln ließe.

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