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Breel Embolo.
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Breel Embolo.

Voll daneben

Eine Frage der Moral

  • Ingo Durstewitz
    vonIngo Durstewitz
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Warum der Fall Embolo in Mönchengladbach und in der Liga nur Verlierer hervorbringt.

Breel Embolo, der Stürmer von Borussia Mönchengladbach, wird eine Geldstrafe in Rekordhöhe zu entrichten haben, wegen des Verstoßes gegen die Corona-Regeln muss der 23-Jährige wohl mehr als 150 000 Euro blechen. Das ist selbst für einen Gutverdiener kein Kleingeld, gerade wenn man bedenkt, dass seine Verfehlung darin bestand, mit zwei Kumpels ganz gechillt Basketball geschaut zu haben. Hat er ja so bei Instagram geschrieben, der Breel Embolo.

Das ist, bei Licht betrachtet, ausgemachter Blödsinn, und irgendwie muss das auch sein Arbeitgeber nicht so ganz glauben, ansonsten wäre die Strafe übertrieben. Nein, die Indizienkette ist klar, die Polizei hat den begründeten Verdacht, dass es Embolo war, der von einer illegalen Party in Essen übers Dach geflüchtet und in eine benachbarte Wohnung eingestiegen ist, wo er von der Polizei gestellt wurde.

Trainer Marco Rose wechselte den Stürmer am Freitag gegen Dortmund dennoch ein, der Spieler habe glaubhaft versichert, „kein Teil einer Party“ gewesen zu sein. Kann man so machen, muss man nicht. Gewiss spielen da wirtschaftliche Interessen und der sportliche Wert des Spielers eine Rolle.

Und doch gibt es eine andere Seite, eine moralische Ebene. Bei dieser Geschichte bleibt ein Geschmäckle, denn sie ist einerseits nebulös, andererseits so offenkundig falsch. Es geht gar nicht so sehr um die Party, sondern um die Versuche danach, das alles einzufangen. Da haben sowohl Spieler als auch Klub ein schlechtes Bild abgegeben, eine Chance vertan und Glaubwürdigkeit verspielt. Das geht so weit, dass plötzlich nicht mal mehr den Aussagen der Polizei Glauben geschenkt wird. In Bälde werden die Anwälte mit juristischen Winkelzügen übernehmen. Unnötig und ein falsches Signal.

Gewiss wäre es besser gewesen, Breel Embolo hätte reinen Tisch gemacht. Jungen Menschen sollte man Fehler zugestehen und verzeihen, auch hochbezahlten Fußballprofis mit Vorbildfunktion – aber sie sollten doch, bitte schön, bei der Wahrheit bleiben. Ist gar nicht so schwer.

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