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Kein Jubel gegen den Ex-Klub: Mohamed Salah.

FC Liverpool - AS Rom

Eine fast magische Nacht in Liverpool

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Mohamed Salah ragt beim 5:2-Sieg gegen den AS Rom im Champions-League-Halbfinale heraus.

Mohamed Salah hob entschuldigend die Hände hoch, sein sonst nach Toren so breites Lächeln war wie weggewischt. Während seine Mitspieler, Trainer Jürgen Klopp und die Fans des FC Liverpool ekstatisch jubelten, war der Mann mit dem Vollbart und den im englischen Regen durchnässten schwarzen Locken völlig in sich gekehrt. Als die Teamkameraden ihn genug bejubelt hatten, ging der gläubige Muslim auf die Knie, senkte den Kopf auf den Rasen und sprach sein Gebet. Und vielleicht dachte er dabei auch dankbar an die zwei Jahre beim AS Rom zurück, wo der einst beim FC Chelsea gescheiterte Flügelspieler zu neuer Stärke fand, ehe er im Sommer 2017 für 43 Millionen Euro an die Anfield Road wechselte. 

Mit zwei Treffern und zwei Torvorlagen hat Salah am Dienstagabend beim 5:2 gegen seinen italienischen Ex-Klub die Tür für das erste Champions-League-Endspiel seit elf Jahren für die Reds ganz weit geöffnet. Die zwei späten Gegentore werden Liverpool für das Rückspiel kommende Woche Mittwoch jedoch wachsam halten.

Neben Salah (36. und 45.+1), trafen auch der Ex-Hoffenheimer Roberto Firmino (61. und 68.) sowie Sadio Mané (56.) gegen 80 Minuten lang völlig überforderte Römer, die ihr ganzes Pulver scheinbar beim 3:0-Rückspielsieg gegen den FC Barcelona verschossen hatten, ehe sie durch Edin Dzeko (81.) und Diego Perotti (85./Handelfmeter) nochmal verkürzen konnten.

Nach dem beeindruckenden Weiterkommen gegen Manchester City, das Überteam der Premier League, im Viertelfinale (3:0 und 2:1) führten die Reds die Roma nach anfänglichen Schwierigkeiten vor. Obwohl mittlerweile in ganz Europa bekannt ist, mit wie viel Geschwindigkeit die Reds spielen, übten die Italiener überhaupt keinen Druck auf die Mittelfeldspieler der Engländer aus.

Salah bestrafte das mit einem Schlenzer unter die Latte und anschließend mit einem unnachahmlichen Sprint und einem Lupfer über Romas Keeper Allison - seine wettbewerbsübergreifenden Treffer 42 und 43. Die zweite Halbzeit war zunächst ein reines Schaulaufen. Zweimal setzte sich der kürzlich zum besten Premier-League-Spieler gekürte Ägypter am rechten Flügel durch, bediente zuerst Mané, dann Firmino und durfte 15 Minuten vor Schluss die Standing Ovations der Fans genießen. 

Die Anschlusstreffer von Dzeko und Perotti, bei denen Torwart Loris Karius chancenlos war, sah Salah von der Bank.

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