Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

schalke_181220
+
Enttäuschte Schalker: Die früheren Frankfurter Omar Mascarell (links) und Bastian Oczipka. Foto: Reuters

Schalke 04

Ein Verein in Auflösung

  • Ingo Durstewitz
    vonIngo Durstewitz
    schließen

Mittlerweile ist der FC Schalke 04 seit 28 Partien ohne Sieg – bis Tasmania Berlin ist es nicht mehr weit. Ein Kommentar.

Als Feuerwehrmann hatten sie sich in Gelsenkirchen-Buer etwas anderes vorgestellt. Vielleicht eine neuere, moderne Version des Knurrers von Kerkrade, dem Schalker Kulttrainer Huub Stevens. Aber nicht so ein Feuerwehrmännchen, 1,72 Meter groß mit bayerischem Idiom, Realschullehrer, früher mal mit beigefarbenem Trenchcoat à la Columbo unterwegs. Gestatten, Manuel Baum.

Als der Fußballlehrer Ende September als Nachfolger von David Wagner inthronisiert wurde, spürte er selbst, dass ihm nicht alle zutrauten, diese große Aufgabe meistern zu können. „Vielleicht wird sich der eine oder andere fragen: ‚Ist der Baum nicht zu klein für das Ganze?‘“, fragte er rhetorisch und antwortete: „Lasst mich mal machen, denn ich weiß, was ich tue.“

Nun, zweieinhalb Monate und weitere zehn Spiele ohne Sieg später, scheint Baum mit seinem Latein am Ende. Übertroffen hat der 41-Jährige sogar den weltbekannten Karl-Heinz Marotzke, der 1967 seine Tätigkeit auf Schalke mit neun Spielen ohne Sieg begonnen hatte. Vier von 30 möglichen Punkten holte Baum mit seinem Team. Eine jämmerliche Bilanz. Genauso wie das Bild, das Schalke 04 generell abgibt: Mittlerweile sind die mausgrauen Königsblauen seit 28 Partien ohne Sieg – bis Tasmania Berlin ist es nicht mehr weit.

Auch Manuel Baum hat die Wende nicht einleiten können, der einst so stolze Revierklub taumelt von einer Pleite zur nächsten, von einem tiefen Tiefpunkt zu einem noch tieferen Tiefpunkt. Die 0:2-Niederlage am Mittwoch gegen einen rundweg biederen SC Freiburg war nicht mehr und nicht weniger als ein sportlicher Offenbarungseid, eine Bankrotterklärung. Nicht eine einzige hochkarätige Torchance konnte sich S 04 erspielen, erarbeiten oder auch nur ermurksen.

Schalke lernt nicht dazu

Zu verantworten hat das der Coach ganz klar, und natürlich werden Stimmen laut, die schon wieder die Ablösung Baums fordern. Doch ist der frühere Torwart Kern des Problems oder nicht eher nur ein Teil des Problems? Dafür spricht ganz klar der Trend unter Vorgänger Wagner, auch da ging es schon im Sauseschritt den Berg hinab.

Nein, ein erneuter Trainer-Rauswurf würde vermutlich nicht viel bewirken. Zumal Schalke 04 gar nicht das Geld dazu hat, Schulden von mehr als 200 Millionen Euro drohen den Klub zu erdrücken, die Lage ist verdammt ernst, gerade weil Corona als Brandbeschleuniger dient. Und nicht zu vergessen: Der geschasste Wagner erhält bis Vertragsende 2022 jährlich rund 2,5 Millionen Euro nebst Prämien. Ein Verein zerlegt sich selbst, ein Verein in Auflösung.

Die Trainer scheinen auf Schalke beliebig austauschbar und binnen kürzester Zeit hilflos, denn die Mannschaft ist in dieser Verfassung einfach nicht bundesligatauglich. Das Team ist falsch zusammengestellt und allenthalben überschätzt worden. Das fing bei Manager Christian Heidel an und ging bei Michael Reschke sowie Jochen Schneider weiter. Fatal: Schalke kauft für unheimlich viel Kohle unheimlich viel Durchschnitt, viele Profis mit viel zu wenig Klasse kassieren per annum vier Millionen Euro oder mehr.

Und: Der FC Schalke 04 lernt nicht aus seinen Fehlern: Erst in im Spätsommer lieh der Klub Goncalo Paciencia von Eintracht Frankfurt aus, mit einer bindenden Kaufoption von mehr als zehn Millionen Euro – im Falle des Klassenerhalts. Zugegeben: Sehr wahrscheinlich scheint diese üppige Zahlung momentan nicht.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare