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Akrobatisch schön: Valentino Lazaro (links).

Bundesliga

Ein Traumtor für die Geschichtsbücher

Der Treffer von Mönchengladbachs Valentino Lazaro verzückt Trainer, Fans – und sogar den Gegner aus Leverkusen.

Eine Prise Fritz Walter, ein Hauch Zlatan Ibrahimovic, und schon war Valentino Lazaros Bewerbung für das Tor des Jahres fertig. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich den Ball so treffe und er so ins Tor geht“, sagte der Neuzugang von Borussia Mönchengladbachs nach seinem spektakulären „Scorpion Kick“ im Spiel bei Bayer Leverkusen (3:4), der in Windeseile zum Internethit wurde.

Alleine auf dem Instagram-Kanal des Österreichers platzte die Kommentarspalte aus allen Nähten. Viele Fans schlugen das Kunststück für den Puskas Award vor, mit dem die Fifa seit 2009 den schönsten Treffer des Jahres kürt.

„Was für ein Tor, Bruder“, schrieb Radja Nainggolan von Lazaros Ex-Klub Inter Mailand. Ein Fan wollte gar wissen, mit welcher Tastenkombination sich die Aktion bei der Fußball-Simulation Fifa 20 nachstellen lässt.

Per Hacke ins linke Eck

Wahrscheinlich nur mit einer höchst komplizierten. Denn Lazaro hatte den Ball seitlich in der Luft liegend und mit dem Rücken zum Tor per Hacke ins linke Toreck befördert. „Ich habe den Weg in die Box gesucht und dann gesehen, dass der Ball ein wenig in meinen Rücken kommt. Dann habe ich es probiert und bin stolz drauf“, sagte der 24-Jährige nach seinem Kunstschuss. Für den von Inter ausgeliehenen Allrounder war es das erste Tor für die Borussia.

Trainer Marco Rose hatte die Szene an der Seitenlinie zunächst gar nicht richtig mitbekommen. „Ich wusste nicht wer, wie, wo. Am Anfang habe ich sogar mit einem Eigentor gerechnet. In der Kabine habe ich es dann gesehen“, sagte der Gladbach-Coach. Trotz der Niederlage freue solch ein Moment „jeden Fußball-Liebhaber“, sagte Rose und lobte: „Das hat er herausragend gemacht.“

Sogar der geschlagene Leverkusen-Torhüter Lukas Hradecky verneigte sich vor Lazaro. „Ich habe keinen Hut auf meinem Kopf, aber: Valentino, geiles Tor ey“, sagte der Schlussmann. Sky-Experte Dennis Aogo schwärmte: „Das ist absolute Weltklasse, das werde ich mir zu Hause noch zehnmal angucken.“

Erinnerungen an Fritz Walter wurden wach, der 1956 im Spiel des 1. FC Kaiserslautern bei DDR-Meister Wismut Aue auf ähnliche Weise „das vergessene Jahrhunderttor“ („Spiegel“) erzielt hatte. Von der Szene existiert nur ein Foto. Oder eben an Ibrahimovic, der – unter anderem – 2013 für Paris St. Germain ebenfalls spektakulär getroffen hatte. (sid)

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